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  • 14. Dezember 2004, noch kein Kommentar

Musical-Goldkehlchen Anna Maria Kaufmann ("Phantom der Oper") hat ein neues Album: "Private Moments". queer.de hat es getestet.

Von Jan Gebauer

Nach vielen großen Rollen im Bereich Oper ("Mikado") und Musical ("Phantom der Oper", "Evita") präsentierte die gebürtige Kanadierin Anna Maria Kaufmann am 8. November erstmals ein eigenes Konzert-Programm: "Private Moments". In diesem Soloprogramm, das 2005 fortgesetzt wird, blickt sie auf 20 Jahre Karriere zurück. Die musikalische Reise durch das Leben von Anna Maria Kaufmann basiert auf einem klassischen Konzertformat, das einer modernen Inszenierung folgt. Ebenso vielgestaltig wie die Inszenierung ist das Repertoire des Abends: klassische Opern-Arien wechseln mit bekannten Musical-Hits, Crossover-Songs reihen sich an bisher unveröffentlichte Lieblingslieder der Künstlerin. Dieses Konzept verfolgt logischerweise auch das dazugehörige Album "Private Moments". Die Sopranistin legt das Augenmerk aber hauptsächlich auf gediegene Pop-Musik oder getragene Schmacht-Balladen.

Genau genommen ist "Private Moments" eine Art "Best of", denn viele Titel der CD waren bereits auf früheren Veröffentlichungen von Frau Kaufmann zu hören. Da wäre zum Beispiel das sehr schöne Duett mit Barry Manilow "Could It Be Magic", eine seiner Glanznummern aus dem Jahre 1971 (ein Hit war es aber erst 1975). Bereits 1992 waren beide mit dem Lied auf Kaufmanns Debüt-Album "Anna Maria Kaufmann" zu hören. Auch "Running With A Dream", das Duett mit Joey Tempest und offizieller Song der deutschen Fußball-Mannschaft zur Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich, ist wohl bekannt und könnte dem einen oder anderen noch im Ohr klingen. Nicht zu vergessen "Don't Cry For Me Argentina" aus dem Musical "Evita", ebenfalls 1992 auf ihrem Debüt enthalten. Einiges bei Anna Maria Kaufmanns Ausflügen ins Pop-Fach erinnert an Sarah Brightman. Nicht nur, dass die beiden ähnliche Musicals spielen (Brightman war ebenfalls in "Phantom der Oper" zu sehen), nein, auch die Verknüpfung zwischen Pop und Oper bei "Vincerò" mit Piero Mazzochetti erinnert an die britische Kollegin. Wo Brightman aber gerne kreative Querschläger liefert (die Alben "Eden" oder "Harem" mit Weltmusik-Einflüssen seien da genannt), bleibt Kaufmann konventionell und verlässt sich hauptsächlich auf zarte, meistens süßliche Interpretationen erfolgreicher Chart-Hits der letzten 20 Jahre wie "Kiss From a Rose" (von Seal), "Heaven" (von Bryan Adams) oder "The Power of Goodbye" (von Madonna). Der direkte Vergleich mit Céline Dion bei "The Reason" bekommt Kaufmann allerdings nicht so gut – dünn bleibt ihr Sopran am Ende im Bombast hängen – der Song an sich bleibt aber toll. Dabei trieft es nirgends so schön, wie bei ihren eigenen Songs, beispielsweise "Eternally" (Anfang 2004 bereits als Single erschienen). Da flackern die Feuerzeuge im Konzert gewiss hell und strahlend auf.

14. Dezember 2004