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  • 07.05.2014           71      Teilen:   |

"Therapie" auf Rezept

NDR-Reportage: Homo-"Heiler" tricksen Krankenkassen aus

Artikelbild
Der Chef der Katholischen Ärzte gibt zu, dass Homo-Heiler in seinem Berufsstand bei der Abrechnung "tricksen" (Bild: Screenshot NDR)

In einer halbstündigen Sendung zeigt ein schwuler Reporter, wie leicht es für Homo-"Heiler" ist, sich ihre wissenschaftlich längst widerlegten Therapien von Krankenkassen bezahlen zu lassen.

Der TV-Journalist Christian Deker hat in der am Dienstagabend im NDR-Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation "Die Schwulenheiler" Ärzte und Aktivisten besucht, die Homosexualität als behandelbare Krankheit betrachten. Die 30-minütige Sendung aus der Reihe "Panorama – Die Reporter" zeigte, dass auch in Deutschland Krankenkassen für Homo-"Heilung" bezahlen, indem die Ärzte Diagnosen nur sehr vage angeben. Damit finanzieren deutsche Beitragszahler diese Praxis mit.

In der Sendung erhielt Deker nach mehreren Arztbesuchen, in denen er sich angeblich von seiner Homosexualität "heilen" lassen wollte, als Privatpatient Rechnungen mit verschleiernden Erklärungen: Ein Arzt in Dresden gab etwa die Diagnose "psychische Störung" an, ein Arzt in Hamburg berechnete die "Erörterung einer lebensverändernden Erkrankung" – eine Formulierung, die nach der Gebührenverordnung eigentlich für schwere Krankheiten wie Krebs vorgesehen ist.

Gesetzliche und private Krankenkassen wollten auf Anfrage nicht deutlich zum Thema Stellung beziehen. Allerdings sagte keine einzige Kasse, dass Homo-Heilung grundsätzlich nicht bezahlt werden dürfe.

Für die Homo-"Heilung" hatte sich bereits in der Vergangenheit insbesondere der Bund Katholischer Ärzte eingesetzt, der mit Werbeständen auch beim Deutschen Katholikentag aufgetreten ist (queer.de berichtete). Für die NDR-Reportage wurde BKÄ-Chef Gero Winkelmann Ende März bei einem christlichen Gesundheitskongress in Bielefeld interviewt. Der 1954 geborene überzeugte Katholik bestätigte, dass Homoheiler-Ärzte bei Diagnosen "tricksen" könnten. Homosexualität sei "unser heißes Eisen", so Winkelmann weiter. "Ich sehe in [Homosexuellen] Leute, die eine schwere Last tragen. Und wir als Ärzte sollen ihnen diese Last nehmen, dass sie nicht mehr unter Druck stehen, sich sexuell so benehmen zu müssen".

Fortsetzung nach Anzeige


"Du musst auch keine Atombombe schmeißen"

Homosexualität verglich Winkelmann mit dem Gebrauch von Massenvernichtungswaffen: "Wenn man sagt: 'Kinder es ist alles erlaubt' […], dann ist das auch eine Kapitulation. Man muss nicht alles machen, bloß weil's vielleicht geht. Du musst auch keine Atombombe schmeißen".

Ärzteverbände warnen generell vor der Konversionstherapie, da diese nutzlos sei und Homosexuelle in die Depression oder gar den Selbstmord treibe. So verabschiedete der Weltärztebund im vergangenen Jahr eine Stellungnahme, nach der Konversionstherapien "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien. "Es gibt [für diese Methoden] keine medizinische Indikation und sie stellen eine ernste Gefahr für die Gesundheit und die Menschenrechte von denen dar, die behandelt werden", so die Argumentation der internationalen Vereinigung, der mehr als 100 nationale Ärzteverbände angehören (queer.de berichtete).

Die Thesen der Homo-Heiler sind in Teilen der christlichen Kirchen noch weit verbreitet: So wird am 22. Mai ein evangelisch-evangelikaler Kongress in Kassel veranstaltet, auf denen die führenden deutschen Vertreter der Gattung auftreten (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Die Sendung in der NDR-Mediathek
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Tags: ex-gays, homo-heiler, ndr, bund katholischer ärzte
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Reaktionen zu "NDR-Reportage: Homo-"Heiler" tricksen Krankenkassen aus"


 71 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.05.2014
11:56:07


(+14, 16 Votes)

Von Felix


Das ist ja wohl der Hammer, dass diese Fundamentalisten ihre hochgefährliche Gehirnwäsche auch noch von den Krankenkassen bezahlt werden.

Das muss endlich verboten werden!! (Das haben ja CDU, CSU und FDP abgelehnt. Wenigstens das muss die SPD jetzt mal angehen...)

Hier geht es um Menschenleben!


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#2
07.05.2014
11:57:38


(+15, 17 Votes)

Von Finn


Danke an den NDR, der diese Machenschaften aufgedeckt hat.

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben doch noch ab und zu hochwertiges Programm...

Hoffentlich wird das alles jetzt ein Ende finden und diese Gehirnwäsche-Therapien endlich verboten werden.


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#3
07.05.2014
12:00:27


(+14, 16 Votes)

Von Peer


Schlimm genug, dass diese extremistische Gehirnwäsche nicht verboten ist.

Dass das aber auch noch von den Krankenkassen finanziert wird, ist ein Skandal...

Diese fundamentalistischen Fanatiker verdienen sich auch noch eine goldene Nase mit ihren Menschen-Experimenten. Geld, dass sie dann in weitere Hetze stecken...

Das MUSS endlich verboten werden - nicht nur die Finanzierung, sondern auch diese Therapien, die schwerste psychische Schäden verursachen und bis zum Selbstmord führen.


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#4
07.05.2014
12:02:27


(+14, 16 Votes)

Von Simon H


Wenn ich daran denke, dass noch vor wenigen Monaten CDU/CSU und FDP wortreich erklärten, warum man solche Homoheiler nicht verbieten will, kann ich gar nicht so viel essen, wie ich gerne kotzen will.

Nicht GLBTI sind die Perversen, sondern diese degenerierte Gesellschaft, die solche faschistischen Kräfte wählt...


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#5
07.05.2014
12:16:11


(+13, 13 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es ist schwierig zu ertragen, was dort von Passanten und sog. Ärzten gesagt wird, aber wir müssen klar wahrnehmen, mit was für einem Bodensatz wir es da zu tun haben.

Die Finanzierung solcher 'Therapien' aus öffentlichen Mitteln und Krankenkassenbeiträgen sollte möglichst bald unterbunden werden, wozu dann allerdings auch gehört, dass alle Therapeuten sehr viel detaillierter Auskunft darüber geben müssen, was sie eigentlich treiben. Ansonsten werden sie immer wieder ein Hintertürchen finden - wie in der Reportage gezeigt.

Die wichtigste Frage aber wurde wieder in dem Bericht nicht erörtert: Wieso haben diese Menschen solche Probleme mit der Lebensweise und Beschaffenheit anderer? Was geht es sie eigentlich an? Wenn sie Homosexualität für so abscheulich halten, weshalb beschäftigen sie sich überhaupt damit?

Für mich steckt da immer noch - wie beim §175 und auch bei allen 'religiös'-motivierten Ablehnungen der Homosexualität - der Gedanke dahinter, dass ein Gott ein Volk, eine Gruppe, die Menschheit bestraft, wenn man bestimmte Dinge nicht bekämpft! Die gleiche Motivation also, mit der auch schon im Mittelalter Homosexuelle, Juden etc. 'beseitigt' werden sollten. Das zeigt noch deutlicher, wes Geistes Kind die 'Vertreter der Gattung' sind!


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#6
07.05.2014
12:31:47
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von ehemaligem User Robby
Antwort zu Kommentar #5 von stephan


Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Was allerdings ein Verbot dieser perversen 'Homo-Heiler' und ihrer Praktiken betrifft, dürfte es leider noch ein paar Jahre dauern und es bedarf noch viel mehr Aufklärung, was in einer Konversionstherapie wirklich gemacht wird. Und vergiss nicht, dass die Bundesmutti samt ihrem erzkonservativem homophobem Haufen diese perversen Homo-Heiler immer noch gutheißt und fördert.


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#7
07.05.2014
12:37:08


(+8, 12 Votes)

Von Oliver43


Das ist unglaublich, das dies in Deutschland immer noch möglich ist und sogar von den Krankenkassen bezahlt wird. Ein Skandal !!!

Danke, für die gute Dokumentation von Herrn Deker !


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#8
07.05.2014
12:52:32


(+11, 11 Votes)

Von FOX-News


Schade, dass die Reportage "nur" im NDR ausgestrahlt worden ist und nicht in der ARD, dann hätte sie eine größere Reichweite.


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#9
07.05.2014
13:23:43


(+10, 10 Votes)

Von mx5972
Aus Kerpen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 17.02.2013


So etwas müsste nicht verboten werden, es muss!!!

Und diese sogenannten "Ärzte" müssen öffentlich bekannt gemacht werden!!! Mal sehen wie viele Menschen da noch hingehen! Ich hoffe niemand mehr!!


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#10
07.05.2014
13:39:50


(+11, 11 Votes)

Von AntiFanti
Aus Berlin
Mitglied seit 02.04.2013


...er eigentliche "skandal" ist doch, dass all diese dinge längst bekannt sind, alleine das thema blutspende.
mich erschreckt es viel mehr dass WIR schwulen uns das gefallen lassen, kein verband äußert sich dazu u. wenn wird ein bericht in den queeren medien veröffentlich, man empört sich u. das war es dann.
ich weiß selbst auch nicht wie man vorgehen könnte, habe es aber satt mich ständig als abartiges etwas von teilen der gesellschaft bezeichnen zu lassen.
es gibt doch auch keine einzige gruppe von schwulen die gegen die heterosexualität vorgeht. mich wundert auch immer wieder wie viele leute sich mit diesem thema befassen obwohl sie gar nichts damit zu tun haben, was fasziniert diese leute nur sehr am schwulen leben?


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