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Vom Espresso am Stonewall Place bis zur Blitzkarriere bei CNN - neue Tipps für Big Apple.

Von Micha Schulze

Freitag, 15.45 Uhr. Landung am John-F.-Kennedy-Airport. Trotz Fingerabdruck und Foto bei der Passkontrolle sitze ich schon vierzig Minuten später im neuen Airtrain zur Metro-Station Howard Beach. Ein ganz neues New-York-Gefühl… Die anschließende U-Bahnfahrt kostet nach wie vor nur zwei Dollar, für Samstag und Sonntag empfiehlt sich die Tages-"Metrocard" für sieben Bucks.

19 Uhr. Einchecken im "Incentra Village House" (32 Eighth Avenue), dem bekanntesten schwulen Gästehaus in Greenwich Village in einem typischen dreistöckigen Gebäude aus dem Jahr 1841. Charming! Über den Preis von 119 Dollar pro Nacht sollte man sich nicht wundern (das ist eher günstig für New York) und sich stattdessen über den starken Euro freuen. Wer den besten Kurs haben will, tauscht schon in Deutschland.

19.30 Uhr. Ein Espresso, double shot, im Starbucks am Stonewall Place – gegen die Müdigkeit und den Zeitunterschied von sechs Stunden. Am geschichtsträchtigen Ort geht es recht beschaulich zu. Tauben bevölkern die Bronzestatue "Gay Liberation" im Christopher Park, die an die Stonewall Riots von 1969 erinnert. Auch den Oscar Wilde Bookshop, die erste schwul-lesbische Buchhandlung der Welt (15 Christopher St), hat man sich größer vorgestellt. Hier kann man sich mit den vier Szeneblättern LGNY, NY Blade News, HX und Next eindecken, die teilweise wöchentlich erscheinen.

20.50 Uhr. Vor dem Schlafengehen noch ein, zwei "Bud light" und ein paar Augenflirts im überfüllten "Hangar" (115 Christopher Street). Die gemütliche Kneipe ist bei Touristen ebenso beliebt wie den Schwulen vom West Village. Kontakt bekommt man hier leicht – den Laden sollte man sich also für die nächsten Tage merken.

Samstag, 5 Uhr. New York ist eine laute Stadt, und die Zeitverschiebung trägt ebenfalls dazu bei, dass man mitten in der Nacht aufwacht. Kaffee und Low-fat-Muffin gibt’s immerhin ab sechs Uhr im Starbucks. Anschließend Fahrt mit der Metro Richtung uptown: Den Sonnenaufgang im ruhigen Central Park zu erleben, ist eine einmalige Chance.

10 Uhr. Einen (nicht nur für Journalisten) spannenden Blick hinter die Kulissen eines der berühmtesten Medienunternehmen der Welt gibt die knapp 45-minütige Tour "Inside CNN" im ultraschicken Time Warner Center. In den Fernsehstudios, dem Herzstück des Senders, kann man live beobachten, wie Sendungen produziert werden. Das beste: Mutige Besucher dürfen selbst Nachrichtensprecher spielen und vom Teleprompter ablesen (www.cnn.com/insidecnn).

12 Uhr. Treffen mit meinem persönlichen "Big Apple Greeter" in Queens. George gehört zu den Tourguides, die interessierten New-York-Reisenden kostenlos ihre Stadt zeigen, aus Langeweile, Neugierde oder weil sie – wie George – ihre Deutschkenntnisse verbessern wollen. Auch schwule "Big Apple Greeter" kann man online reservieren, die einem ihre Lieblingsorte verraten (www.bigapplegreeter.org). Frührentner George liebt das multikulturelle Queens über alles, er schleift mich den Roosevelt Boulevard rauf und runter, führt mich von Little India bis zum Viertel der Kolumbianer. Zum Dank lade ich ihn zum Essen ein, Thailändisch, so gut wie in Bangkok.

20 Uhr. Dank George komme ich auch noch an die heiß begehrten Karten für die New Yorker Philharmoniker (10 Lincoln Center Plaza, am Broadway). Kein anderes Symphonie-Orchester der Welt hat so viele Aufführungen zu verbuchen wie das Ensemble von Big Apple: über 14.000. Nicht nur für Operntrinen ein Muss!

23 Uhr. Noch auf einen Campari Orange nach Chelsea. Die Gegend nördlich vom West Village hat sich bereits in den Neunzigern zum Zentrum der schwulen Szene entwickelt. An der 8. Avenue liegen nach wie vor die angesagten Galerien, Restaurants und Clubs der Stadt. Mein Favorit: das coole XL (357 West 16th Street).

Sonntag, 8 Uhr. Ein "low-carb multi-grain Bagel" bei Manhattan Bagels gibt Kraft für die Sightseeing-Tour durch Manhattan am letzten Tag. Eine Gedenkminute am Ground Zero sollte man einplanen, das Empire State Building dagegen links liegen lassen, gerade am Wochenende. Man steht fünf Stunden in der Schlange, um sich dann eine Minute auf der überfüllten Plattform der Arsch abzufrieren…

12 Uhr. Wie sieht eigentlich die einzige schwul-lesbische Schule der Welt aus? So unauffällig wie die Nachbargebäude... Die 2003 eröffnete Harvey Milk High School (Astor Place 2) ist in einem langweiligen grauen Hochhaus untergebracht, ohne Regenbogenflagge, rosa Eingangstür und alternde Transe als Pförtner.

14 Uhr. Die schwulen Saunen in NYC kann man vergessen, zum Entspannen nach dem Sightseeing empfehlen sich die 1892 eröffneten Russian & Turkish Baths (268 East 10th St.), von den New Yorkern kurz "Shwitz" genannt. Herzstück ist die original russische Sauna, und wer noch ein paar Dollar übrig hat, sollte beim Angebot einer Eichenlaub-Massage nicht nein sagen (30 ) und anschließend im kleinen Sauna-Restaurant eine Portion Bortsch (5 $) bestellen (www.russianturkishbaths.com).

18.00 Uhr. Mit der Subway A geht’s zurück zum Flughafen. In der Lufthansa-Lounge ist man fast schon wieder zu haus. Es gibt frisch gezapftes deutsches Bier, ohne "low-fat", "low-carb" oder "light"…

1. Januar 2005. Die Reise wurde von Lufthansa unterstützt.



#1 MarkAnonym
  • 04.01.2005, 06:55h
  • Das russisch-türkische Badehaus habe ich selbst schon mehrfach besucht. Ein guter Tip! Am Männertag sind dort übrigens drei Viertel der Besucher schwul.
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#2 EngelAnonym
  • 06.01.2005, 10:01h
  • Wie kann man guten Gewissens dieses Homo feindliche Land mit seinem Touristengeld unterstuetzen?
    Warum macht man auf queer.de dafuer Werbung? Warum nicht lieber fuer das weltoffene und freundliche Kanada?
    Wie kann man ueberhaupt US-Weichspuel-chemie-Bier saufen?
    ....Bioscanning....Polizeistaat....Naturfeind #1.....collective Aggressionen gegen anders (frei) denkende....Macht Wahn.....Rechtsextremismus.....religioese Kriegsbewegungen.......Slums, Armut und Kriminalitaet......Rasissmus, etc. etc. etc. . Die Ausmasse dieser negativen Volkskrankheiten sind in den USA Wirklichkeit, unuebersehbar und gefaehrlich allzeit gegenwaertig. Der feindlichste Ort Deutschlands waere vielleicht gerade mal vergleichbar mit dem friedlichsten Kaff der USA.
    Wie kann man da hinwollen?
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#3 gerionmucAnonym
  • 06.01.2005, 11:18h
  • @Engel: Bei solchen dumm-pauschalisierenden Kommentaren eines (vermutlich) Deutschen, sollte man besser Deutschland als Urlaubsland boykottieren! New York ist doch nicht Salt Lake City und San Francisco nicht Richmond/Virginia
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#4 Dirk JungAnonym
  • 05.02.2005, 13:33h
  • Man sollte sicherlich nicht pauschalieren. Ich werde mir die Tipps, wenn ich demnächst einen Abstecher in den Big Apple mache, sicher mal zu Herzen nehmen. Allerdings gibt es ein weitaus größeres Problem, wenn man als Journalist OFFIZIELL in die Staaten einreisen will: dann reichen die Fingerabdrücke und das Foto bei der Einreise nicht...man benötigt ein Journalistenvisum. Ich für meinen Teil habe kurzfristig meine komplette Planung über den Haufen geworfen und werde nun auch als Touri einreisen (wer kann schon was dagegen haben, wenn man dann mit seiner Fotoausrüstung ZUFÄLLIG zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist???*g*)- denn ich bin nicht gewillt, zur Beantragung eines Visums meine Kontoauszüge vorzulegen, bis auf den Kindergarten und die Grundschule meinen kompletten Schul- und Berufsweg minutiös darzulegen, und und und...
    Und was die Pauschalierung angeht: sicher ist der jetzige Präsident mehrheitlich und demokratisch gewählt worden - trotzdem hat ihn fast die Hälfte der Amerikaner nicht gewählt...und da bleibt dann ja zu hoffen, dass ich Glück habe und mehrheitlich auf letztere Gruppe treffe;-)
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