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Den jungen Pfadfindern wird beigebracht, Fahne, Gott und Vaterland zu lieben - bei Schwulen und Lesben hört die Liebe aber auf (Bild: Steven Depolo / flickr / by 2.0)

Die Boy Scouts of America gehen weiterhin gnadenlos gegen schwule Mitglieder vor: Jetzt hat der Verband den Bannstrahl gegen eine ganze Pfadfindergruppe verhängt, die an ihrem schwulen Gruppenführer festgehalten hatte.

Die Dachorganisation der US-Pfadfinder hat eine Mitgliedsorganisation aus Rainier Beach im Bundesstaat Washington ausgeschlossen. Das Vergehen der 15 Pfadfinder zählenden Gruppe der United Methodist Church: Sie weigerte sich, den 49-jährigen Gruppenführer Geoffrey McGrath zu feuern. Die Boy Scouts of America hatten aber vor zwei Wochen die sofortige Entlassung von McGrath gefordert, nachdem die Dachorganisation von seiner Homosexualität erfahren hatte. Anlass war ein Zeitungsbericht über die Pfadfindergruppe, der insbesondere Zuwanderer und sozial Schwächere angehören. In ihm wurde auch erwähnt wurde, dass McGrath einen Ehemann hat.

McGrath zeigte sich zunächst über den Rausschmiss überrascht, weil er die Boy-Scout-Führung von Anfang an über seinen Familienstand informiert habe. Am Montag bekräftigte Methodisten-Pfarrerin Monica Corsaro gegenüber lokalen Medien, dass ihre Kirche den Pfadfinderführer nicht wegen dessen sexueller Orientierung entlassen werde, weil er sich nichts zuschulden habe kommen lassen: "Geoffrey besucht unsere Kirche und unterstützt die Jugendlichen in unserer Nachbarschaft."

Daraufhin bestätigte die Führung der US-Pfadfinder den Ausschluss der homofreundlichen Methodisten-Kirche: "Weil sich die Kirche nicht länger an die Regeln der Boy Scouts of America hält, darf sie nicht länger ein Pfadfinder-Programm anbieten", so Boy-Scouts-Sprecher Deron Smith. "Wir bedauern diesen Schritt". Damit darf die Gruppe das Logo oder die Kleidung der Pfadfinder nicht mehr benutzen und sich auch nicht mehr "Scouts" nennen. Pfarrerin Carsaro hat angekündigt, das Programm unter anderem Namen weiterzuführen.

Youtube | Die Lokalnachrichten berichten über den Vorfall

Nur schwule Jugendliche für Boy Scouts akzeptabel


Auf der Informationstafel der Methodisten-Kirche ist zu lesen: "Wir sind an der Seite von Geoff"

Damit schwelt der Kampf um Homosexualität weiter bei den amerikanischen Pfadfindern: Die Dachorganisation hatte nach langer Debatte erst im vergangenen Jahr Schwulen unter 18 Jahren erlaubt, Mitglieder im Verband zu werden (queer.de berichtete). Zuvor mussten Pfadfinder generell heterosexuell sein. Sobald ein Schwuler nach der aktuellen Regelung volljährig wird, muss er die Pfadfinder verlassen. Die als gemeinnützig eingestufte Pfadfinder-Organisation begründet die Diskriminierung mit ihren christlichen Wurzeln. Neben erwachsenen Schwulen dürfen beispielsweise auch keine Atheisten Pfadfinder werden.

Das Verbot von Homosexuellen bei den Pfadfindern war 2000 vom Supreme Court für verfassungsgemäß erklärt worden. Die Richter argumentierten mit fünf gegen vier Stimmen, dass die Pfadfinder als eingetragener Verein ihre Mitglieder eigenständig aussuchen und bestimmte Gruppen diskriminieren dürften, obwohl sie als gemeinnütziger Verein erhebliche Steuersubvention erhalten.

Die meisten der Pfadfinder-Organisationen in den USA werden von Kirchen betrieben, von denen die meisten Homosexuelle als Sünder ablehnen. Rund ein Viertel aller religiösen Gruppen gehören etwa der LGBT-feindlichen Mormonen-Kirche an. Derzeit gibt es rund drei Millionen jugendliche Mitglieder sowie eine Million Erwachsene.

Im Gegensatz zur männlichen Organisation diskriminieren die Pfadfinderinnen, die "Girl Scouts of the USA", nicht aufgrund der sexuellen Orientierung. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.04.2014, 15:19h
  • Möchte nicht wissen, wieviele Schrankschwule sich in dieser Organisation befinden!
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#2 grinsekatzeAnonym
#3 FelixAnonym
  • 22.04.2014, 15:24h

  • Es muss endlich Gesetze geben, die solche menschenverachtenden Diskriminierungen verbieten.
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#4 GerritAnonym
  • 22.04.2014, 15:27h

  • Da wird eine ganze Gruppe bestraft, weil sie solidarisch ist und echte Werte lebt, statt diesen fundamentalistischen Mist mitzumachen.
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#5 panzernashorn
  • 22.04.2014, 15:58h
  • Antwort auf #4 von Gerrit
  • Ich freue mich für jeden Jugendlichen, der vor solchem Mist und derartigen fragwürdigen "Werten" verschont bleibt.

    Mehr eigenständiges Denken anstatt pfadfinderischer Hirnwäsche!
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#6 puschelchenProfil
  • 22.04.2014, 16:00h irgendwo in nrw

  • "Wir bedauern diesen Schritt"

    Aber klar doch, glaub ich aufs Wort.:D

    Besonders perfide finde ich die "ab 18-Regel". Wer sich sowas einfallen lässt, sollte bis an sein Lebensende täglich drei Ohrfeigen bekommen, jeweils nach den Mahlzeiten.
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#7 monstermausAnonym
#8 katzengrinserAnonym
#9 more is moreAnonym
  • 22.04.2014, 16:41h
  • Antwort auf #7 von monstermaus
  • Seit 1921 arbeitete er gemeinsam mit Lenins Frau Nadeschda Krupskaja und dem Kommissariat für Volksbildung (Narkompros) an einer Möglichkeit, die Methoden der Pfadfinderbewegung an die Erfordernisse einer sowjetischen Kinderorganisation anzupassen.

    Auf Schukow und die Moskauer Gruppe Brüder des Feuers rund um Nikolai Fatjanow gehen die Bezeichnung Pionier, sowie die Übernahme des Pfadfindergrußes ! ! Sei bereit! Immer bereit! zurück. Die Moskauer Pfadfinder verabschiedeten am 13. Mai 1922 - zu einem taktisch günstigen Zeitpunkt wenige Tage vor der Allrussischen Konferenz des Kommunistischen Jugendverbandes - eine Deklaration der Scoutmaster der Stadt Moskau zur Frage der Schaffung einer Kinderbewegung in der RSFSR. Darin schlugen sie vor, als Fundament der neuen kommunistischen Kinderbewegung das System Scouting zu benutzen und die neue Organisation als Junge Pioniere zu bezeichnen. Es gelang ihnen dadurch ein entscheidender Perspektivenwechsel im öffentlichen Diskurs über die russische Pfadfinderbewegung. Sie wurde fortan nicht mehr als dem Komsomol entgegengesetzte Scout-Organisation betrachtet, sondern als System Scouting einer neuen Kinderbewegung zugrunde gelegt.

    de.wikipedia.org/wiki/Pionierorganisation_Wladimir_Iljitsch_
    Lenin
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