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  • 23.04.2014           3      Teilen:   |

Berlin

HIV im Sport: Bruisers gegen "irrationale Ängste"

Artikelbild
In ungefähr fünf Sekunden liegen die Jungs übereinander... (Bild: Berlin Bruisers)

Das schwule Berliner Rugby-Team veranstaltet im Mai das erste große Turnier und wirbt dabei besonders für HIV-Prävention, wie ein Sprecher der Bruisers im queer.de-Interview erklärt.

Vom 23. bis zum 25. Mai veranstalten die Berliner Bruisers ihr Turnier Bash-About. Dabei setzt sich der Verein besonders für HIV-Aufklärung in der Szene ein und wurde dafür sogar von der Initiative "Sportler gegen Stigma" des BioPharma-Unternehmens AbbVie ausgezeichnet (queer.de berichtete). Bruisers-Spieler Jens erklärt im queer.de-Interview mit Dennis Klein, warum sich die Rugby-Jungs vor allem diesem Thema verschrieben haben.

queer.de: Ihr engagiert euch bei "Sportler gegen Stigma". Wie kam es dazu?

Jens: Wir haben den Wettbewerb von AbbVie im Internet gefunden und wollten sofort teilnehmen, da wir in Berlin präsent sind mit Aktionen gegen Homophobie und Ausgrenzung. Damit wollten wir unser internationales Rugby-Turnier "Bash-About" auf solide Beine stellen. Dort haben sich bereits rund 200 Spieler aus 30 Ländern registriert.

Die "Sportler gegen Stigma"-Jury hat euch dann auf den zweiten Platz gewählt, was euch 5.000 Euro für euer Turnier eingebracht hat. Wie wollt ihr das Thema dort umsetzen?

Es wird Poster und Transparente über HIV geben. Wir konnten auch die Präventionsgruppe Mancheck für eine Zusammenarbeit gewinnen, die abends in Berlin in die Szene geht, aufklärt und Kondome verteilt. Tagsüber wird uns auf dem Rugby-Turnier die Berliner Aids-Hilfe unterstützen. Wir haben beispielsweise eine Tombola vorbereitet, deren Erlöse lokalen Präventionsorganisationen zugute kommt, sowie eine symbolische Aktion, bei dem wir die Spieler auffordern, kleine rote Aufkleber auf eine große, anfänglich noch weiße Schleife zu kleben, so dass sie im Laufe des Tages zur roten Schleife wird.

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Jens: "Wir haben auch einen besseren Zugang zu Menschen, weil man im Freizeitsport leichter über private Dinge reden kann als etwa bei der Arbeit" - Quelle: Berlin Bruisers
Jens: "Wir haben auch einen besseren Zugang zu Menschen, weil man im Freizeitsport leichter über private Dinge reden kann als etwa bei der Arbeit" (Bild: Berlin Bruisers)

Warum habt ihr euch eigentlich das Thema HIV ausgesucht?

Die HIV-Raten sind in der schwulen Szene noch immer höher als unter Heterosexuellen. Wir als Bruisers wollen zeigen, dass man damit sehr offen umgehen kann. Wir haben auch einen besseren Zugang zu Menschen, weil man im Freizeitsport leichter über private Dinge reden kann als etwa bei der Arbeit. Dieses selbstbewusste Auftreten wollen wir auch anderen Mannschaften vermitteln und zeigen, dass es keinen Grund gibt, eine Infektion zu verheimlichen oder irrationale Ängste gegenüber HIV-positiven Mitspielern zu haben.

Ich finde, dass das ein sehr wichtiges Thema ist, über das man in der Szene nur sehr ungern spricht. Einige verheimlichen ihre Infektion, was die Sache nicht einfacher macht. Wir versuchen, ein Stück "Normalität" hineinzubringen – man sollte über HIV sprechen wie über andere Erkrankungen, ohne Befürchtungen oder Scham haben zu müssen. Bei HIV denken manche Menschen, auch in der Community, dass es noch ein automatisches Todesurteil ist. Und das ist in Deutschland, wenn man sich drum kümmert, einfach nicht mehr so.

Rugby ist ja ein sehr kontaktreicher Sport. Gibt es dort Bedenken wegen HIV?

Ja, man ist ja dicht beieinander. Aber für unser Team ist das kein Problem. Wir haben einige HIV-positive Spieler im Team, wissen aber, dass über Schweiß kein HIV übertragen wird. Der andere Punkt sind Verletzungen, die beim Rugby auf der Tagesordnung stehen. Es gibt viele Schürfwunden, aber die bilden ein sehr geringes Risiko und es reicht häufig schon ein Pflaster. Bei größeren Verletzungen haben wir unseren Erste-Hilfe-Koffer, der perfekt ausgestattet ist.

Wir reden auch nach dem Training bei einem Bier darüber, besonders neue Mitspieler fragen dann nach – manche vorsichtig, weil sie selber positiv sind und sich nicht trauen, sich zu outen. Das gibt vielen auch mehr Selbstbewusstsein. Und am Ende ist es ja egal, ob ein Spieler schwul oder hetero ist, HIV-positiv oder -negativ oder ob er aus Amerika, Rumänien oder Australien stammt.

Links zum Thema:
» Berlin Bruisers
» Sportler gegen Stigma
Mehr zum Thema:
» Erster internationaler Sieg für Berlin Bruisers (27.05.13)
» Erstes schwules Rugby-Team veröffentlicht sexy Kalender (21.11.12)
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Tags: sport, rugby, bruisers, hiv, prävention
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Reaktionen zu "HIV im Sport: Bruisers gegen "irrationale Ängste""


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.04.2014
19:45:00


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Toll, dass sie sich für HIV-Prävention so engagiert einsetzen!


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#2
23.04.2014
19:58:00


(+3, 5 Votes)

Von sperling


endlich mal eine gute nachricht, die hoffnung macht. bitte mehr davon!


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#3
06.05.2014
14:32:53


(+1, 1 Vote)

Von jhgk


Die HIV Anzahl bei Heteros ist erschrekend hoch , vor allem Dingen ,die Dunkelziffer,deshlab sollten LGBT's nicht immer so tun , als sei man nur selbst davon betroffen! Tut auch nicht gut , gerade LGBT-Rechte Kritiker wissen das zu schätzen und nutzen HIV ,um gegen Rechte von LGBT's mobil zu machen.

Heterosexuelle sind oftmals late presenter und die Testhäufigkeit soooo gering.

AnonymousApril 25, 2014 at 5:27 PM

Many heterosexuals remain undiagnosed until testing is prompted by HIV-related symptoms late in the course of illness. Around two thirds of those with heterosexually acquired infection are being diagnosed late with a CD4 count of less than 350 cells/mm3.[4]
Link zu www.patient.co.uk

AnonymousApril 25, 2014 at 5:30 PM

That's supported by the fact that acquisition during heterosexual sex was a risk factor for late diagnosis and treatment.Young gay men and injection drug users know they're at risk, and so do their doctors. Therefore, they're more likely to get tested and brought into care.
Link:
std.about.com/b/2014/02/12/too-late-too-young.htm


Link:
ycopub.wordpress.com/lukesscienceblog/why-getting-
regular-hiv-tests-is-good-for-your-health/


Link zu www.ibtimes.co.uk

Media has reported about pozzing in germany in 2004 and it was reported that homosexuals only practise pozzing parties etc.But studies of the Robert Koch Institute(German Health Care Departement) showed that Barebacksex is more common among heterosexuals than among homosexuals . Unsafe sexual behavior has increased in recent years, but " homosexual men are more likely safer sex than heterosexual men

Die Links treffen auch auf Deutschland zu laut Aids-Hilfe.Man sollte nicht immer so tun, als wenn HIV nur LGBT's betrrift und ach die HIV Rate bei LGBT's ist ja wieder so hoch usw... die Rate liegt bei anderen mindestens genaus hoch ,siehe Links


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