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Unverhofft zu Ruhm: Der schwule Kindergärtner Ofer soll zusammen mit fünf Freundinnen für einen offiziellen ESC-Auftritt fit gemacht werden (Bild: Pro-Fun Media)

Jetzt auf DVD: Die neue Komödie von Israels Star-Regisseur Eytan Fox nimmt den Eurovision Song Contest grandios aufs Korn.

Von Bernd Rosenbaum

Wohl um möglichen Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen, heißt der europäische Liederwettbewerb im Film "UniverSong". Ansonsten nimmt "Cupcakes" ganz unverhohlen den Eurovision Song Contest (ESC) aufs Korn. Wer bisher geglaubt hat, die Faszination gerade der queeren Community für den Grand Prix, wie der ESC früher einmal hieß, sei ein rein deutsches Phänomen, der wird mit der neuen Komödie von Eytan Fox eines Besseren belehrt:

Pünktlich zur Live-Übertragung des UniverSong-Wettbewerbs versammeln sich die Freunde und Nachbarn des schwulen Kindergärtners Ofer (Ofer Shechter) – die Bäckerin Anat (Anat Waxman), die lesbische Sängerin Efrat (Efrat Dor), die Politikerassistentin Dana (Dana Ivgy), Managerin Yael (Yael Bar Zohar) und Bloggerin Keren (Keren Berger) – in dessen Wohnung in Tel Aviv vor dem Fernseher, um das Finale gemeinsam zu erleben. Dabei wird Bäckerin Anat, die dafür extra süße Törtchen mit Nationalflaggen-Verzierung gebacken hat, plötzlich melancholisch. Kurz vorher hat ihr Mann seine Sachen gepackt und sie verlassen.

Ofer und seine Nachbarinnen sollen Israel beim ESC vertreten


"Cupcakes" ist bei Pro-Fun auf DVD erschienen. Im Kino ist der Film derzeit bei den Schwulen Filmwochen in Freiburg und beim Pink Apple Filmfestival in Zürich zu sehen

Um die Ärmste ein bisschen aufzumuntern, singen ihr die Freunde einen spontan getexteten Kopf-hoch-Song in bester Schlager-Manier und filmen das Ganze zur Erinnerung mit dem Handy. Aus einer Laune heraus schickt Ofer den Mitschnitt als Bewerbungsbeitrag für den nächsten Wettbewerb ein. Aus den Nachrichten erfahren seine Freunde, dass der "Song für Anat" (der übrigens aus der Feder von Babydaddy von den Scissor Sisters stammt) tatsächlich als israelischer UniverSong-Kandidat ins Rennen nach Paris geschickt werden soll – und sind zunächst entsetzt!

Ein hochprofessionelles Team von Musikspezialisten wird zusammengetrommelt, um aus dem harmlos-naiven Song einen zünftigen ESC-Hit aus der Retorte zu zaubern -inklusive stampfender Beats, schräger Choreografie und schriller Kostüme. Doch die Gruppe um Ofer realisiert nach dem ersten TV-Auftritt, dass sie ihre Seele und die ihres Liedes verkauft haben. Wird es ihnen gelingen, das Steuer noch einmal herumzureißen? Und wird Ofers heimlicher Lover Asi (Alon Levi), der Sohn einer erfolgreichen Lebensmittelhersteller-Familie und Werbeträger einer beliebten Produktlinie ist, den Mut finden, sich zu Ofer zu bekennen?

Einmal mehr hat Eytan Fox ("Yossi & Jagger", "Walking On Water", "The Bubble") als wohl einer der bekanntesten Regisseure Israels sein sicheres Gespür für einfühlsame Geschichten mit spannungsgeladenen Charakteren und charismatischen Schauspielern bewiesen. In "Cupcakes" gelingt es ihm spielerisch, zwischenmenschliche Töne anzuschlagen, etwa wenn Dana mit ihrem Job in der Politik hadert oder Anat mit dem französischen Moderator Edouard (Edouard Baer) flirtet, obwohl sie ihren Mann eigentlich immer noch liebt.

Es ist schade, dass von "Cupcakes" (noch) keine deutsche Synchronfassung existiert – der Film erscheint in Deutschland in hebräischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln auf DVD. Mit deutscher Sprachfassung könnte der Streifen sicher ein deutlich breiteres Publikum ansprechen. Verdient hätte es die glänzende Komödie auf jeden Fall. Eytan Fox: Twelve Points!

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zur DVD

Cupcakes. Komödie. Israel 2013. Regie: Eytan Fox. Darsteller: Ofer Shechter, Alon Levi, Efrat Dor, Dana Ivgy, Keren Berger. Laufzeit: ca. 98 Minuten. Sprache: hebräische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). Extras: Making of (ca. 22 Min.), Musikvideo "Song for Anat", Trailer. Wendecover ohne FSK-Logo. FSK 0. Verleih: Pro-Fun.
Galerie:
Cupcakes
10 Bilder


#1 FelixAnonym
  • 30.04.2014, 12:33h
  • Sieht nach einem tollen Gute-Laune-Film aus...

    Dem Film würde ich wünschen, dass er auch synchronisiert ins Kino kommt - das könnte ein echter Überraschungs-Erfolg werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 genauAnonym
  • 30.04.2014, 13:08h
  • Antwort auf #1 von Felix
  • vor allem männlich sozialisierte jugendliche brauchen dringend noch mehr dümmlich-klischeehafte und stereotype darstellungen von schwulen, gepaart mit den ohnehin allgegenwärtigen sexistischen bildern und tumbem nationalismus. hauptsache, die macher haben die aussicht darauf, sich mit ihrer anbiederung an die markterfordernisse auch mal kräftig die taschen zu füllen!

    einen film über das skandalöse totschweigen zeitgleich zum esc und vor ort stattfindender, schwerster menschenrechtsverletzungen durch die esc-geschäftetreiber, d. h. ausnahmslos alle beteiligten, vor den laufenden kameras in den letzten jahren darf man von den wortführer_innen einer durchkapitalisierten schwul-lesbischen "community" anscheinend nicht mehr erwarten!

    na dann, bloß nicht den spaß verderben lassen!
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#3 DANIEL ROSENAnonym
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 XDASAnonym
  • 30.04.2014, 18:33h
  • Antwort auf #2 von genau
  • Meine Güte, bist Du eine Spaßbremse...

    Kann man nicht einfach mal an einem bunten, internationalen Musikwettbewerb voller Schwulen Spaß haben ohne da jedesmal Sexismus, Nationalismus, etc. drin zu sehen.

    Du gehst sicher auch zum Lachen in den Keller...

    Man soll und muss politisch engagiert sein, da wo es nötig ist. Aber man darf auch mal Freude haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TheDad
  • 30.04.2014, 20:53h
  • Antwort auf #2 von genau
  • ""vor allem männlich sozialisierte jugendliche brauchen dringend noch mehr dümmlich-klischeehafte und stereotype darstellungen von schwulen, gepaart mit den ohnehin allgegenwärtigen sexistischen bildern und tumbem nationalismus. hauptsache, die macher haben die aussicht darauf, sich mit ihrer anbiederung an die markterfordernisse auch mal kräftig die taschen zu füllen! ""..

    Klasse Double-Bind-Erklärung..

    Sich über die Unsichtbarkeit von LGBT´s und die damit verbundenen fehlenden Vorbildfunktionen beschweren, sich aber auch gleichzeitig über die Sichtbarkeit angeblich fehlerhafter, weil Klischee-beladener Vorbilder beschweren, ist genau die Diskussion, die Mann mit Leuten wie Kelle, Kuby und Co führen sollte, um endgültig zu beweisen, das Kinder und Jugendliche zu Tucken und Schwuchteln umerzogen werden, wenn Mann ihnen überhaupt mal LGBT´s zeigt..

    Wie armselig ist es eigentlich sich zu wünschen, LGBT´s seien ausschließlich überangepasste und in der Hetenwelt damit völlig unauffällige Menschen ?

    Unfaßbarer Schwachsinn ?

    Unser täglich Dosis La Cage aux Folies und Torch Song Trilogie macht uns sichtbar, und sonst nix als ein Arsch in der Hose der ein täglich erneuertes Coming Out in jeder Situation und jedem Gespräch ermöglicht !
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#7 buzzkill totalAnonym
  • 30.04.2014, 21:07h
  • Antwort auf #5 von XDAS
  • Warum übernehmen Sie 1:1 die Talking Points notorischer Homophober und Sexisten, bei denen jeder Widerspruch gegen ihre ach so "spaßigen" Rituale umgehend als "Spaßbremse", "Nörglerei", "Jammerei" etc. niedergemacht wird? Wie vernebelt müssen Schwule sein, um solche Veranstaltungen zu bejubeln, bei denen sie allenfalls als angeblicher "Toleranz"-Beweis und zur Garnierung der Hetero-Inszenierungen (und deren ultimativer Rechtfertigung) vorkommen und die schwerste Menschenrechtsverletzungen vor Ort in den letzten Jahren mehrfach völlig ignoriert und totgeschwiegen haben?
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#8 PeerAnonym
  • 01.05.2014, 10:29h
  • Antwort auf #7 von buzzkill total
  • 1. Es geht hier nicht um den ESC, sondern um den Film Cupcakes.

    2. Selbst beim ESC muss man sagen: auch wenn da homophobe Länder teilnehmen oder das in homophoben Ländern stattfindet, kann das viel bewirken.

    Welche Wirkung hat das wohl in Homohasser-Staaten, wenn nächste Woche Conchita Wurst, die alle Geschlechter-Klischees ad absurdum führt, selbstbewusst und selbstverständlich auftritt, bejubelt wird und vielleicht sogar ziemlich weit vorne landet?!

    Und wie wichtig ist es für die Schwulen und Lesben solcher Staaten, wenn sie auch mal andere GLBTI-Teilnehmer sehen? Oder wenn vieleicht sogar bei einem ESC in deren Land viele schwule und lesbische Fans in das Land kommen und sie Kontakte knüpfen können und mal ein wenig Weltoffenheit in das Land kommt. Das kann einen Keim säen, der langsam aber sicher zu einer Öffnung beitragen kann.

    Es ist sicher auch beim ESC nicht alles gut. Aber den grundsätzlich abzulehnen können wohl nur Leute, die noch nie gesehen haben, was der ESC in manchen Ländern bewirkt, wie er Völker zusammenführt, andere Kulturen näherbringt und letztendlich auch GLBTI sichtbarer macht.
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#9 MarcAnonym
  • 01.05.2014, 11:15h
  • Cupcakes ist ein witziger Film, der Homosexualität als selbstverständlich und alltäglich darstellt und gut unterhält. Was will man mehr?
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#10 FennekAnonym
  • 01.05.2014, 15:58h
  • Antwort auf #2 von genau
  • Dieselben Leute, die sich über "heteronormative Klischees" in den Medien aufregen, sind oft dieselben, die ihren Partner eben nicht in der Öffentlichkeit an die Hand nehmen, umarmen, küssen, etc.

    Wer mehr Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben will, muss auch bereit sein, mit gutem Vorbild voranzugehen...
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