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  • 05.05.2014           72      Teilen:   |

Drei Wochen vor Europawahl

Arbeitskreis "Homosexuelle in der AfD" gegründet

Artikelbild
Der Arbeitskreis "Homosexuelle in der AfD" bringt den Regenbogen ins Parteilogo

AfD-Mitglieder wollen sich für LGBT-Rechte einsetzen, verteidigen dabei aber offen homophobe Politiker in den eigenen Reihen. Parteivorstand Bernd Lucke zeigt sich entzückt von der Neugründung, obwohl er selbst mit homophoben Klischees spielt.

Von Dennis Klein

Erst vergangenen Monat attestierte eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung der Alternative für Deutschland, sich zu einer Partei entwickelt zu haben, die offen Stimmung gegen Homosexuelle macht. Dem will der am Wochenende gegründete "Bundesarbeitskreis Homosexuelle in der AfD" entgegenwirken. Die Gruppe unter dem Vorsitz des Kölners Torsten Ilg hat nach Angaben von Sprecherin Veronika Bronder bereits 100 Mitglieder, 20 von ihnen hatten sich am Samstag zur Gründungsveranstaltung in einem Lokal in der Kölner Innenstadt versammelt. In der kurzen Präambel des neuen Arbeitskreises heißt es, Homosexuelle seien "absolut gleichzustellen".

Die Gründung mitten im Wahlkampf soll sogar in der Parteispitze positiv eingeschlagen haben: "Das finde ich toll", soll Parteigründer Bernd Lucke nach Angaben von AfD-Pressesprecher Christian Lüth über die Gründung erklärt haben. Die AfD habe schließlich den Anspruch, "eine kleine Volkspartei" zu sein, so Lüth.

Neben Ilg und Bronder gehören zum erweiterten Vorstand Mirko Welsch (Dudweiler, Stellvertreter), Walter Klicker (Dudweiler, Schriftführer), Kacem Bitich (Rösrath), Matthias Müller (Hamburg) und Torsten Jungbluth (Bergisch Gladbach). Drei von ihnen sind heterosexuell, darunter auch Bronder, die bereits zuvor bei den Schwusos aktiv gewesen ist. Sie trat insbesondere wegen der Unterstützung der Deutsch-Türkischen Kulturolympiade durch den schwulen Wiesbadener SPD-Bürgermeister aus der Sozialdemokratischen Partei aus. Das Festival sei von Islamisten unterwandert gewesen, so ihre Begründung.

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Kampf gegen Bildungsplan & Co.

Mitglieder im Arbeitskreis: Der Kölner Torsten Ilg ist Vorsitzender, die Saarländerin Veronika Bronder Pressesprecherin - Quelle: Veronika Bronder
Mitglieder im Arbeitskreis: Der Kölner Torsten Ilg ist Vorsitzender, die Saarländerin Veronika Bronder Pressesprecherin
Bild: Veronika Bronder

Selbst im schwul-lesbischen Arbeitskreis wird unumwunden zugegeben, dass es einige homophobe AfD-Mitglieder, auch in der Führungsmannschaft, gibt: "Wir sind eine neue Partei und natürlich gibt es hier auch Homophobe. Das ist in anderen Parteien nicht anders", erklärte Arbeitskreis-Sprecherin Bronder. Schuld am homophoben Image des AfD seien ihrer Meinung nach aber die Mainstream-Medien, die ständig der Partei Schaden zufügen wollten: "Wenn es um Homosexualität geht, wird die AfD von den Medien negativ dargestellt, indem Frau von Storch zitiert wird. Aber ich versichere ihnen: Die Mehrheit der Kandidatinnnen und Kandidaten für die Kommunalparlamente sind nicht homophob".

Allerdings stehen auf den sicheren ersten vier Listenplätzen der Partei zur Europawahl drei Kandidaten, die mit Homophobie auf Stimmenfang gehen: So kämpft die von Bronder angesprochene Beatrix von Storch seit Jahren gegen die Rechte von Homosexuellen (queer.de berichtete), ihr Ehemann betreibt die Webseite zu den Demos der "Besorgten Eltern".

Auf Platz drei setzte die Partei einen weiteren erbitterten Gegner von Homo-Rechten: Der baden-württembergische Landesvorsitzende Bernd Kölmel hatte wiederholt Stimmung gegen den Bildungsplan im Ländle gemacht, der die Akzeptanz von Schwulen und Lesben zu einem Thema im Unterricht machen sollte. Dies könne zu einer "ideologischen Umerziehungskampagne" führen, warnte Kölmel – und malte damit das Bild vom bösen Schwulen an die Wand, der es auf kleine Kinder abgesehen hat. "Die Bürger Baden-Württembergs lassen sich dies nicht mehr gefallen – und das ist gut so!" freute sich Kölmel in der Rechtsaußen-Zeitung "Junge Freiheit". Auch Bronder verteidigte gegenüber queer.de die AfD-Mär, dass es beim Bildungsplan darum gehe, Kinder zu sexualisieren.

Homophobe Wahlkampfsprüche

Bei den drei homophoben Demos gegen den Bildungsplan in Stuttgart trat neben der Partei Bibeltreuer Christen insbesondere die AfD mit Plakaten hervor
Bei den drei homophoben Demos gegen den Bildungsplan in Stuttgart trat neben der Partei Bibeltreuer Christen insbesondere die AfD mit Plakaten hervor
Bild: Guido Klein

Spitzenkandidat Bernd Lucke ("Das finde ich toll") hat ebenfalls wiederholt mit homophoben Klischees gespielt. So kritisierte er im Januar das Coming-out des ehemaligen Fußballprofis Thomas Hitzlsperger, den er aufforderte, sich zu "Ehe und Familie" zu bekennen (queer.de berichtete). Im "Spiegel"-Interview wiederholte der Meister-Populist im April den Vorwurf, dass es wichtiger sei, "sich um die Situation von Familien in unserem Land zu kümmern als darum, ob ein Einzelner schwul ist". Er nutzt dabei die typische Taktik von homofeindlichen Politikern, so zu tun, als ob die Gleichstellung von Schwulen und Lesben Heterosexuellen Rechte entziehen würde.

Erhielte die AfD bei der Europawahl wie in neuesten Umfragen vorhergesagt rund fünf Prozent, könnte sie sich vier Sitze im Europaparlament sichern – und drei Viertel der Sitze würden an Leute gehen, die mit Homophobie Wahlkampf machen.

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Reaktionen zu "Arbeitskreis "Homosexuelle in der AfD" gegründet"


 72 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
05.05.2014
19:06:07
Via Handy


(+8, 14 Votes)

Von David77


Na prima... Hätte man bloß keine schlafenden Hunde geweckt. Gibt es ein Statement von Durchlaucht von Klapperstorch dazu?


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#2
05.05.2014
19:06:36


(-11, 17 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Ich halte solche Arbeitskreise für überflüssig. Meine Entscheidung, ob ich bei der nächsten Wahl AfD wähle, mache ich von der Europapolitik abhängig


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#3
05.05.2014
19:18:09


(+8, 14 Votes)

Von zeitgeist


würde NSDAP heute noch existieren, gäbe es auch dort einen arbeitskreis für schwule mitglieder.


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#4
05.05.2014
19:19:01


(+14, 20 Votes)

Von Wolfgang
Aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 13.01.2011


Wie wir hier auf diesen Seiten in letzter Zeit immer wieder erlebt haben, sind Homosexuelle per se keine besseren oder gar intelligenteren Menschen, von Empathie ganz zu schweigen.

Daß sich nun um Herrn Ilg in der AfD auch ein homosexueller Arbeitskreis gegründet hat, gründet sich in rein egoistischen Momenten.
Die AfD ist das Sammelbecken von zu kurz gekommenen, Neoliberalen, Xenophoben Menschen, die nicht fähig sind den Herausforderungen den 21. Jahrhunderts zu stellen und diesen nur mit nationalistischem Unsinn des 19. Jahrhunderts meinen begegnen zu können. Sie ist eine Partei der Kleinbürger und koffertragenden Akademiker, die es nicht weit gebracht haben.
Auch ist sie ein Sammelbecken für Rechte wie Herrn Ilg, die sich zu fein sind, sich eine Glatze zu scheren und die lieber beim Käffchen auf dem gepflegten Ikea-Sofa sitzen.
Auch die anderen erwähnten Figuren kommen aus einem nationalkonservativen Umfeld. Sie stellen bei sich natürlich fest, daß homosexuell zu sein etwas Normales ist, aber sie gleichen diese Erkenntnis nicht mit ihren anderen Illusionen vom Nationalstaat, vollem D-Mark-Portemonnaie und sicherer Rente ab. Dann würde ihnen nämlich aufgehen, daß sie die Randerscheinung in der AfD sind und nicht Frau Storch; die ist Mainstream.
Die Gründung dieser Gruppe hat Feigenblattfunktion; es soll denkfaulen homosexuellen Menschen suggeriert werden, sie fänden in dieser armseligen Partei eine Heimat. Sie merken nicht, daß sie so in eine Abstellkammer gesperrt werden.


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#5
05.05.2014
19:27:54


(-7, 13 Votes)

Von FOX-News


Erschreckend auch die Umfrage hier, in der mehr Besucher der Website die AfD statt die FDP wählen. Trauriges Deutschland


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#6
05.05.2014
19:32:16


(+7, 11 Votes)

Von jhgk


Voll doof! Je merh Arbeitskreise , je mehr schwindet die Einheit! Man benötigt keine tausende Arbeitskreise die einen represäntieren.
In der CDU/CSU gibt es die LSU und was bringen die ? NIX!

Die Parteien die direkt eine Gleichberechtigung herbeiführen sind schon vorhanden...kein Bedarf an weiteren Arbeitskreisen für LGBT's!

SPD,GRÜNE,LINKE,PIRATEN... es wird kein AfD Arbeitskreis oder FDP,CDU/CSU Arbeitskreis /Vertretung für LGBT's benötigt!

Aber clever...meinen wohl LGBT's und deren Angehörige wären hohl.

Umso mehr Arbeitskreise/Vertretungen für LGBT's in Parteien , umso mehr teilen sich LGBT's auf viele Parteien auf, weil manche LGBT's denken , die sind doch gar nicht so schlimm od. die setzen sich für Gleichberechtigung ein...so kommen LGBT's eben noch weniger ans Ziel, nämlich umso weniger LGBT's/Menschen die Parteien wählen , die jetzt sofort Gleichberechtigung beiführen würden ,umso mehr verlieren diese Parteien für Gleichberechtigung LGBT's/Menschen als Wähler, die sich ganz klar für direkte Gleichberechtigung aussprechen per Wahlen.

Clevere Taktik AfD...nur leider ist man nicht hohl und blickt schnell durch was läuft ...taktisch gesehen!


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#7
05.05.2014
19:43:47


(-16, 20 Votes)

Von Thorin


Naja, wenn einem die Freiheit in Europa wichtiger ist als komische LGBT Themen, kann man durchaus die AfD wählen. Ich habe nicht vor zu heiraten, warum sollte ich also ein Partei wählen die Schwulen die Möglichkeit gibt zu heiraten? Wichtiger ist mir dass man vernünftige Wirtschaftspolitik beitreibt und da hat Dr. Lucke schon gute Sachen zu gesagt.


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#8
05.05.2014
19:56:54
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von myystery


Frau von Storch scheint den Glauben noch nicht abgelegt zu haben, ihre Eltern hätten sie tatsächlich vom Storch erhalten und tritt mit einer breiten Anti-Aufklärungskampagne dafür ein.
Name ist Programm.


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#9
05.05.2014
20:03:37


(-13, 15 Votes)

Von Timm Johannes
Antwort zu Kommentar #5 von FOX-News


FDP stabil über 5%!

Anfang: 30.12.2013 Ende: 06.01.2014
Stimmen: 1854

Link zu www.queer.de

Anfang: 28.04.2014 Ende: 05.05.2014
Stimmen: 3339

Link zu www.queer.de


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#10
05.05.2014
20:20:05


(+4, 12 Votes)

Von jhgk


@warum sollte ich also ein Partei wählen die Schwulen die Möglichkeit gibt zu heiraten? Wichtiger ist mir dass man vernünftige Wirtschaftspolitik

Wenn Du die AfD wählst wird es aber bald um deine Lebensexistenz gehen und nicht um deine Finanzen , dasselbe gilt für CDU/CSU deren dank , kann man noch nichtmal eine Familie aufbauen , finanziell absichern , heiraten, wird nicht gegen Diskriminierung geschützt etc..

Finanzen sind Scheiß egal, wenn man auf der Arbeitsstelle von Menschen umgeben ist , die einem noch nicht mal die Existenz zugestehen, geschweige denn einem unterbinden seine Familie aufzubauen , Kinder groß zuziehen, abzusichern! Es ist diesselbe Poltik , Gessellschaft die seit Jahrhunderten diktiert was sein darf und was nicht siehe z.B. auch Tierreich usw...ich würde gerne mal den Spieß umdrehen und dasselbe mit Heteros tun .


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