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Protestanten und Rechte verhindern Ehe-Öffnung

Nordirisches Parlament lehnt Ehe-Öffnung erneut ab


Das Parlament in Belfast widersetzt sich Liberalisierungsbestrebungen in Großbritannien und Südirland (Bild: Lyn Gateley / flickr / by 2.0)

Im Vereinigten Königreich wird es weiterhin eine Exklave geben, in der Schwule und Lesben keine Eherechte erhalten.

Am Dienstag hat das Parlament von Nordirland erneut die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht abgelehnt. 43 Abgeordnete des Parlamentes in Belfast votierten für die Ehe-Öffnung, darunter insbesondere die irisch-republikanischen Parteien, 50 waren dagegen, insbesondere die Protestanten. Bereits vergangenes Jahr war ein ähnlicher Antrag gescheitert (queer.de berichtete).

Damit bleibt Nordirland der einzige Landesteil des Vereinigten Königreichs, in dem Schwule und Lesben nicht gleichgestellt werden. In England und Wales sind nach einer Entscheidung des Londoner Unterhauses bereits seit Ende März gleichgeschlechtliche Eheschließungen möglich (queer.de berichtete). Im Februar hat auch das schottische Parlament in Edinburgh die Ehe-Öffnung beschlossen (queer.de berichtete).

Selbst in der traditionell konservativen Republik Irland soll im kommenden Jahr in einem Volksentscheid über die Öffnung der Ehe abgestimmt werden – Umfragen zufolge befürworten rund drei Viertel der Südiren die Gleichstellung (queer.de berichtete).

Sinn Féin, Sozialdemokraten, Liberale und Grüne für Gleichstellung

Im nordirischen Parlament hatte die irisch-republikanische Partei Sinn Féin die Gleichstellung beantragt. Die unter Katholiken beliebteste Partei gehört auf europäischer Ebene der Linksfraktion an. Auch Sozialdemokraten, Liberale und Grüne unterstützten die Ehe-Öffnung. Größter Gegner war die radikalprotestantische Democratic Unionist Party (DUP). Ebenfalls gegen die Ehe-Öffnung votierten die rechtskonservative Ulster Unionist Party (UUP) sowie die rechtspopulistische UK Independence Party (UKIP).

Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte festgestanden, dass der Antrag scheitern würde: Grund war der Wunsch der DUP, die Abstimmung zur "Petition of Concern" zu erklären. Damit war eine Supermehrheit und Stimmen aus allen Parteien für eine Verabschiedung notwendig. Diese Regelung war eingeführt worden, damit die Minderheit bei kontroversen Auseinandersetzungen zwischen Unionisten und Republikanern nicht andauernd überstimmt wird.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte das Abstimmungsergebnis scharf. Ein Sprecher erklärte, dass Nordirland nicht auf Dauer seinen Bürgern Rechte vorenthalten dürfe, die in ihnen in anderen Landesteilen Großbritanniens gewährt werden. Dies verstoße gegen internationale Verträge.

Im Vorfeld der Abstimmung hatten insbesondere katholische Bischöfe aus dem gesamten Irland für ein "Nein" geworben. Sie argumentierten, dass die gleichgeschlechtliche Ehe das Wohlergehen von Kindern gefährden würde und den Wünschen des christlichen Gottes widerspreche. Auch die anglikanische Kirche in Nordirland sprach sich gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen aus. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 30.04.2014, 17:40h
  • "Im Vorfeld der Abstimmung hatten insbesondere katholische Bischöfe aus dem gesamten Irland für ein "Nein" geworben."

    Jaja, unter dem neuen Papst wird angeblich alles besser.

    In Wahrheit frisst der Kreide um das Marketing zu übernehmen, während seine Handlanger für ihn die Drecksarbeit erledigen.
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#2 MarekAnonym
  • 30.04.2014, 17:44h
  • "Sie argumentierten, dass die gleichgeschlechtliche Ehe das Wohlergehen von Kindern gefährden würde und den Wünschen des christlichen Gottes widerspreche."

    1.
    Die katholische Kinderschänder-Sekte ist die größere Gefahr für Kinder als Menschen, die sich lieben und heiraten.

    2.
    Was bilden die sich ein, Leuten, die nicht mal Mitglied ihrer Religion sind, Vorschriften machen zu wollen.

    Dann sollen die doch ihren Schäfchen Grundrechte entziehen, wenn die sich das bieten lassen, aber nicht Leuten ihre faschistische Ideologie diktieren, die da nicht mal Mitglied sind...
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#3 YannickAnonym
  • 30.04.2014, 17:44h
  • Eine Schande für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

    Genauso rückständig wie Deutschland...
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#4 atheistAnonym
  • 30.04.2014, 17:47h
  • "Im nordirischen Parlament hatte die irisch-republikanische Partei Sinn Féin die Gleichstellung beantragt. Die unter Katholiken beliebteste Partei gehört auf europäischer Ebene der Linksfraktion an."

    Seit den 90ern begann sie die Strategie, die Spaltung der katholischen und evangelischen Arbeiter und Angestellten zu überwinden.

    Sinn Féin ist von den Stim­men her in­zwi­schen die größ­te Par­tei auf ka­tho­li­scher Seite und schickt sich an, bei der nächs­ten Wahl zur Re­gio­nal­ver­samm­lung bzw. zum bri­ti­schen Un­ter­haus die größ­te Par­tei Nord­ir­lands zu wer­den. Damit haben die Unio­nis­ten ein ech­tes Pro­blem. Des­halb will Peter Ro­bin­son die DUP für Ka­tho­li­ken at­trak­tiv ma­chen. Doch bei dem Par­tei­tag, auf dem er den Ka­tho­li­ken er­klär­te, die DUP hieße auch sie in ihren Rei­hen will­kom­men, war er von An­hän­gern um­ge­ben, die al­le­samt bri­ti­sche Fah­nen schwenk­ten.
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#5 LustaufInselnAnonym
  • 30.04.2014, 17:51h
  • Damit bleibt Norirland der einzige Landesteil des vereinigten Königreichs, in dem Schwule und Lesben nicht gleichgestellt werden".
    Wohl kaum, ihr habt die Insel von Man im Irischen Meer genauso vergessen wie die grösste von den Kanalinseln Jersey, wo es nur eingetragene Partnerschaft für schwule Paare gibt. Und die übrigen Chanel-Islands Guernsey und Sark, wo überhaupt keine Homo-Partnerschaften legalisiert sind, sowieso.
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  • Anm. d. Red.: Guernsey, Jersey und die Isle of Man sind als autonomer Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt und kein Teil des Vereinigten Königreichs (oder der EU).
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 child watchAnonym
#8 FinnAnonym
#9 TheDadProfil
#10 Timm JohannesAnonym
  • 30.04.2014, 19:42h
  • Schade...aber immerhin Schottland, Wales und England haben es geschafft und die Ehe geöffnet.

    Und in Nordirland, Jersey, Isle of Man und Gibraltar gibt es zumindest ein Lebenspartnerschaftsinstitut. Die britische Kanalinsel Guernsey führt das Lebenspartnerschaftsinstitut nunmehr auch ein.
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