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  • 11.04.2014           32      Teilen:   |

Schul-Diskussion der FDP NRW

Kauch distanziert sich von Rülke

Artikelbild
Teilnehmer der Diskussion über Homosexualität in der Schule v.l.n.r.: Gabriele Bischoff (Arcus-Stiftung), René Oehler (Verband Schwule und Lesben in der Psychologie), Michael Kauch (LiSL), Susanne Schneider (MdL FDP), Bodo Busch (Lehrer an Kölner Berufskolleg) (Bild: Norbert Blech)

Bei einer Diskussion der FDP im NRW-Landtag kritisierte der schwule Politiker das Vorgehen seines Parteikameraden gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg.

Von Norbert Blech

Michael Kauch, der ehemalige schwule Bundestagsabgeordnete und aktuelle Bundesvorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL), hat das Eintreten des baden-württembergischen FDP-Fraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke gegen Aufklärung über sexuelle Vielfalt an der Schule kritisiert.

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Homosexualität und Schule im NRW-Landtag sagte Kauch am Dienstag, dass sich Rülke wie auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Hauk mit einem Grußwort an die Teilnehmer der bereits dritten Demo gegen den Bildungsplan gewandt hatte, sei "keine strategische Glanzleistung". Die Haltung von Rülke werde "weder von der Bundes-FDP noch von der FDP in Nordrhein-Westfalen geteilt".

Youtube | Die Grußworte von Rülke und Hauk bei der Demo vom Samstag liegen inzwischen auch als Video vor (ab 30:30)
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Als Oppositionspartei in der Verantwortung

Michael Kauch sprach engagiert über die Anliegen von LGBT-Schülern. Mit der CDU hat er jedoch einen unsicheren Partner. - Quelle: nb
Michael Kauch sprach engagiert über die Anliegen von LGBT-Schülern. Mit der CDU hat er jedoch einen unsicheren Partner. (Bild: nb)

Zu der Podiumsdiskussion im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2014 hatte die NRW-Landtagsfraktion der FDP selbst geladen. Sie fand aus Platzgründen im Sitzungssaal der CDU statt, geschmückt mit Kreuz und Porträts "verdienter" Politiker wie dem letzten CDU-Ministerpräsidenten des Landes, Jürgen Rüttgers.

Als Schwarz-Gelb unter Rüttgers 2005 die Macht in NRW übernommen hatte, war dies selbst zu Lasten der Aufklärung über Homosexualität gegangen: Eine Handreichung für Lehrer zum Thema wurde aus dem Verkehr gezogen (queer.de berichtete). Dies sei die Verantwortung der CDU in der Koalition gewesen, sagte Kauch dazu. Er sagte nicht, ob sich die FDP bei erneuter Regierungsverantwortung mit dem Lieblingspartner mehr für die Sache einsetzen würde.

Immerhin hat die Partei in der Opposition kürzlich für Homo-Rechte gestimmt, nur die Union enthielt sich bei einem Antrag, die Verfolgung von LGBT in der Bundesrepublik zu erforschen (queer.de berichtete). Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Angela Freimuth sagte bei der Podiumsdiskussion, dass man auch weitere Initiativen unterstützen würde, etwa im Bereich der Bildung.

Alarmierende Berichte

René Oehler (l.) und Bodo Busch erzählten vom Schulalltag
René Oehler (l.) und Bodo Busch erzählten vom Schulalltag (Bild: nb)

Denn alarmierend ist es weiterhin, was man von schwulen und lesbischen (und noch viel zu wenig: von Trans-)Jugendlichen zu hören bekommt. René Oehler vom Verband von Lesben und Schwulen in der Psychologie referierte, während die größte Sorge bei heterosexuellen Schülern schlechte Note seien, hätten schwule und lesbische Jugendliche die größte Angst vor Ablehnung. Die Sorge ist leider nicht unbegründet: Durch ein Coming-out gingen noch immer ein Drittel bis zur Hälfte der Freunde verloren, so Oehler.

Mit 14 ahnten die meisten Jugendlichen etwas über sexuelle Orientierung, mit 17 seien sich die meisten sicher – eine Entwicklung mitten in der Schulzeit, die mit einem Anstieg von Suizid-Gedanken einhergeht. Zugleich outete sich noch heute jeder zweiter Schwule bis 25 nicht bei seinem Vater. Es sei wichtig, das Thema Homosexualität in der Schule aufzugreifen, so Oehler – aber nur, wenn der Lehrer seine Akzeptanz in einer positiven Grundhaltung vermittle und ausreichend informiert sein. "Gayfriendly reicht nicht".

Von den für die Runde vorgesehenen zwei Lehrern hatte einer absagen müssen, aber Bodo Busch vom Richard-Riemerschmid-Berufskolleg in Köln erfüllte die Rolle des informierten Ansprechpartners durchaus. In jeder zweiten oder dritten Klasse gebe es LGBT-Schüler, erklärte er die Notwendigkeit des Handels. Seine Schule ist einer der Projektpartner von "Schule ohne Homophobie" – am Dienstag war bereits im Schulministerium eine Ausstellung mit von seinen Schülern erstellten Plakaten zum Thema eröffnet worden (queer.de berichtete).

Die bisher sieben Schulen und Berufskollegs im Projekt müssen unter anderem ein entsprechendes Schild aufhängen, eine Selbstverpflichtung unterschreiben, Ansprechpartner für Schüler benennen und Lehrer weiterbilden. So hatte die Schule das Aufklärungsprojekt Schlau etwa nicht nur in Klassen, sondern auch ins Kollegium eingeladen. Busch beklagte, dass sich an dem Projekt weniger Schulen beteiligen als an "Schule ohne Rassismus".

Auch Kauch nannte das Projekt "Schule ohne Homophobie" eine hevorragende Initiative, die aber ein "Tropfen auf dem heißen Stein" sei. NRW müsse noch viel mehr tun, in Schulbüchern oder der Lehrerausbildung etwa. Auch dürfe die Aufklärung nicht an einzelnen engagierten Lehrern hängen, sondern müsse von oben herab kommen, so Kauch. Die Aufgabe sei wichtig und werde bleiben: "Wir wüssen Toleranz in jeder neuen Generation neu lehren".

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Tags: hirschfeld-tage, schule, fdp, michael kauch, schule ohne homophobie
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Reaktionen zu "Kauch distanziert sich von Rülke"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
11.04.2014
19:53:53


(+8, 10 Votes)

Von Felix


Jaja, die EU-Wahl und die NRW-Kommunalwahlen rücken näher. Da entdeckt die FDP wieder mal die Schwulen...


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#2
11.04.2014
19:55:05


(+8, 10 Votes)

Von Yannick


"Kauch distanziert sich von Rülke"

Bla bla bla...

Wie immer bei der FDP: viel Gerede, aber in der Praxis kämpft die FDP munter weiter gegen den Bildungsplan.


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#3
11.04.2014
19:55:51


(+8, 10 Votes)

Von Timon


Die FDP produziert mal wieder heiße Luft.


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#4
11.04.2014
19:57:43


(+9, 11 Votes)

Von Simon H


Herr Kauch hat monatelang zum Kampf der FDP gegen den Bildungsplan und das Schüren von Ängsten durch das Verbreiten von Lügen geschwiegen!

Wieso findet er erst jetzt seine Sprache wieder?

Achja, es stehen Wahlen vor der Türe...

Die FDP ist echt sowas von durchschaubar...


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#5
12.04.2014
00:59:52


(+7, 7 Votes)

Von Liddl
Aus Braunschweig (Niedersachsen)
Mitglied seit 01.04.2014


Die Ablehnung der Bundes-FDP hätte Herr Kauch gar nicht erwähnen müssen, denn die FDP IST BUNDESPOLITISCH BEDEUTUNGSLOS und BLEIBT das wie es scheint auch. In NRW stellt sich das etwas anders da, da sie, genau wie in BaWü (noch) im Landtag vertreten ist.

Bei denen ist halt alles "ehemalig". Und wenn die "ehemaligen" kritisieren, mag das in NRW noch auffallen. Bundespolitisch verschwindet die Partei mehr und mehr aus der Wahrnehmung der Bürger... lasst sie ruhig ihr Fähnlein nach dem Wind hängen, den Herrn in BaWü mit den Homohassern, den Herrn Kauch als "ehemaligen", der sich wohl erst mit seiner Rolle als "Ehemaliger" abfinden muss. Das wird bundespolitisch nix mehr, erst recht nicht, wenn eine Partei in Bürgerrechtsfragen so wankelmütig auftritt, sich diese Rechte aber immer wieder auf ihr blau-gelbes Fähnlein schreibt und sich damit der Lächerlichkeit preisgibt.

Sorgen bereitet auch mir die AfD, da sie sich genau wie die FDP zu einem kuriosen Haufen aller möglichen dubiosen Gestalten entwickelt, die man (noch) nicht richtig einschätzen kann. Hier im Forum AfD- Fans, in der Partei offen Homophobe und allerlei Undurchsichtiges, aber Neoliberales.
Und genau diese Extremform des Neoliberalen, verkörpert durch Dr. Guido Westerwelle, wollten die Wähler nicht und deswegen haben sie die Partei bei der letzten Wahl in die Wüste geschickt.

Bloß dass die AfD die Stimmen (leider) bekommen wird und die FDP eben nicht mehr.
Da, wo früher die FDP die Stimmen der Frustrierten, Nicht-Ernstgenommenen und CDU- Koalitionsretter bekommen hat, ist dies heute die AfD. Wobei letztere vielleicht gar keine Koalition mit der CDU wollen, man kann sie nicht einschätzen.

Nicht, dass Genschers Saunaofen demnächst aus Verzweiflung tatsächlich noch Feuer fängt


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#6
12.04.2014
08:11:45


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Grinsekatze hat gesprochen!


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#7
12.04.2014
13:06:37


(-6, 8 Votes)

Von Oliver42


Herr Rülke ist halt eine Einzelmeinung in der FDP. Der Bundesvorstand der FDP und so bedeutende FDP-Verbände wie der Landesverband Berlin oder Landesverband NRW haben sich vom Verhalten Rülkes distanziert und dieses kritisiert. Selbst in der FDP-Baden-Württemberg hat Rülke von den Jungen Liberalen einen Rüffel erhalten.


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#8
12.04.2014
13:14:13
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Alex


Würde Herr Kauch es ernst meinen, hätte er den Kampf der FDP von Anfang an kritisiert.

Aber er macht das erst jetzt, kurz vor der Wahl, weil wahrscheinlich die Umfragen für ihn nicht so toll sind und da kann man es ja nochmal mit den Schwulen versuchen, die sich vor Wahlen immer so schön verarschen lassen. Vielleicht lassen sich da noch ein paar Stimmen rausholen.


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#9
12.04.2014
13:20:26
Via Handy


(+4, 6 Votes)

Von Gerrit


Herr Kauch,

halten Sie uns wirklich für so dumm?

Sie müssen uns wohl für komplett verblödet halten, wenn Sie glauben, wir würden uns so leicht verarschen lassen.


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#10
12.04.2014
13:47:37


(+4, 6 Votes)

Von Carsten AC


Wie jeder in der Lügner- und Betrügerpartei FDP ist auch Michael Kauch an Scheinheiligkeit und Verdorbenheit nicht mehr zu überbieten...


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