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Ralf Königs "Lysistrata" startet im Kino. Die spanische Verfilmung setzt den Comic perfekt um. Griechische Tunten erobern Hetero-Krieger.

Von Christian Scheuß

Lilo Wanders hat den Comic "Lysistrata" von Ralf König auf dem Klo ihres Landhauses liegen. Ganz vergilbt liegt er da und belustigt alle, die das stille Örtchen aufsuchen, verrät die Wa(h)re Liebe-Moderatorin. Die 1987 erschienene schwule Neuerzählung der antiken Geschichte des Dichters Aristophanes schafft nun den Sprung von Lilos Toilette auf die große Leinwand. Und die Wanders macht mit als Synchronstimme für die Figur Sülzos.

Nach "Wie die Karnickel" gibt es zwei Jahre später wieder einmal die Verfilmung eines Ralf König-Comics zu sehen. Die spanische Produktion, die bereits 2002 entstanden ist, gelangt nun mit etwas Verzögerung auch in die deutschen Säle. Der Verleih Kinowelt war nach der positiven Resonanz während ein paar Probevorführungen überzeugt, einen potentiellen Hit eingekauft zu haben, und platziert ab 16. Dezember 50 Kopien. Ursprünglich war ein bescheidenerer Start im November geplant.

Die Story beginnt 411 vor Christus. Sparta und Athen bekriegen sich seit 30 Jahren. Um dem sinnlosen Kampf ein Ende zu setzen, besetzen die Athenerinnen unter Führung der lesbischen Feministin Lysistrata die Akropolis. Sie verweigern sich ihren Männern sexuell, und zwar so lang, bis endlich Frieden geschlossen wird. Hepatitos, Anführer der schwulen Gemeinschaft Athens, nutzt die Gunst der Stunde und überzeugt die Armee von der "Zwangshomosexualität", um angestaute Hormone abzubauen und wieder kampffähig zu werden. Nach anfänglicher Skepsis finden mehr und mehr Athener Gefallen am schwulen Liebesspiel, doch den Frauen entgeht natürlich nicht, dass ihr Plan zu misslingen droht.

Regisseur Francesc Bellmunt hält sich ziemlich genau an die Comicvorlage. Die Akteure haben zwar keine Knollennasen, doch die Ständer der verlassenen Krieger sind so mächtig wie in den Zeichnungen. "Wir haben Vibratoren aus dem Sex-Shop genommen", gesteht Bellmunt. "Gut, robust und billig." So drastisch wie die Erektionen sind auch manche Szenen und Dialoge, und so überzeichnet sind die Figuren. Die Heteromänner sind dumpfe Krieger, die Ehefrauen verzweifelte Dummchen und die Schwulen tuntige Verführer. Trotzdem machen die Klischees mehr Spaß als beim "(T)Raumschiff Surprise", wohl auch, weil der Humor aus schwuler Feder stammt. Und Lilo Wanders wie auch Monty Arnold, die den hierzulande unbekannten Schauspielern ihre Stimme leihen, geben ihre allzu näselnde Synchronisation im Laufe der Handlung auf, was allen nur gut tut.

Ralf König selbst wagt keine Prognose, ob "Lysistrata" in Deutschland gut ankommen wird, das hänge von so vielen Faktoren ab. "Der Film hat es auf jeden Fall verdient, Erfolg zu haben", meint er aber. Wenn man nach der Resonanz bei der Pressevorführung geht, wird er das Publikum spalten. Vor allem Frauen verließen wegen der nicht enden wollenden Dauerständer vorab den Kinosaal, während die schwulen Medienvertreter bis zum Schluss blieben.

16. Dezember 2004



#1 WulfieAnonym
  • 16.12.2004, 13:23h
  • In einem Interview sagte R.König aber, dass er mit dem Film nicht ganz zufrieden sei. Der Comic wäre für eine Verfilmung zu kurz gewesen, darum erfanden Autoren noch hier und da was dazu, was nicht unbedingt im Sinne von König war. Dieser wurde nämlich auch nicht in die Dreharbeiten einbezogen.

    Ich brn trotzdem mal gespannt, was daraus geworden ist. Die Trailer, die man im Netz findet, sind ja schonmal recht lustig :)
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#2 MatteoAnonym
#3 OllyAnonym
  • 16.12.2004, 20:30h
  • Witziger als TRaumschiff S ist Lysistrata allemal!
    Man kommt auf seine Kosten wenn man einen Klasse Comic bewegt sehen möchte. Da verzeiht man die Laiendarsteller (?)
    Ich hätte gern mehr Schnuckel gesehen, aber wurde ja nicht von Cardinot verfilmt.
    :-) Olly
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