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| Eurovision Song Contest
  • 06.05.2014           5      Teilen:   |

Vorschau auf die Show aus Kopenhagen

Eurovision 2014 Halbfinale 1 – Das sind die Teilnehmer

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Aram MP3 aus Armenien ist Favorit der Wettbüros und wegen homophober Sprüche in der Kritik. Er darf als erster bei der Show auftreten.

Das erste Halbfinale des Eurovison Song Contest in Kopenhagen wird heute ab 21 Uhr auf Phoenix und im Live-Stream auf eurovision.de übertragen. Auch in diesem Jahr wird wieder Peter Urban als Kommentator am Mikrofon sitzen. Jan Gebauer, Eurovision-Experte von queer.de, bietet hier eine Übersicht der Kandidaten. Mehr zu Proben, Interviews und jede Menge Fotos in unserem Live-Blog, dort wird am Abend auch die Show begleitet.

Armenien: Den Auftakt des diesjährigen Wettbewerbs darf ausgerechnet der absolute Top-Favorit der Veranstaltung bestreiten. Aram Mp3 singt "Not Alone", eine eingangs melancholische Ballade, die später in einen düsteren Drum-and-Bass-Schluss übergeht. Aram soll ja homo- bzw. transphobe Kommentare über Conchita Wurst abgelassen haben, allerdings relativierte er diese bei einem Zusammentreffen der Beiden. Seine Scherze seien nur missverstanden worden. Weniger lustig für ihn: Seine Darbietung ist sehr düster und ernst, auch seine Stimme klingt metallisch hart. Der Finaleinzug ist sicher drin, aber warum sollte er mit so viel Tristesse gewinnen?

Lettland: Die erst 2013 gegründete Gruppe Aarzemnieki versprüht mit ihrem hibbeligen Folk-Pop-Beitrag "Cake to Bake" pure Lebensfreude auf der Bühne, da können die Mitglieder, angeführt vom deutschen Jöran Steinhauer, noch so unglamourös aussehen. Ob sie sich bis zum Halbfinale noch in feine Schale schmeißen ist fraglich, aber immerhin ist der Beitrag stimmig. Es gibt mittlerweile Meinungen, die dem krassen Außenseiter sogar eine Überraschung zutrauen.

Estland: Nach drei sehr starken Beiträgen in Folge haben sich die Esten in diesem Jahr für einen recht durchschnittlichen Pop-Song namens "Amazing" entschieden. Dieser wird allerdings durch die musicalerprobte Sängerin Tatjana Mihhailova aufgewertet. Diese wird den Song mit einem Tänzer so gut wie komplett tanzend präsentieren, was in seinen besseren Momenten latent an Kate Bushs Darbietung im Video von "Running up That Hill" erinnert. Nur hat Tatjana leider nicht deren Anmut! Die Chancen für das Erreichen des Finales sind äußerst gering.

Island: Ein Song für mehr Toleranz und weniger Vorurteile: "No Prejudice" von den Spaßpunkern Pollapönk, die genauso aussehen wie der Name klingt. Nordische Jungs in bunten Anzügen, die ein bisschen durchgeknallt einen Red-Hot-Chili-Peppers-esquen Song präsentieren. Das klingt auf der Bühne ziemlich schräg und nicht immer stimmsicher, macht aber ebenfalls gute Laune. Die Jungs sind sympathisch und die Message stimmt, trotzdem wird es knapp für Island.

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Die Schwedin Sanna Nielsen wird von Scheinwerferkegeln umrundet – in der gestrigen Probe, zu der die Jury abstimmte, zeigte ein Scheinwerfer allerdings in die falsche Richtung.
Die Schwedin Sanna Nielsen wird von Scheinwerferkegeln umrundet – in der gestrigen Probe, zu der die Jury abstimmte, zeigte ein Scheinwerfer allerdings in die falsche Richtung.

Schweden: Hatten die drei vorherigen Halbfinalkandidaten einen semiprofessionellen Charme, geht für Schweden eine absolute Könnerin an den Start. Sanna Nielsen sang insgesamt sieben Mal beim Melodifestivalen, dem schwedischen Vorentschied. Die Folge: Etliche Hits und genug Erfahrung auf einer großen Arenabühne. Sanna singt dementsprechend hervorragend und "Undo" ist perfekter Radio-Pop mit Ohrwurmgarantie. Das Problem? Perfektionismus auf allen Ebenen kann auch leicht langweilig wirken, zumal die 29-jährige Sanna geschminkt und gestylt glatte zehn Jahre älter wirkt.

Albanien: Lieblich schallt der Song "One Night's Anger" als erster vom Eurovisionssampler. Leicht folkig, gut gesungen, da geht schnell die Sonne auf, aber spätestens in der zweiten Hälfte auch wieder unter, wenn der Song düsterer und rockiger wird. Geschmackssache, aber warum trägt die Sängerin Hersi bei den Proben so eine furchtbare Kletschfrisur und einen Goldfummel aus dem Schlagerfundus vom WDR? Und beim E-Gitarrensolo schaut sie leidenschaftslos zur Seite. Schade, aber das wird nichts.

Russland: Die Russen haben dank Putin ein deftiges Imageproblem, da schickte man sicherheitshalber die unschuldig dreinschauenden Tolmatschowa-Schwestern mit dem sanften Pop-Song "Shine". Die Zwillinge gewannen 2006 den Junior-ESC, der hierzulande aufgrund der konsequenten Nichtteilnahme Deutschlands so gut wie unbekannt ist. Die Schwestern werden noch älter als Sanna Nielsen geschminkt, dazu in unmögliche, altbackene Gardinen gezwängt und auf einer riesigen Wippe hin und her geschaukelt. Das wird ganz eng für das Finale – und nur das starke Netzwerk innerhalb Europas kann sie retten.

Aserbaidschan: Auch die Aserbaidschaner gehören stets zu den sicheren Finalkandidaten und landeten zudem bislang immer in den Top-10. Auch Dilara Kazimova hat mit ihrer sehr ruhigen, äußerst traurigen Ballade "Start a Fire" beste Chancen darauf, zudem stammt der Song von Stefan Örn, der den Siegertitel "Running Scared" von 2011 ebenso schrieb wie die Top-fünf-Beiträge 2010 und 2012. Eine schöne, gefühlvolle Nummer, die auch toll in ein Musical gepasst hätte. Die Akrobatin – man braucht ja eine gewisse Show – hätte sie daheim lassen können.

Ukraine: Nach Russland und Aserbaidschan kommt direkt die Ukrainerin, ganz schön gewagt und eventuell eine Stolperfalle für diese drei sonst immer sicher im Finale platzierten Länder. "Tick-Tock" von Marija Jaremtschuk ist einfachster Girlie-Pop, den Atomic Kitten in den 2000er Jahren selbst mit Knebelvertrag höchstens als B-Seite aufgenommen hätten. Ein munteres Tralala-Liedchen, von Maria aber so gut verkauft, dass sie in den Wetten auf Platz drei steht. Auch in der Pressekonferenz macht sie einen sympathischen Eindruck. Zudem gibt es eine hübsche Laufrad-Idee auf der Bühne – die Ukrainer geben sich erneut viel Mühe!

Belgien: Das Riesenbaby, das sich nach seiner "Mother" verzehrt. Axel Hirsoux wird mit seiner inbrünstig gesungenen Ode an seine Mutti das Publikum auf seine Art und Weise spalten wie Conchita Wurst. Schwülstigster Kitsch mit Geisterstunde am Schluss oder zu Tränen rührende Ballade mit Tiefgang? Das Lied ist schön, Axels Stimme ausgefallen, aber beeindruckend. Und wieder gibt es einen Ausdruckstanz à la Pina Bausch im Hintergrund. Entweder rufen alle Mütter Europas dafür an, oder es wird böse abstürzen.

András Kállay-Saunders aus Ungarn könnte Zuschauer wie Jurys beeindrucken
András Kállay-Saunders aus Ungarn könnte Zuschauer wie Jurys beeindrucken

Moldawien: Bis auf eine Ausnahme 2008 haben die Moldawier seit 2005 immer das Finale erreicht, nur um dort meist im Mittelfeld zu versauern. In diesem Jahr gehören sie allerdings zu den – Pardon – gruseligsten Beiträgen: Wütend grölt Cristina Scarlat ihr quälendes "Wild Soul" ins Mikro und reißt sich irgendwann als Klimax den Skalp vom Kopf ab. Dazu hat sie einen schrecklichen Fummel an, der ihr den ehrwürdigen "Barbara-Dex-Award" einbringen könnte. Wenn das weiterkommt, fressen wir den Skalp!

San Marino: Arme, arme Valentina Monetta. Erst zwang ihr Ralph Siegel 2012 den grässlichen "Social Network Song" auf, im folgenden Jahr scheiterte sie hauchdünn mit dem schönen "Crisalide (Vola)" auf Platz elf im Halbfinale und in diesem Jahr muss sie zum dritten Mal in Folge mit Siegels Kompositionskünsten in den Ring steigen. Das hatte es zuletzt 1964-66 gegeben, als Udo Jürgens für Österreich trällerte. "Maybe" ist ein geschmeidiger Song, mit dem die Sängerin in den 1980er Jahren sicher einen guten Platz belegt hätte. Aber 2014 wird sie damit erneut scheitern. Schade für San Marino!

Portugal: Wenn man sich den müden Lambada-Verschnitt "Quero ser tua" von Suzy anhört, könnte man glauben, die Portugiesen haben jegliche Hoffnung aufgegeben, jemals den ESC zu gewinnen. Zum 50-jährigen Teilnahmejubiläum des Mittelmeerlandes gab es nicht Besseres? Schade um die schöne Sprache, die ansonsten wunderbare, sympathische Suzy, ihre sexy Begleittänzer und Portugal an sich, das doch endlich mal wieder in den Top-10 landen sollte. Conchita Wurst ist das übrigens alles egal und hat den Song schon zu ihren Favoriten erklärt.

Niederlande: Ilse DeLange und Waylon alias The Common Linnets fallen mit ihrem staubigen Americana-Song "Calm After the Storm" völlig aus dem Rahmen des Contests. Zwei ernsthafte, in ihrer Heimat überaus erfolgreiche Musiker, die sich ganz auf die Strahlkraft der wunderbaren Komposition und ihre guten Stimmen verlassen. Der relativ zurückhaltende Auftritt könnte im kunterbunten Stilmix des ersten Halbfinales allerdings leicht untergehen. Hoffentlich war es kein schlechtes Omen, als Vorjahresteilnehmerin Anouk ("Birds"), die die Niederländer nach einer jahrelangen Flopserie zurück in die Top-10 führte, eine DVD von Ilse in den Müll beförderte und ein Foto davon auf Twitter verbreitete.

Montenegro: Kroatien, Serbien, Bosnien – alle abgesagt. Kurioserweise trauen sich nur die kleineren Balkenstaaten zum Contest. Der auf dem Balkan als Star gefeierte Sergej Cetkovic und sein melancholisches "Moj svijet" sind dabei der mit Abstand beste Beitrag dieser Länder. Schon das überraschend aufwendige Promo-Video überraschte die Fans. Wunderbar dramatisch, so könnte den bislang glücklosen Montenegrinern damit endlich der erste Finaleinzug gelingen. Und dort ist dann alles möglich.

Ungarn: Starker Tobak aus Ungarn, denn in "Running" von András Kállay-Saunders geht es um Kindesmissbrauch. András gehört zu den heißesten Newcomern seines Landes und damit ist nicht nur sein gutes Aussehen gemeint. Einige Hits gehen bereits auf sein Konto und "Running" wird sich da sicher einreihen. Der Sänger verkauft den modern produzierten Song hervorragend auf der Bühne, dazu gibt es eine geschickt eingesetzte Tanzeinlage. Gehört zu den Favoriten – und das zurecht.

Deutschland darf in diesem Halbfinale leider nicht abstimmen, sondern erst am Donnerstag. Hier werden auch Conchita Wurst für Österreich und Sebalter für die Schweiz dabei sein. Folgende zehn Länder werden nach Meinung von Jan den Sprung ins Finale schaffen: Armenien, Lettland, Schweden, Aserbaidschan, Russland, Ukraine, Belgien, Niederlande, Montenegro und Ungarn.

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Tags: eurovision, kopenhagen, halbfinale, aram mp3, sanna nielsen, andrás kállay-saunders
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Reaktionen zu "Eurovision 2014 Halbfinale 1 – Das sind die Teilnehmer"


 5 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
06.05.2014
11:19:14


(+2, 2 Votes)

Von m123


Bloß nicht für den homophoben Sänger von Armenien voten!


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#2
06.05.2014
11:36:47
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Das müsstest du denen sagen die im ersten Halbfinale voten können. Deutschsprachige hat es keine dabei.

Das sind die Länder die heute Abend daran teilnehmen. Und damit siehts ziemlich düster aus. Er wird wohl leider ins Finale kommen.


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#3
06.05.2014
11:45:29


(+2, 2 Votes)

Von m123
Antwort zu Kommentar #2 von daVinci6667


Ich bezog mich ja nicht nur auf's Halbfinale.

Und vielleicht lesen ja auch deutschsprachgie Menschen, die in den Nachbarländern oder an der Grenze zu den Nachbarländern leben, die im ersten Semifinale voten dürfen diese Nachricht.


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#4
06.05.2014
12:07:37


(+3, 3 Votes)

Von m123


Alle sagen ja, dass das erste Halbfinale so stark besetzt ist.

Ich finde aber, entgegen der allgemeinen Meinung, dass das zweite Halbfinale das deutlich stärkere Halbfinale ist.

Im zweiten Halbfinale gibt es vielleicht nur fünf oder sechs Songs, die sehr schlecht sind. Im ersten Halbfinale gibt es dagegen zehn bis elf grauenvolle Songs.


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#5
06.05.2014
17:54:39


(-2, 2 Votes)

Von Aram


hier ist "Eurovision" und nicht Ilga-Europe, man stimmt über das beste Lied ab und nicht, welches Land nun in Europa am schwulenfreundlichsten ist. ganz zu schweigen davon, dass die Kriterien von Eurovision viel mehr vertrauenswert zu sein scheinen, und das Ergebnis ist meistens kristallklar.

mir ist das Lied von Aram auch am besten gefallen, an ihn wird meine Stimme an diesem abend auch gehen.


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