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  • 07.05.2014           16      Teilen:   |

Erster öffentlicher Auftritt nach Coming-out

Hitzlsperger: "Der Kampf ist nicht zu Ende"

Artikelbild
Bekam nach seinem Coming-out im Januar rund 4.000 E-Mails, die meisten davon positiv: Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger (Bild: dictum media)

Vier Monate nach seinem Coming-out spricht der ehemalige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger erstmals ausführlich über die Reaktionen.

Moderator Bernd Dassel hatte einfach Glück gehabt. Schon im vergangenen Jahr hatte er den Termin mit Thomas Hitzlsperger klargemacht: Am 5. Mai sollte der ehemalige Fußballnationalspieler beim 154. "Talk im Bock" in der Festhalle von Leutkirch, also mitten im Allgäu, über die anstehende Weltmeisterschaft in Brasilien plaudern. Doch Anfang des Jahres kam sein Coming-out dazwischen, und der Titel der Veranstaltung wurde entsprechend ergänzt: "WM-Fieber und das Outing – Über Titel, Tore und Wichtigeres".

Die Neugierde auf den ersten großen Auftritt des ersten offen schwulen Ex-Nationalspielers hielt sich in Grenzen. Nach einem Bericht der "Schwäbischen Zeitung" war die Festhalle Leutkirch am Montagabend bei weitem nicht gefüllt. Und auch Moderator Bernd Dassel schien leider nicht allzutief beim Thema Homosexualität im Profifußball bohren zu wollen, konnte Hitzlperger dennoch einige neue Aussagen und persönliche Einschätzungen entlocken.

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CSD-Auftritt? "Das lasse ich auf mich zukommen"

Hitzlspergers Coming-out löste im Januar ein überwältigendes Medienecho aus
Hitzlspergers Coming-out löste im Januar ein überwältigendes Medienecho aus

"Ich äußere mich zu meiner Homosexualität, weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte", hatte Hitzlsperger in dem legendären, am 8. Januar diesen Jahres veröffentlichten Interview mit der "Zeit" gesagt. Sein Coming-out löste zwar einen mehrwöchigen Mediensturm aus, er selbst machte sich in den Folgewochen und -monaten allerdings auffallend rar. Er wolle "nicht zur Ikone einer Schwulenbewegung im Sport werden", lautete eine seiner Begründungen.

Auch beim "Talk im Bock" lehnte Hitzlsperger eine Rolle als Gallionsfigur für Schwule und Lesben ab. "Ich hatte eine Botschaft", erklärte er seinen Gang an die Öffentlichkeit, "und danach hatte ich nichts mehr zu sagen".

Bereut habe er seinen Coming-out keinesfalls, stellte der Fußballer klar. "Es wurde danach viel gesprochen über Homosexualität im Profisport. Im Nachhinein kann ich sagen: Es ist was passiert, es hat sich was getan." Wenn er von Leuten auf der Straße angesprochen wird, so versicherte er, seien diese Äußerungen "eigentlich immer positiv". In E-Mails habe es jedoch auch derart üble Beleidigungen gegeben, dass er die auf keinen Fall selbst in den Mund nehmen werde. Diese Worte versuche er "zu verdrängen, zu vergessen". Insgesamt seien rund 4.000 E-Mails bei ihm eingegangen, die meisten davon wohlwollend und solidarisch. "Viele sind mir sehr nahe gegangen", sagte Hitzlsperger.

Seit seinem Coming-out erhalte er zahlreiche Anfragen, ob er helfend zur Seite stehen könne – unter anderem von schwulen Fanclubs. Von deren Existenz habe er früher gar nichts gewusst, gestand Hitzlsperger bei der Talkrunde im Allgäu. Dazu sei er – je nach Fall – auch gerne bereit. Er wolle versuchen, "aus dem Hintergrund zu helfen", schließlich sei der Kampf um Akzeptanz für Lesben und Schwule "noch nicht zu Ende". Offen ließ es Hitzlperger allerdings, ob er auch an großen Veranstaltungen wie CSD-Paraden teilnehmen werde: "Das lasse ich auf mich zukommen."

Ehrengast beim Charity-Dinner der Hirschfeld-Stiftung

Bei einem Großereignis der queeren Community hat der Profispieler jedoch schon zugesagt: Am 4. September ist Thomas Hitzlsperger Ehrengast beim zweiten Charity-Dinner der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Berlin (queer.de berichtete). Die Erlöse des Fundraising-Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) steht, sollen den beiden Stiftungs-Projekten "Fußball für Vielfalt" und "Archiv der anderen Erinnerungen" zu Gute kommen.

"Ich unterstütze die Bildungs- und Forschungsinitiative 'Fußball für Vielfalt' der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport", erklärte Hitzlsperger dazu gegenüber "Sport Bild". "Wir brauchen im Sport aktives Handeln der Vereine, Vorbilder und klare Signale gegen Homosexuellenfeindlichkeit." Der Ex-Nationalspieler bat zudem um finanzielle Unterstützung für die Kampagne: "Bitte spenden Sie daher für dieses Vielfaltsprojekt, damit wir Maßnahmen zur Förderung eines vorurteilsfreien Klimas und eine Kultur gelebter Vielfalt im Sport schaffen können."

Im Rahmen der Bildungs- und Forschungsinitiative "Fußball für Vielfalt" entwickelt die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gemeinsam mit der Universität Vechta Bildungsmodule für Vereine und Verbände, insbesondere für die Arbeit mit Jugendlichen und deren Eltern. Stiftungsvorstand Jörg Litwinschuh dankte Hitzlsperger am Mittwoch für sein Engagement: "Thomas Hitzlsperger besitzt eine große Vorbildfunktion für viele Menschen in Deutschland. Sein mutiges Coming-out ist Vorbild für andere Sportlerinnen und Sportler, zu ihrer sexuellen Identität selbstbewusst zu stehen." (cw)

Links zum Thema:
» Persönliche Homepage von Thomas Hitzlsperger
» Homepage der Kampagne "Fußball für Vielfalt"
» Anmeldeformular für das zweite Charity-Dinner (PDF)
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Tags: thomas hitzlsperger, schwuler fußballer, fußball und homosexualität, fußball für vielfalt, charity-dinner
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Reaktionen zu "Hitzlsperger: "Der Kampf ist nicht zu Ende""


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
07.05.2014
09:20:42


(+9, 11 Votes)

Von Felix


Da gebe ich ihm vollkommen recht.

Alleine schon, dass man uns im Jahr 2014 weiterhin rechtlich als Menschen zweiter Klasse behandeln kann, ohne dass es einen breiten Aufschrei in der Bevölkerung gibt, sagt sehr viel sowohl über die Politik und Justiz als auch über die Gesellschaft aus...

Oder auch, wie vehement und radikalisiert sich manche gegen Aufklärung an Schulen wehren, die in anderen Ländern selbstverständlich ist, ist ein weiterer Beleg.

Würde man das, was man mit Schwulen und Lesben macht, mit anderen Minderheiten machen, wäre der Aufschrei groß!

Wir müssen endlich alle an einem Strang ziehen - dann könnten wir so viel mehr erreichen!


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#2
07.05.2014
09:24:08


(+9, 11 Votes)

Von Marek
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


"Wir müssen endlich alle an einem Strang ziehen - dann könnten wir so viel mehr erreichen!"

Volle Zustimmung!

Statt uns über Namen von CSDs zu streiten (und abzuspalten) und ähnlichen Kindergartenkram sollten wir lieber alle zusammen, Seite an Seite für unsere Rechte und die volle Gleichstellung kämpfen!!


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#3
07.05.2014
09:57:59


(-4, 12 Votes)

Von ehemaligem User Mikesch
Antwort zu Kommentar #2 von Marek


'Seite an Seite' - das hört sich ja richtig pathetisch an.
Ob wir das hinbekommen?


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#4
07.05.2014
11:31:23


(+10, 12 Votes)

Von FOX-News


Der Kampf ist lange nicht zu Ende. Und gestern Abend hab ich die Reportage auf dem NDR kaum ertragen können. Der (schwule) Reporter war u.a. auf einer Demo gegen den Bildungsplan in BaWü. Es ist entsetzlich was da gesagt wurde. Eine Dame stellte Homosexuelle mit Mißgeburten wie einer zweiköpfigen Ziege (oder Kuh) gleich. Mir war zum Heulen.

Hier nochmal zum Anschauen für alle die es nicht gesehen haben:
Link zu www.ndr.de


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#5
07.05.2014
11:53:16


(+10, 10 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von FOX-News


Ich hab die NDR-Reportage vor einer Stunde gesehen und mir ging es ebenso!

Auch wenn solche Äußerungen schwer zu ertragen sind, ist es dringend notwendig, dass wir die Realität solcher Menschen und ihrer menschenverachtenden Einstellungen deutlich wahrnehmen, zumal viele von uns derart krasse Äußerungen wohl aus ihrem alltäglichen Umfeld nicht kennen, ... aber 'der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch'!

Der Kampf ist noch lange nicht zu Ende und es ist ungeheuer wichtig, dass 'wir' Seite an Seite vorangehen (man muss es ja nicht so pathetisch sagen wie in dem alten Arbeiterlied) und uns nicht durch dummen Zickenkrieg auseinander dividieren lassen.


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#6
07.05.2014
12:16:01


(+8, 10 Votes)

Von Simon H


Toll, dass er sich auch weiterhin für Homorechte einsetzt.

Das müsste er nicht - aber er macht es!

Er ist sich seiner Vorbild-Rolle bewusst und das macht ihn zu einem wahren Helden!


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#7
07.05.2014
12:34:16


(-5, 9 Votes)

Von ehemaligem User Mikesch
Antwort zu Kommentar #6 von Simon H


Mal langsam mit dem Heldentum, abwarten. Außerdem muss er sich in die Situation erst mal einfinden.


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#8
07.05.2014
13:21:31
Via Handy


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User Robby
Antwort zu Kommentar #3 von Mikesch


Mit DIR und 'm123' sicher nicht. Ihr verleugnet euch und euer Schwulsein permanent selbst und macht auf Hetero. Wie wollt IHR dann OFFEN UND SICHTBAR mit uns anderen gegen die Homophobie und Diskriminierung kämpfen?! Geht faktisch nicht, denn sonst könnte euch ja noch irgendwer als SCHWULEN ansehen...


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#9
07.05.2014
18:10:37


(-5, 7 Votes)

Von ehemaligem User Mikesch
Antwort zu Kommentar #8 von Robby


Du weißt das natürlich am besten.

"Wie wollt ihr (m123, Mikesch) ... mit uns anderen... kämpfen?"
Das hört sich an wie "Zwei gegen den Rest."
Machst du es dir nicht etwas zu einfach, ist die "Community" in dieser Frage nicht gespalten?

Ich will jetzt nicht wieder eine Grundsatzdiskussion beginnen, hab's aber schon mal geschrieben:
Wir müssen bei Demos nicht belächelt, sondern ernst genommen werden. Gern auch "offen und sichtbar."


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#10
07.05.2014
19:49:32


(+6, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ein sympathischer Mann und super, daß er sich für die LGBTI-Rechte einsetzt!


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