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Unterrichtsthema "sexuelle Vielfalt" erst nach Landtagswahl

Grün-Rot verschiebt Bildungsplan


In einer Pressekonferenz gab der Kultusminister die Verschiebung des Bildungsplans bekannt

Der baden-württembergische Bildungsplan soll erst nach der Landtagswahl 2016 in Kraft treten – Homo-Hasser feiern die Verschiebung als ihren Erfolg und kündigten weitere Proteste an.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hat am Donnerstag in Stuttgart angekündigt, dass der Bildungsplan um ein Jahr verschoben wird, weil es in Praxistests noch Probleme gegeben habe. "Das Ziel ist nicht, die Bildungspläne möglichst schnell zu erarbeiten, sondern möglichst gut", sagte Stoch in einer Pressekonferenz. Mit der Verschiebung würde der Bildungsplan erst im Schuljahr 2016/17 in Kraft treten – und damit nach der Landtagswahl im Frühjahr 2016. Stoch beteuerte, die Verschiebung habe nichts mit dem Thema "sexuelle Vielfalt" zu tun, gegen das Homo-Gegner in den letzten Monaten demonstriert hatten (queer.de berichtete).

Der unter Konservativen und Liberalen umstrittene Punkt verlangt, dass Lehrer Schülern vermitteln sollen, Homo- und Transsexuelle als gleichwertige Menschen anzusehen. Dieser Punkt war bei der letzten Bildungsplanreform 2004 von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung ignoriert worden und wurde daher von der neuen Kretschmann-Regierung zunächst prominent erwähnt. Nach Protesten hatte Grün-Rot Anfang April eine Überarbeitung des Plans angekündigt, in der das Thema sexuelle Vielfalt unter die neue allgemeine Leitperspektive "Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt" gestellt werden soll (queer.de berichtete).

Praxistests an Schulen

Der Bildungsplan wird derzeit an dutzenden Erprobungsschulen getestet (PDF). Dabei habe es unterschiedliche Rückmeldungen gegeben, erklärte Minister Stoch. Insbesondere wurde eine zu wissenschaftliche Sprache kritisiert. "Wenn das in der weiteren Erprobungsphase an die Schulen kommt, sehe ich 0,0 Prozent Skandalisierungspotenzial", ist sich der Minister sicher. Es gebe auch vermehrt Schulungen, in denen Lehrern der Plan erklärt werden soll. Insgesamt bezifferte Stoch die Gesamtausgaben für den Bildungsplan auf rund 15 Millionen Euro.

Die Lehrergewerschaft GEW begrüßte die Verschiebung. Landeschefin Doro Moritz erklärte am Donnerstagabend im SWR-Fernsehen, der Umbau des Bildungsplans mache die Verlängerung notwendig. Sie forderte, dass neben der Akzeptanz von Minderheiten auch Demokratie- und Friedenserziehung in den Bildungsplan aufgenommen werden solle.

CDU und FDP frohlocken


Mit solchen Argumenten wehren sich Homo-Gegner aus dem rechten Lager gegen die Akzeptanz von Schwulen und Lesben (Bild: Guido Klein)

Die Oppositionsparteien CDU und FDP sehen die Verzögerung als Anfang vom Ende des Bildungsplans: "Kultusminister Stoch hat nun endlich erkannt, dass er mit der bisherigen Bildungsplanarbeit gegen die Wand gefahren ist und muss nun die Reißleine ziehen", sagte der CDU-Bildungspolitiker Georg Wacker.

Timm Kern von der FDP erklärte, dass die geplanten Leitprinzipen nichts im Bildungsplan zu suchen hätten: "Solange Minister Stoch auf diese Prinzipien nicht verzichtet, steht der Bildungsplan weiterhin unter Verdacht, ideologiebehaftet zu sein", so Kern. Bereits Anfang des Jahres hatte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke den Bildungsplan abgelehnt und argumentiert, dass Homosexuelle "nicht gleichwertig" seien (queer.de berichtete).

Bildungsplan-Gegner feiern "Erfolg"

Die Initiative "Schützt unsere Kinder", die die Protestaktionen gegen den Bildungsplan initiiert hatte, sieht die Verschiebung des Bildungsplans auf die Zeit nach der Landtagswahl als einen "echter Erfolg unserer Proteste": Anscheinend spüre das Kultusministerium "den immer stärker werdenden Gegenwind aus der Bevölkerung", freuten sich die Homo-Gegner. Auf den Demonstrationen wurde stets davor gewarnt, dass die Akzeptanz von Homo- oder Transsexuellen auch dazu führe, dass in Kürze Kinderschänder toleriert werden müssten. Die Demonstrationen wurden unter anderem von evangelikalen Gruppen sowie Politikern von CDU, FDP und AfD unterstützt. (dk)



#1 SmileyEhemaliges Profil
#2 KatholikAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.04.2014, 11:26h
  • Die Verschiebung des Bildungsplans ist ein großer Fehler! Dadurch wurde den Homogegnern auch in die Hände gespielt! Schlimmer gehts nimmer!
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#4 daVinci6667
  • 25.04.2014, 11:30h

  • Ich bin zutiefst entsetzt!

    Und nach einem Regierungswechsel wird dann vermutlich GAR NICHTS umgesetzt. Es ist nur noch zum heulen! Statt lange rumlamentieren und Zeit vertrödeln mit Konsenssuchens hätte man rechtzeitig Nägel mit Köpfen machen sollen.

    Und viele weitere LGBTI-Jugendliche werden weiter gemobbt, geschlagen ja sogar in den Selbstmord getrieben.
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#5 WoernmucProfil
  • 25.04.2014, 11:32hMünchen
  • Aha, dafür dass die Grünen den Bildungsplan einführen, gegen homophobe Gegner kämpfen, gibst Du Deine Stimme nicht mehr an die Grünen. Logisch! Ich verstehe die Menschen und die "Community" nicht mehr......
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#6 ThorinAnonym
#7 userer
  • 25.04.2014, 11:53h
  • Antwort auf #5 von Woernmuc
  • Falsch, Woernermuc, ganz falsch.

    Auch meine Stimme bekommen Grüne und SPD nicht mehr, und zwar, weil sie eben NICHT den Bildungsplan einführen, weil sie eben NICHT für mich kämpfen. Der katholische Religiot Kretschmer hat Schwule und Lesben lediglich als Stimmvieh missbraucht; seine christlichen Betschwestern im Bund tun das Gleiche.

    Grüne und die SPD werden auch auf meine Stimme verzichten müssen, weil sie eine homophobe Minderheit ohne jede Not hoffähig gemacht haben.

    Wenn du deshalb "die Community nicht mehr verstehst", bist du wahrscheinlich nie wirklich ein Teil von ihr gewesen, sondern lediglich ein Trittbrettfahrer, der die von anderen erkämpften Rechte gern in Anspruch nimmt. Eine Art Westerwelle halt.
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#8 SmileyEhemaliges Profil
#9 ZeitfensterAnonym
  • 25.04.2014, 12:04h
  • Erst wird der Bildungsplan abgeändert, jetzt wird er bis nach der Landtagswahl verschoben.

    Wenn das kein Einknicken ist, dann fresse ich einen Besen.

    Bin gespannt, mit welch blumigen Worten uns Grün-Rot diesmal erklärt, dass das trotzdem ein voller Erfolg für die Gleichstellung und warum das keinesfalls als Niederlage vor dem homophoben Mob zu werten ist.

    Das Signal ist eine Katastrophe für alle Menschen, die sich für Aktzeptanz und Vielfalt einsetzen.

    Die SPD bescheisst uns mit ihrem 100 Prozent-Wahlversprechen und der Kretschmann mit dem Bildungsplan.
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#10 panta rheiAnonym