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Mit Funk, Soul, Afrobeat und Motown

Kelis bittet zu Tisch


Vom Kirchenchor zu eine der großen Sängerinnen der Hip-Hop- und R&B-Szene: Kelis (Bild: Olivia Malone)

Auf ihrem neuen, rundum gelungenen Studioalbum "Food" singt die US-Musikerin über Frühstück, Rippchen und Kekse mit Bratensoße.

Von Michael Thiele

"Hi guys, are you hungry? My mom made food." Mit diesen zauberhaften Worten, gesprochen von Kelis' 4-jährigem Sohn Knight, beginnt "Food", das neue Album der US-amerikanischen Musikerin. Und das bedeutet nach Ausflügen in so unterschiedliche Genres wie Dance, Hip Hop und House wieder eine neue Richtung: Kelis macht nunmehr in Funk, Soul, Afrobeat und Motown.

Wer jetzt einen lauen Aufguss alter Stile erwartet, hört am besten einfach rein in die 13 wunderbaren Songs auf Kelis' sechstem Studiowerk. Die sind klassisch instrumentiert mit Bass, Gitarre, Schlagzeug und vielen Bläsern und klingen trotz musikhistorischer Zitate nicht altbacken, sondern ganz und gar gegenwärtig, auch weil sich hier und da ein schöner Synthesizer rein schummelt, etwa in das unverschämt eingängige "Forever Be".

Auf "Food" gibt es nicht einen Ausrutscher


Kelis' neues Album "Food" erscheint am 18. April via Ninja Tune / Rough Trade

Der Sound ist – passend zur rauchigen Stimme der Sängerin – angenehm roh, die Songs nicht kompliziert. Vielmehr wiederholen und variieren sie bestimmte Melodien oder Verse und bestechen durch ihren lockeren Jam-Charakter. Und, was das allerbeste ist: Auf "Food" gibt es nicht einen Ausrutscher, und das muss man erst mal schaffen.

Wie der Titel andeutet, dreht sich vieles ums Essen. Bei den Aufnahmen im sonnigen Los Angeles hat die gelernte Köchin Kelis jeden Tag für alle Künstler gekocht. Tatsächlich sagt die 34-Jährige laut Pressemitteilung, dass Musik in ihrem Leben den gleichen Stellenwert wie Essen einnehme. Warum also nicht beides miteinander verbinden? Dementsprechend tragen viele Songtitel den Namen von Gerichten. Auf Kelis' Speiseplan stehen "Breakfest", "Jerk Ribs", "Friday Fish Fry", "Biscuits ʼnʼ Gravy" und "Cobbler". Gemampft werden also Frühstück, marinierte Grillrippchen, Freitag gibt's gebratenen Fisch, außerdem Kekse mit Bratensoße und deftigen Obstkuchen.

Neben dem Essen singt Kelis vor allem über das Leben, über zwischenmenschliche Beziehungen und wie unsicher die manchmal sein können. Am unmissverständlichsten wohl in "Bless the Telephone", einer zweieinhalbminütigen Liebeserklärung an das Telefon. Im Original vom britischen Dichter und Songwriter Labi Siffre stammend, trägt Kelis hier eine schlichte Gitarrenballade mit bewegend wahrer Botschaft vor. Sie singt, es sei so schön die Stimme des anderen zu hören oder ein "Ich liebe dich". Und sei es nicht seltsam, wie ein Anruf einen Tag verändern könne, einen nicht mehr allein fühlen lasse?

Spätestens an dieser Stelle wird klar: "Food" verströmt ein ganz wunderbares Gefühl von Stärke, Liebe, Kraft, Wärme, Unabhängigkeit und Authentizität.

Youtube | Offizielles MV zum Song "Rumble"