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Über 200 Shows in 25 Ländern: Für die Protagonisten, die dachten, ihre besten Jahre seien vorbei, wurde das Bühnenstück "Gardenia" zum Highlight ihres Lebens (Bild: Luk Monsaert)

Der Dokumentarfilm "Bevor der letzte Vorhang fällt" porträtiert Travestie-Darsteller zwischen 60 und 70, die auf ihre alten Tage einen Welterfolg feiern. Deutschland-Premiere ist am 8. Mai in München.

"Ich spiele niemanden in 'Gardenia'. Ich bin ich selbst", sagt Andrea und überzieht ihre Tina-Turner-Perücke mit einem Nebel aus Haarspray. Am Spiegel neben ihr richtet Richard noch einmal sein Gebiss, bevor er tief in den Topf mit glitzerndem Lip-Gloss greift und sein Marlene-Dietrich-Outfit perfektioniert.

Eine Gruppe alternder schwuler Männer und transsexueller Frauen zwischen 60 und 70 Jahren erzählen in der Performance "Gardenia" von Alain Platel und Franck Van Laecke ihre Geschichten – in einem Stück ohne Worte, aber mit umso mehr körperlich-emotionalem Ausdruck.

Die Show, die eigentlich nur als eine Art Workshop geplant war, wurde wider Erwarten ein riesiger internationaler Erfolg. Die Bühnen-Senioren tourten über zwei Jahre durch alle fünf Kontinente. Für die Sechs, die dachten, ihre besten Jahre lägen hinter ihnen, wurde die Bühnenshow "Gardenia" auf überraschende Weise zum Highlight ihres Lebens.

Im Leben immer wieder aufgerappelt


Der Dokumentarfilm soll im November 2014 regulär in die Kinos kommen

Thomas Wallners Doku "Bevor der letzte Vorhang fällt" blickt auch zurück, denn die sechs Travestie-Künstler haben in ihrem Leben so ziemlich alles durchgemacht: Sie waren am Boden zerstört, haben sich wieder aufgerappelt und zurück an die Spitze gekämpft, um dann wieder tief zu fallen. In ihren langen und komplizierten Leben haben sie als Künstler und Prostituierte gearbeitet, ihr Geschlecht anpassen lassen, wurden ausgegrenzt und geliebt.

Und immer haben sie wieder den Kraft und Mut gefunden, weiterzumachen: Danilo putzt in einem Bordell, Andrea will die Sozialisten in ihrem Heimatort ins Parlament führen und Richard plagt sich damit ab, Mandarin zu lernen – doch alle haben eines gemeinsam: sie haben Kraft geschöpft aus ihrer gemeinsamen Zeit mit "Gardenia". Nun, da sich die Show ihrem Ende nähert, kehren sie aus dem Rampenlicht nach Hause zurück und stellen sich ihrem alten, neuen Leben.

In "Bevor der letzte Vorhang fällt" zeichnet Thomas Wallner ein überwältigend warmes, menschliches Porträt einer Gruppe queerer Menschen, für die das letzte Kapitel ihres Lebens beginnt. Der Dokumentarfilm erzählt von der immerwährenden Suche nach Liebe, herben Enttäuschungen und Selbstzweifeln, aber vor allem von großem Mut. Dem Mut, etwas zu wagen, Neues zu beginnen, zu sich selbst zu stehen – egal in welchem Lebensalter! (cw)

Vimeo | Offizieller Trailer zum Film
Termine

Die Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms "Bevor der letzte Vorhang fällt" findet am 8. Mai 2014 um 20.30 Uhr im RIO1 im internationalen Wettbewerb des Dok.fest München statt. (Online-Kartenvorverkauf hier). Ab 22.00 Uhr Premierenparty im Glam-Club (keine Anmeldung erforderlich). Weiteres Screening in Anwesenheit des Regisseurs am 10. Mai, 22.00 Uhr im Filmmuseum.


#1 TimonAnonym
  • 06.05.2014, 08:55h
  • Ein toller und beeindruckender Film...

    Und beeindruckende, starke Persönlichkeiten...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RaffaelAnonym
  • 06.05.2014, 08:56h
  • Wieso sind die denn nicht mehr auf Tour?

    Schade, ich hätte die auch gerne mal live gesehen...
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#3 FrageAnonym
  • 06.05.2014, 08:57h
  • Mal eine Frage an die Redaktion:
    im Artikel ist von 6 die Rede, aber auf den Fotos und im Video zähle ich 8. Ist das ein Fehler im Artikel oder wie kommt das zustande?
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Der Film begleitet nur sechs Mitglieder der Truppe.
#4 FelixAnonym
  • 06.05.2014, 08:59h
  • Toll, dass sie nach all der Ausgrenzung und Unterdrückung die sie erfahren mussten, niemals aufgegeben haben und so leben, wie sie es wollen...

    Das sind für mich wahre Heldinnen und Helden!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Heiko TAnonym
  • 06.05.2014, 09:12h
  • Antwort auf #4 von Felix
  • Volle Zustimmung!

    Auch wenn man selbst nicht Travestiekünstler, Transsexuell, Transgender, Drag-Queen, o.ä. ist, sind das wahre Vorbilder an Stärke, Lebensmut, Kraft und auch Glamour.

    Bewundernswert, wie sie sich niemals haben unterkriegen lassen und beeindruckend, dass sie uns auch einen Blick hinter die funkelnde Kulisse des Show-Business erlauben.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 Kim SchicklangAnonym
  • 06.05.2014, 09:39h
  • Öhm. Geht es jetzt um Transsexualität oder Travestie? Um schwule Männer, Travestie-Künstler oder transsexuelle Frauen? Ich bin mir nicht sicher, ob da nicht gerade was verwechselt wird...
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#8 PeerAnonym
#9 TimonAnonym
  • 06.05.2014, 16:04h

  • Ist bestimmt ein interessanter Film mit viel Lebensweisheit.

    Schade, dass er in meiner Stadt bestimmt nicht ins Kino kommen wird.
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#10 Matthias_AMSAnonym
  • 06.05.2014, 18:01h
  • In der Trailer-Version sieht der Film spektakulär aus. Darsteller mit großer Ausstrahlung. Und tolle Musik.
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