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Prominente Verstärkung für den LSVD: Die Vizeweltmeisterin (2002) und zweifache Europameisterin (1999, 2010) Imke Duplitzer lebt seit 2002 offen lesbisch und engagiert sich für Menschenrechte. Sie ist Mitglied der Grünen und kandidiert auf Listenplatz 17 für die Europawahl (Bild: Wiki Commons / JATPHOTO / CC-BY-SA-3.0)

Der Lesben- und Schwulenverband wählte am vergangenen Wochenende eine neue Führungsspitze und verabschiedete ein "Berliner Manifest gegen Homophobie und Transphobie".

Am vergangenen Wochenende tagte in Berlin der 26. Verbandstag des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD). Die rund 150 Teilnehmenden wählten turnusgemäß einen Teil des Bundesvorstands und verabschiedeten mehrere Resolutionen. Die Veranstaltung wurde von der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat (SPD) eröffnet.

Annette Hecker und Uta Kehr hatten aus beruflichen Gründen auf eine erneute Kandidatur für den LSVD-Bundesvorstand verzichtet. Neu gewählt wurden die Profisportlerin und Degenfechterin Imke Duplitzer sowie Henny Engels, die Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats. Mit ebenfalls großer Mehrheit wurden Axel Blumenthal, Manfred Bruns, Günter Dworek und Martin Pfarr im Amt bestätigt.

Weiterhin gehören dem Bundesvorstand Eva Henkel, Axel Hochrein, Helmut Metzner, Hasso Müller-Kittnau, Uta Schwenke und Tobias Zimmermann an, die im vergangenen Jahr für eine zweijährige Amtszeit gewählt wurden.

"Berliner Manifest gegen Homophobie und Transphobie" verabschiedet


LSVD-Bundesvorstand Günter Dworek sprach von einer "ernsten Lage". Die homophobe Minderheit habe angefangen, neu zu mobilisieren (Bild: LSVD/Caro Kadatz)

Schwerpunkt des Verbandstags war die Diskussion eines Berliner Manifest gegen Homophobie und Transphobie. Zur Einführung gab LSVD-Bundesvorstand Günter Dworek einen Bericht zur aktuellen politischen Situation: "Die Lage ist ernst", stellte Dworek fest. "Zwar sind Homophobe in Deutschland heute eine Minderheit. Aber sie haben angefangen, neu zu mobilisieren."

Das Manifest warnt vor der Funktionalisierung durch nationale und fundamentalistische Ideologie: "Die Gegner von Freiheit und Gleichheit haben Antihomosexualität wieder als Mittel der Politik entdeckt. Haben sie früher oft versucht, Homosexualität durch einen eisernen Vorhang des Schweigens unter gesellschaftliche Quarantäne zu halten, reden sie heute unaufhörlich darüber." Weiter heißt es zur internationalen Menschenrechtslage, Machthaber "schlagen verbal oder physisch auf Lesben, Schwule und Transmenschen ein, wollen damit aber auch die Freiheit aller treffen. Homophobe Machthaber wissen: Nicht die Homosexualität ist ansteckend, sondern der Wunsch nach Freiheit." Nach einer engagierten Diskussion verabschiedete der LSVD-Verbandstag das Berliner Manifest gegen Homophobie und Transphobie einstimmig.

Gastrede des neuen Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung

Begeistert empfing der LSVD-Verbandstag den neuen Beauftragten für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Christoph Strässer (SPD). Strässer zeigte in seiner Gastrede das Engagement des Auswärtigen Amtes für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender auf. Mit großer Sorge betrachte man die Situation von Homosexuellen und Transgendern in den Ländern, in denen eine staatliche Kriminalisierung zu einer Gefahr für Leib und Leben führen.

Deckungsgleich mit der Position des LSVD sieht Strässer hier Kürzungen von Mitteln in der Entwicklungshilfe nicht unkritisch. Strässer äußerte sich aber auch zu dem aus seiner Sicht ungenügenden Engagement der Bundesregierung bei der innenpolitischen Gleichstellung: Was im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zum Thema Gleichstellung steht, so Strässer, sei "vollkommen unbefriedigend". Und er machte deutlich: "Gerade in meiner Funktion kann ich mir nicht vorstellen, dass ich Gesetzen, die die volle Gleichstellung von Lesben und Schwulen fordern, nicht zustimme. Das können Sie später dann gerne nachprüfen, denn das werden ja sicherlich namentliche Abstimmungen sein".

Wahlaufruf zur Europawahl und Mahnung an katholische Kirche


Gruppenbild mit Fechterin: der neu komplettierte LSVD-Bundesvorstand (Bild: LSVD/Caro Kadatz)

Die Bedeutung des EU-Parlaments für die Rechte von LGBT in Europa betonte Bruno Selun vom Sekretariat der LGBT-Intergroup. Das EU-Parlament sei eine treibende Kraft für die Rechte von Lesben und Schwulen. Alle Abstimmungen zeigten eine klare politische Aufteilung: Die Abgeordneten der europäischen Sozialdemokraten, der Grünen, Linken und Liberalen stimmten stets für die Rechte von Lesben und Schwulen. Eine überwiegende Anzahl von Abgeordneten der europäischen Konservativen und Christdemokraten, die bislang größte Fraktion im Parlament, stellten sich regelmäßig dagegen. Die rechtspopulistischen EU-Gegner im Parlament lehnen Gleichstellung besonders massiv ab. Es sei deshalb elementar wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland, der stimmmächtigsten Wählergruppe der EU, aktiv an den Wahlen beteiligen.

Der LSVD unterstützt das Anliegen mit einem Wahlaufruf und der Resolution "Für ein Europa gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung – Die Europäische Union muss auch in Zukunft die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen (LSBTI) schützen".

Die weitere Resolution "Katholische Kirche muss Worten auch Taten folgen lassen: Verantwortung übernehmen für die Menschenrechte und gegen Diskriminierung" wendet sich an die deutschen Bischöfe und die römisch-katholische Kirche in Deutschland. Die Verantwortlichen werden aufgefordert, die Ausgrenzung von Homosexuellen und Transgender zu beenden, sich in der internationalen Arbeit gegen Verfolgung und Hass einzusetzen und die Diskriminierung im Arbeitsrecht zu unterlassen. (cw/pm)



#1 Deeper n deeperAnonym
  • 09.04.2014, 21:04h
  • Ihre Bilanz:

    Männliche Jugendliche, die sich ausschließlich als heterosexuell charakterisieren:

    1990: 84%

    2013: 85%

    Gleichgeschlechtliche Kontakte männlicher Jugendlicher:

    1980: 10%

    2006: 6%

    (Quellen: BZgA: Jugendsexualität; PARTNER 4)
  • Antworten » | Direktlink »
#2 schwarzerkater
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 heterosexismusAnonym
  • 10.04.2014, 13:20h
  • Antwort auf #2 von schwarzerkater
  • ist erschreckend!

    das produkt der totalen hegemonie und noch nie dagewesenen massenmedialen dauerflut heterosexistischer (vor-) bilder. ohne jede schwule gegenbewegung.

    vergleichend:

    "Meine sexuellen Phantasien/Träume beziehen sich ausschließlich auf das andere Geschlecht"

    1990:
    Weibliche Jugendliche: 73%
    Männliche Jugendliche: 84%

    2013:
    Weibliche Jugendliche: 58%
    Männliche Jugendliche: 85%

    Gleichgeschlechtliche Kontakte:

    1980:
    Weibliche Jugendliche: 8%
    Männliche Jugendliche: 10%

    2006:
    Weibliche Jugendliche: 13%
    Männliche Jugendliche: 6%

    (Partner 4 / BZgA Jugendsexualität)
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#7 ARD und ZDFAnonym
#8 wanderer LEAnonym
  • 10.04.2014, 21:51h
  • Antwort auf #6 von heterosexismus
  • Was fehlt, ist eine "Willkommenskultur" und Hilfen zum Coming-out für schwule Jungs und lesbische Mädels - und zwar gleich dann, wenn sie gebraucht werden, ab der Pubertät, und die geht los mit 11. Aber was haben wir stattdessen: Kaum holen alte Feinde sexueller Selbstbestimmung die Pädo-Keule raus, ziehen sich Homos ängstlich aus der Bildungsarbeit zurück. Das einzige, was heute funktioniert in dieser Richtung, sind individuelle, inoffizielle, als Geheimnis bis zur Volljährigkeit zu hütende Patenschaften. Der offizielle Umgang ist erbarmungsloser geworden als vor 30 Jahren. Wem konkret nützt denn die Arbeit des LSVD?
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