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Wladimir Sepúlveda war offenbar wegen seiner sexuellen Orientierung so sehr zusammengeschlagen worden, dass er an den Verletzungen starb

Im Oktober letzten Jahres erschütterte ein brutaler Überfall auf einen 21-Jährigen Chile. Nach einem halben Jahr im Koma ist das Opfer vor wenigen Tagen verstorben.

Wladimir Sepúlveda ist am Sonntag im Krankenhaus der Stadt Rancagua seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Das berichtet die Zeitung "La Tercera". Der junge Schwule war vor knapp einem halben Jahr aus Homo-Hass von mindestens vier Männern zusammengeschlagen worden und lag seither im Koma (queer.de berichtete).

Ein Sprecher der chilenischen Regierung sprach Freunden und Verwandten sein Mitgefühl aus: "Diese Tod zeigt, dass wir noch sehr viel mehr als Gesellschaft tun müssen." Man hoffe, "dass der Gerechtigkeit genüge getan wird und die Fakten auf den Tisch kommen".

Juristische Aufarbeitung schleppend

Sepúlvedas Familie und die LGBT-Organisation Movilh haben angekündigt, dass sie gegen alle Verdächtigen Anklagen wegen eines Hassverbrechens anstrengen wollen. Nur ein Jahr zuvor hatte das Parlament ein Gesetz beschlossen, das die Strafen für Verbrechen erhöht, die aus Hass auf Homosexuelle begangen werden. Grund war der Hass-Mord am Schwulen Daniel Zamudio (queer.de berichtete).

Bislang ist allerdings nur ein Mann wegen des Vorfalls angeklagt worden. Er behauptet, sich lediglich selbst verteidigt und Sepúlveda "nur sanft geschlagen" zu haben. Für Empörung unter LGBT-Aktivisten sorgte Richter Pablo Aceituno, der die Version des Angeklagten offenbar glaubte und entschieden hatte, dass es sich bei dem Fall nicht um ein Hassverbrechen handele.

Richter: Homofeindliche Hänseleien "normal"

Richter Aceituno behauptete etwa, dass es "normal" unter jungen Menschen sei, sich wegen ihrer sexuellen Orientierung während eines Streits zu hänseln. Der Angeklagte ist daher nicht in Untersuchungshaft, sondern steht lediglich unter Hausarrest. Movilh hat den Richter wegen seiner Haltung öffentlich kritisiert und erklärt, dass der Angeklagte lediglich sich und seine Komplizen decken wollte.

Die Täter hatten Sepúlveda im Oktober 2013 in San Francisco de Mostazal angegriffen, weil der junge Schwule Arm in Arm mit männlichen Freunden durch die Stadt gelaufen war. Sie beschimpften das Opfer zunächst als "Schwuchtel" und boxten Sepúlveda anschließend nieder. Am Boden liegend traten sie ihn mehrfach gegen den Kopf.

Kritik gab es auch an der langsamen Reaktion des Notfalldienstes, der mehr als eine halbe Stunde auf sich warten ließ. Außerdem hatte der erste behandelnde Arzt eine Fehldiagnose gestellt und Sepúlveda nur leichte Verletzungen attestiert. Die chilenische Regierung lässt den Vorfall untersuchen. (dk)



#1 JadugharProfil
  • 11.04.2014, 13:34hHamburg
  • Es ist in nahezu allen Ländern immer das Gleiche, wo eine eine Homophobie existiert, daß homophobe Täter in Schutz genommen werden und nahezu straffrei davonkommen. Jemand, der nach einen halben Jahr Märtyrium gestorben ist, soll ja nur ein wenig gestreichelt worden sein. Für mich war das ein feiger brutaler Haßmord einer sich überlegen fühlenden Gruppe, die ihn brutal gegen den Kopf getreten haben bis er im Koma war und schwerste Verletzungen davontrug!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 DominanzAnonym
  • 11.04.2014, 14:32h
  • "Richter Aceituno behauptete etwa, dass es "normal" unter jungen Menschen sei, sich wegen ihrer sexuellen Orientierung während eines Streits zu hänseln".
    Schon erstaunlich, dass ausgerechnet ein Richter mit den ungeschriebenen Regeln ausserhalb der juristischen Wirklichkeit argumentiert und seine Entscheidung zu begründen versucht. Bislang aber Heteromänner wie diese in Chile in den schwulen nur ein Idealopfer sehen werden, das ideal taugt, ihm gegenüber eigene Überlegenheit beweisen zu können, werden sogar beste Gesetze die Regel der männlichen Dominanz nicht austilgen können, die Triebe sind nun mal stärker als die Gesetze.
    davon können jetzt u.a. auch zahlreiche Mitarbeiter der britischen Abgeordneten im "House of Commons" offensichtlich ein Lied singen, die von ihren Arbeitgebern missbraucht wurden, so zumindest der neue Bericht von Channel 4.
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#4 machtspieleAnonym
#5 FelixAnonym
  • 11.04.2014, 18:14h
  • Schlimm!

    Wieder so ein sinnloser Tod...

    Und all die Hetzer aus Politik und Religion sind mitverantwortlich und haben genauso Blut an ihren Händen wie die Ausführer der Tag...

    Wie lange wird es wohl noch diesen unmenschlichen Homohass geben?

    Und wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen?
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#6 YannickAnonym
#7 RaffaelAnonym
  • 11.04.2014, 19:24h
  • Mit jedem Schwulen der ermordet wird, stirbt auch ein Teil von uns...

    Wer weiß, was der noch alles tolles hätte erleben können und was der noch alles für die Community hätte tun können.
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#8 Julian SAnonym
  • 11.04.2014, 19:25h
  • Ich kannte ihn nicht, aber diese Nachricht stimmt mich unendlich traurig...

    Wann wird dieser Wahnsinn endlich ein Ende haben.
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#9 Simon HAnonym
#10 LiddlProfil
  • 12.04.2014, 01:30hBraunschweig
  • Schlimm, aber Chile ist gar nicht so weit weg.
    Kelle, Kuby, Laun, Meves und Konsorten bereiten doch schon den Nährboden für die extremen Spinner vor, die auch hierzulande wieder "schwule klatschen" gehen. Gehen werden. Leider.

    Es gilt, diese giftigen Dämpfe zu binden und, noch bevor man wieder aufstehen muss, sich jetzt nicht gegenseitig zu beätzen (Berliner CSD).

    Auch in Erinnerung an Wladimir...
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