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Obwohl 15 Jahre Haft auf Homosexualität steht, bezeichnet Regierungssprecher Redwan Hussein gleichgeschlechtliche Liebe als wenig schwerwiegendes "Verbrechen"

Die äthiopische Regierung schreckt doch davor zurück, die Gesetze gegen Homosexualität zu verschärfen. Eine homofeindliche Demonstration wurde deshalb verboten.

Leichte Deeskalation in Äthiopien: Die autoritäre Regierung hat angekündigt, nicht aggressiver gegen Schwule und Lesben vorzugehen. Auch eine von einer christlichen Organisation und einer Jugendgruppe der Regierungspartei geplante Demonstration gegen Schwule und Lesben wurde abgesagt. Die Protestaktion sollte am 26. April in der Hauptstadt Addis Abbeba stattfinden und wäre die erste Kundgebung gegen Homosexuelle im Land gewesen (queer.de berichtete).

Damit tritt der ostafrikanische Binnenstaat nicht in die Fußstapfen von Uganda und Nigeria – in diesen Ländern wurde mit Unterstützung der Öffentlichkeit die Jagd auf sexuelle Minderheiten verschärft.

"Das ist kein schwerwiegendes Verbrechen", begründete Regierungssprecher Redwan Hussein die neue Position gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Derzeit steht in Äthiopien auf Homosexualität 15 Jahre Haft. Redwan weiter: "Homosexualität ist nicht so weit verbreitet, wie bestimmte Leute behauptet haben. Sie ist ja schon ein Verbrechen und es gibt schon eine Strafe dafür. Die Regierung glaubt, dass die augenblicklichen Gesetze genug sind."

Kirchen fördern Homophobie

In den letzten zwei Monaten gab es in den staatlich gelenkten Medien immer wieder Berichte darüber, dass sich die Zahl der homosexuellen "Zwischenfälle" erheblich erhöht habe. Auch Gruppen innerhalb der christlichen Kirchen haben sich zuletzt vermehrt gegen Homosexualität positioniert. Dabei erhielten sie insbesondere finanzielle Unterstützung von evangelikalen Gruppen aus den USA.

Die Homophobie unter Christen wird von allen großen Kirchen gefördert: So forderten etwa 2008 der katholische Erzbischof, der anglikanische Bischof und ein Dutzend weitere Geistliche die Regierung auf, das Homo-Verbot in der äthiopischen Verfassung zu verankern. Sie warfen Homosexuellen vor, für eine Zunahme der sexuellen Übergriffe auf Kinder verantwortlich zu sein. Laut einer Umfrage des Pew Global Attitudes Project aus dem Jahr 2007 glauben 97 Prozent der Äthiopier, dass Homosexualität von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden dürfe.

Äthiopien gehört mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von ca. 500 US-Dollar zu den ärmsten Ländern Afrikas. Der Außenhandel besteht im Wesentlichen aus dem Export von Kaffee. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 timpa354Ehemaliges Profil
#3 JadugharProfil
  • 17.04.2014, 16:44hHamburg
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Die Angst vor wirtschaftlichen Sanktionen in diesen hungergeschüttelten Land ist doch viel größer als Homophobie. Abgesehen wurde Äthiopien nicht in den letzten und vorletzten Jahrhundert missioniert, so daß die Bevölkerung schon ziemlich lange die christlichen Sekten kennt, von der sie sich nicht mehr so leicht ein X für ein U vormachen läßt.
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#4 JadugharProfil
  • 17.04.2014, 16:53hHamburg
  • Redwan Hussein hätte mal sagen sollen, daß Homosexualität gar kein Verbrechen ist, weil es das Gebot, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selber, entgegenkommt. Die verhängten Strafen gegen Homosexualität ist ein schwerwiegendes Verbrechen, weil man dann logischerweise auch Strafen gegen jede Form von Sexualität verhängen müßte.
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#5 FinnAnonym
  • 17.04.2014, 18:06h
  • Da sieht man wieder mal, dass wirtschaftliche Sanktionen bzw. nur schon deren Androhung sehr wohl etwas bewirken.

    Viele Leute behaupten ja immer, das würde nichts bringen oder sogar schaden, aber hier sieht man, dass das sehr wohl etwas bringt.
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#6 myysteryAnonym
#7 YannickAnonym
#8 PeerAnonym
  • 17.04.2014, 18:56h
  • "Die Homophobie unter Christen wird von allen großen Kirchen gefördert: So forderten etwa 2008 der katholische Erzbischof, der anglikanische Bischof und ein Dutzend weitere Geistliche die Regierung auf, das Homo-Verbot in der äthiopischen Verfassung zu verankern. Sie warfen Homosexuellen vor, für eine Zunahme der sexuellen Übergriffe auf Kinder verantwortlich zu sein."

    Die Katholen frohlocken mal wieder und verkünden die frohe Botschaft...

    Dass gerade die Kinderschänder-Sekte anderen vorwirft, für sexuellen Missbrauch von Kindern verantwortlich zu sein, ist echt an Perversität und Fakten-Verdrehung nicht mehr zu überbieten...
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#9 RobinAnonym
  • 17.04.2014, 19:00h
  • Es geht nicht nur darum, die Gesetze nicht noch weiter zu verschärfen, sondern darum, die Illegalität komplett abzuschaffen.

    Es ist egal, ob leichtes oder schweres Verbrechen, das sollte gar kein Verbrechen sein.

    Solange in einem Land Liebe illegal ist, sollten dort gar keine Gelder hinfließen!
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#10 HinnerkAnonym
  • 17.04.2014, 19:10h
  • Keinen Cent in Staaten, wo Homosexualität illegal ist - egal ob "leichtes" oder "schweres" Verbrechen...
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