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  • 06.05.2014           49      Teilen:   |

Streit eskaliert

Berlin: Grüne und LSU boykottieren "Stonewall-CSD"

Artikelbild
Die Stonewall-Parade schrumpft bereits, bevor der erste Wagen losgefahren ist (Bild: Norbert Blech)

Die Auseinandersetzung um den Hauptstadt-CSD geht in die nächste Runde: Jetzt ziehen sich die Grünen und die CDU von der Veranstaltung zurück.

Die LGBT-Verbände von Grünen und CDU wollen kommenden Monat nicht an der "Stonewall CSD Parade 2014" teilnehmen. Am Dienstag teilten sowohl die Landesarbeitsgemeinschaft QueerGrün als auch die Berliner Lesben und Schwulen in der Union (LSU) mit, dass sie sich nicht an der traditionsreichen Parade beteiligen wollten. Grund ist die neue Strategie des CSD e.V., die nicht genügend mit der Szene debattiert worden sei.

Hintergrund: Der CSD-Verein hatte Anfang diesen Jahres für Aufregung gesorgt, weil er die CSD-Parade in "Stonewall Parade" umbenennen wollte (queer.de berichtete). Auch das Vorhaben, den neuen Namen schützen zu lassen und von allen Beteiligten Lizenzgebühren zu kassieren, stieß auf Proteste. Der Streit führte Anfang Juli bereits zum Austritt der Berliner Aids-Hilfe aus dem Verein (queer.de berichtete).

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"Community ignoriert"

"Es entspricht nicht unserem Demokratieverständnis, wenn die Wünsche und Sorgen der Community ignoriert werden", begründete QueerGrün-Sprecherin Maria Meisterernst die Entscheidung in einer Pressemitteilung. "Alle Versuche, die geplanten Veränderungen 2014 auszusetzen, um in Ruhe mit allen Beteiligten über das weitere Vorgehen zu diskutieren, wurde von den Verantwortlichen leider abgelehnt", bedauert Meisterernst.

Die Landesarbeitsgemeinschaft erklärte weiter, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Man wolle auch vorerst Mitglied des CSD e.V. bleiben. Der Verein müsse aber Diskussionen erlauben und dürfe nicht mehr ohne Absprache Tatsachen schaffen.

Am Dienstagnachmittag erklärte zudem der LSU-Landesvorsitzende Jurgen Daenens gegenüber queer.de, dass sich auch die Lesben und Schwulen in der Union von der Veranstaltung zurückziehen würden. Er mahnte den CSD-Verein an, sich dialogbereit zu zeigen "und endlich einen Kompromiss zu finden".

Bereits im letzten Jahr hatte der CSD-Verein für Unverständnis unter den Christdemokraten gesorgt, weil dieser die Teilnahme der CDU an der Parade zunächst verboten hatte (queer.de berichtete). Als Grund nannte CSD-Geschäftsführer Robert Kastl, dass die Christdemokraten die Gleichstellung blockierten und den CSD nur als Werbeveranstaltung vor der Bundestagswahl nutzen wolle. Am Ende durfte aber ein überarbeiteter LSU-Wagen mitfahren (queer.de berichtete).

Andere Parteien könnten sich Boykott anschließen

Einen LSU-Wagen wird man beim "Stonewall CSD" dieses Jahr vergeblich suchen
Einen LSU-Wagen wird man beim "Stonewall CSD" dieses Jahr vergeblich suchen (Bild: easy-berlin / flickr / cc by-nd 2.0)

Vertreter der LGBT-Gruppen aller fünf großen Parteien haben bereits im Februar diesen Jahres einhellig den CSD-Verein für seine neue Richtung kritisiert (queer.de berichtete). Daher könnten in den nächsten Tagen auch die LGBT-Gruppen von SPD, Linkspartei und FDP dem Boykott folgen.

Die Grünen und die LSU haben noch nicht bestätigt, ob sie sich statt am "Stonewall CSD" an der Parade des Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014 beteiligen wollen, das im April gegründet wurde. Für den 21. Juni plant das Bündnis parallel zum Stonewall-CSD eine politische Demonstration, deren Route unter anderem an der ugandischen und russischen Botschaft sowie am Holocaustmahnmal vorbeiführen soll.

Der "Stonewall CSD" will unterdessen an seiner Route vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor festhalten. Allerdings wurde die Strecke noch nicht genehmigt, da noch unklar ist, wie die Fanmeile der parallel stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft gesichert werden kann. (dk)

Links zum Thema:
» CSD Berlin (Stonewall)
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Tags: csd, berlin, lsu, grüne
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Reaktionen zu "Berlin: Grüne und LSU boykottieren "Stonewall-CSD""


 49 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
06.05.2014
16:23:40


(+10, 18 Votes)

Von Koalitionen


Teil- und Unterorganisationen der Hassverbreiter und Homophobie-Züchter Europas, namentlich CDU/CSU, gehören von jeglicher CSD- oder "Stonewall"-Veranstaltung, die nicht zur völligen Farce verkommen soll, ausgeschlossen.


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#2
06.05.2014
16:28:53


(+5, 7 Votes)

Von torbaum
Aus Berlin
Mitglied seit 03.12.2012


Auch ich habe in diesem Jahr meine Konsequenzen gezogen. Es wird das erste Jahr sein, an dem ich nicht am CSD Berlin teilnehmen werde. Obwohl ich es immer noch wichtig finde, dass fröhlich auf die noch existierenden Ungerechtigkeiten demonstriert werden muss, aber was sich der Verein CSD e.V. dieses Jahr geleistet hat, mit welcher Unverfrorenheit er die eigenen (teilweise auch sehr persönliche und finanzielle) Interessen vertritt, kann und will ich mich von dieser Selbstdarstellung Einzelner distanzieren und mich nicht zum Spielball weniger machen lassen. Es blutet mir das Herz, aber ich werde meinen CSD finden (vielleicht Dresden???). Eine Gegendemo zeigt nur die Zerissenheit der Community. Vielen Dank an Robert Kastl - er hat das es geschafft in die Geschichte der schwulen Community einzugehen - nämlich als derjenige, der die Community zerstörrte .... trauriger Erfolg!


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#3
06.05.2014
16:30:54


(+4, 8 Votes)

Von torbaum
Aus Berlin
Mitglied seit 03.12.2012
Antwort zu Kommentar #1 von Koalitionen


Der Regenbogen ist bunt, die Community auch! Und der Einzelne ist immer willkommen, über die Parteien an sich kann man streiten.


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#4
06.05.2014
16:31:49


(-2, 18 Votes)

Von m123


Na da scheinen sich ja welche zu streiten wie im Kindergarten.

Wichtig für mich ist einfach, dass es mal eine rein politische Demo für gleiche Rechte gäbe. Aber die wird es wegen den Partywütigen nie geben. Leider. Naja, wer nicht EFFEKTIV für seine Rechte demonstriert, muss sich auch nicht wundern wenn uns die Politik noch viele weitere Jahre diskriminiert.

Dann viel Spaß noch beim vergnügten Feiern der Tatsache, dass Schwule und Lesben in Deutschland im Jahr 2014 immer noch rechtlich diskriminiert werden. Und immer dran denken, je nackter und schriller man über die Straße läuft, je mehr man säuft und angetrunken tanzt, desto effektiver der Protest und desto wahrscheinlicher wird es, dass die CDU umdenkt und Angela Merkel gleiche Rechte für alle verkündet. Ist ja logisch, nicht wahr?


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#5
06.05.2014
16:38:08


(+5, 5 Votes)

Von torbaum
Aus Berlin
Mitglied seit 03.12.2012


Willkommen im Jahr 2014 - inzwischen wird der politische Kampf dort ausgetragen, wo hingehört: in den Parteien, politischen Vereinigungen, in gesellschaftlich relevanten Gruppen und in den Parlamenten. Die Parade ist der "spaßige" Höhepunkt von Wochen politischen Handelns, von Workshops und Aktionen.


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#6
06.05.2014
16:55:04


(+7, 11 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #4 von m123


Und Du denkst immer noch, wenn Du mit Deinem Freund ein Kiss-In vor alten Leuten gibst, dann ist das ein Akt hoechster politischer Demonstration? Nun ja...
Ich finde es unertraeglich, was hier geschieht. Kenne jedoch die wahren Hintergruende nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass hier ganz eigene poltische Sueppchen gekocht werden. Und natuerlich geht es mit Sicherheit auch um persoenliche Eitelkeiten. Unabhaengig von welcher Seite.
Doch wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Und das koennte doch ohne weiteres Mutti und ihre homophobe Partei sein. Insofern leisten die Leute von der LSU (und auch die Gruenen) der Sache an sich einen Baerendienst.
Wenn das ihre Strategie zur Veraenderung innerhalb ihrer Partei ist, dann gute Nacht.
Teile und herrsche - hat noch immer prima funktioniert.


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#7
06.05.2014
17:37:17


(-5, 15 Votes)

Von Berlin
Aus Berlin
Mitglied seit 25.07.2013


und wieder ist der Papst an allem schuld

manchmal kann man den eigenen Augen nicht glauben, wozu dieser Mann überhaupt fähig ist


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#8
06.05.2014
17:39:10


(+3, 11 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Es ist nicht unbedingt ein Zeichen von Politisierung des viel gescholtenen CSD wenn die LSU nicht mitläuft - finde ich eigentlich super, sie sind einer Ausladung zuvorgekommen. Und die Grünen werden - trotz aller Verdienste um LGBT*-Rechte immer neokonservativer und wanzen sich an die bürgerliche Mitte ran, wie fast alle Parteien. Gay is out - also verprellen sich die Grünen die Spießer in den eigenen Reihen nicht, wenn sie so tun, als würden sie wegen des rüden Umgangstons beim CSD e.V. nicht mitlaufen. Für ein modernes Familienbild - auch für Regenbogenfamilien - vermisse ich das Engagement der Grünen - die sind auch schon auf den Vati, Mutti und Kind(er)-Tripp. Auch allen anderen, die den CSD so furchtbar oberflächlich und peinlich finden: und tschüss.... einfach den CSD in Trier oder Würzburg besuchen, die sind beschaulich und harmlos...
Das Argument, der CSD-Berlin beschädige das Ansehen der Homosexuellen weil er zu freizügig ist, ist schlichtweg feige und bescheuert. Es sind eben nicht alle Schwuletten bei der CDU, AfD, FDP oder sonst einer Anzugträgerpartei. Am besten die gründen auch einen CSD - der hat dann zwar das Flair einer Sparkassenangestellten-Weihnachtsfeier, aber wer's braucht...


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#9
06.05.2014
18:07:35


(+6, 8 Votes)

Von torbaum
Aus Berlin
Mitglied seit 03.12.2012
Antwort zu Kommentar #8 von Monster_Baby


Hey - es geht doch nicht um Freizügigkeit !!! Es geht darum, dass der Verein den gesamten CSD zu eigenen (teils privaten, teils gewerblichen) Zwecken umgestalten möchte. Das der CSD schon immer freizügig war und das der CSD immer politisch war ist Dir wohl entgangen. Es ist doch nur konsequent, wenn die Parteien absagen. Oder meinst Du die Absage der Aidshilfe ist darauf basiert, dass der CSD zu freizügig oder zu politisch wird. Nein, das hat der angesehenste Verein der schwulen Community nicht nötig. Es ist halt so, dass die wenigen des Vereins glauben, dass sich die Welt nur um sie dreht. Und nur der Verein hat die Marketingrechte auf Stonewall - also einmal den Namen nutzen und Du musst blechen. Und das Geld für die Grafiken/Publikationen/Layout steckt sich der Geschäftsführer in die eigene Tasche - von Amtstrennung keine Spur.... ach das geht doch nicht so....


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#10
06.05.2014
18:08:33


(+7, 13 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #4 von m123


>"Wichtig für mich ist einfach, dass es mal eine rein politische Demo für gleiche Rechte gäbe."

gab es 1965 schon mal: schwul-lesbische demo vor dem weißen haus, organisiert von der mattachine society. rein politisch und betont seriös. kleiderordnung: anzug und krawatte für die herren, dezenter rock für die damen. ergebnis: hat niemanden interessiert. kommentar anderer homos: sah aus wie ein bestatterInnen-kongress.

ich kann weiterhin nicht erkennen, wer dich und deine glaubensgenoss_innen daran hindert, sowas ähnliches zu organisieren. auf die zuschauer_innen-zahlen, das presse-echo und den politischen erfolg wäre ich nämlich wirklich sehr neugierig.


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