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  • 07.05.2014           53      Teilen:   |

Ökologische Schwulenvertreibung

Sylt sperrt Cruising-Düne mit Stacheldraht ab

Artikelbild
Sylt hat einen romantischen Cruising-Treffpunkt weniger: Seit Anfang des Monats versperrt ein Stacheldrahtzaun den Zutritt zum Dünenbereich bei Dikjen Deel (Bild: calvinshmelvin / flickr / cc by 2.0)

Seit Jahrzehnten treffen sich Schwule im Dünenbereich bei Dikjen Deel – jetzt will das Umweltamt das Treiben beenden.

Homophobe Aktion oder notwendiger Naturschutz? Der Umweltausschuss der Gemeinde Sylt will das schwule Cruising im Dünenbereich bei Dikjen Deel ein für alle Mal beenden. Dies berichtet die "Sylter Rundschau".

In seiner jüngsten Sitzung verabschiedete der Ausschuss eine neue Satzung, mit der der Strandabschnitt zwischen der Jugendherberge und dem Lokal "Strandoase" zum "geschützten Landschaftsbestandteil" erklärt werden soll. Damit wäre es dort künftig verboten, die gekennzeichneten Wege zu verlassen, zu zelten oder sich in die Dünen zu legen. Eine entsprechende Vorlage lieferte das Umweltamt: "Zahlreiche Trampelpfade sind entstanden, Sandkuhlen vergrößern sich und verursachen Windrisse in den Dünen, zunehmendes Müllvorkommen wurde festgestellt."

Auch wenn die Gemeindevertretung der neuen Satzung noch zustimmen muss, hat das Umweltamt bereits erste Maßnahmen ergriffen. So wurden die Dünen bei Dikjen Deel Anfang des Monats mit Stacheldrahtzäunen abgesperrt. Die örtliche Polizei und der Tourismus-Service unterstützten die "Beruhigung" des Dünenabschnitts, argumentierte die Behörde. Zukünftig sollen dort auch Infoschilder aufgestellt werden. Rund 40.000 Euro lässt sich die Gemeinde die ökologische Schwulenvertreibung kosten.

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Für das Umweltamt geht Naturschutz vor Homo-Vergnügen

Mit Homophobie habe die Maßnahme nicht zu tun, verteidigte sich das Umweltamt: "Mir ist als Sylterin bekannt, dass es dort einen Schwulentreffpunkt gibt", erklärte Behördenchefin Ruth Weirup. "Als Leiterin des Umweltamts ist das aber nicht mein Thema – mir geht es darum, das Schutzgebiet dort halten zu können."

In der Sylter Szene reagierte man auf das Verbot des historischen Treffpunkts empört: "Die Argumentation des Umweltamts ist vorgeschoben", erklärte ein User, der anonym bleiben möchte, gegenüber queer.de. "Früher war doch hier viel mehr los, da ging es richtig zur Sache". Dikjen Deel sei nicht nur bei Touristen, sondern vor allem bei Einheimischen als "Treffpunkt zum Klönen" beliebt. "Wenn tatsächlich mal etwas passiert, achten alle darauf, dass benutzte Taschentücher und so auch wieder mitgenommen werden."

Auch Udo Sonnleitner, Inhaber des Restaurants "Strandoase", das im Norden an das Dünengebiet grenzt, kann die Maßnahmen des Umweltamts nicht nachvollziehen. Er und seine Gäste fühlten sich durch die dortigen Aktivitäten überhaupt nicht gestört, erklärte er gegenüber der "Sylter Rundschau". Auch dass die Dünen in diesem Bereich übermäßig häufig betreten würden, könne er nicht beobachten.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass auf Sylt versucht wurde, gegen den Cruising-Treffpunkt vorzugehen: So patroullierten schon einmal Mitte der 1970er-Jahre Zivil-Polizisten durch die Dünenlandschaft, um dem schwulen Treiben Einhalt zu gebieten – am Ende ohne Erfolg. (cw)

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Tags: sylt, dikjen deel, dünen, cruising, umweltschutz
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Reaktionen zu "Sylt sperrt Cruising-Düne mit Stacheldraht ab"


 53 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.05.2014
15:03:33
Via Handy


(+5, 19 Votes)

Von Alex


Würden Heteros dort Sex haben, würden alle dort geifend spannen gehen oder dort willige Frauen suchen.

Aber wehe, dort haben auch mal Schwule Spaß. Dann wird gleich mit Stacheldraht abgeriegelt.


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#2
07.05.2014
15:05:36
Via Handy


(+5, 17 Votes)

Von Timon


Die Natur gehört uns allen. Heteros haben auch Sex im Freien.

Das ist ein weiterer Beleg für den konservativen Rollback.


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#3
07.05.2014
15:26:18


(-4, 20 Votes)

Von m123


Dass Schwule jetzt auf dieser Düne keinen Sex mehr haben können, davon wird die Welt nicht untergehen...

Dann sucht man sich halt n anderen Platz am Strand. Oder man treibt es einfach klassisch zuhause im Bett.


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#4
07.05.2014
15:46:37
Via Handy


(+7, 13 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von m123


Ok. Vorausgesetzt das würde auch für Heten gelten.

Bei Hetero-Sex im Freien wird aber regelmässig eher ein oder beide Augen zugedrückt, während man bei uns strikt durchgreift. Ist einfach so.


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#5
07.05.2014
16:29:09


(+10, 10 Votes)

Von Enyyo


Sylt ist nicht allein: hier im Rhein-Neckar-Raum wurden in den letzten Jahren fast alle Cruising-Parkplätze an den Autobahnen "entschärft", indem gewaltige Zäune gezogen wurden, z.T. Hecken und Bäume gefällt und/oder helle Beleuchtung installiert wurden.

Da hat sich kaum jemand echauffiert, dass -zig tausende an Steuergeldern verbraten wurden, um die Nachtschwärmer von ihrem Hobby abzuhalten.

Was man den Schwulen vorhalten muss: z.T. siehts auf den "Wildwechseln" schon sehr schlimm aus, was wild entsorgte Tempos und Gummis (so sie denn verwendet werden) angeht. Etwas mehr Umweltbewusstsein würde da nicht schaden...

Schade, wenn ich mich erinnere, was dort vor ein paar Jahren manchmal abging.


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#6
07.05.2014
17:56:22


(-5, 7 Votes)

Von WuselWu


Was meinste was da los wäre, wenn da hübsche junge Lesben zu Gange wären....


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#7
07.05.2014
18:12:40


(+5, 7 Votes)

Von LoreleyTV


in Zandvoort gibt es ein von Schwulen sehr gut besuchtes Dünengebiet oberhalb vom FKK Strand,Strandabschnitt South Beach, bei schlechtem Wetter ist man in Zandvoort nicht weit von Amsterdam entfernt. Die Zeiten als Sylt (Westerland) eine Hochburg für Schwule war,ist vorbei.


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#8
07.05.2014
18:31:02


(+4, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von m123


Dir ist schon klar das die meisten Menschen dort nicht "zu Hause" sind, sondern dort für viel Geld ihren Urlaub verbringen ?

Die Gemeinden auf Sylt sind nicht zuletzt durch die vielen Urlauber die zum Teil reichsten Gemeinden in Deutschland, und dieser Reichtum wurde auch durch LGBT-Geld geschaffen..

Überhaupt erschließt sich mir die Verwendung von STACHELDRAHT in einer ansonsten frei zugänglichen Natur überhaupt nicht, denn gerade die Strände an den Küsten "gehören" ALLEN, und nicht nur irgendwelchen Leuten, die damit Kohle verdienen wollen..

Und so lange DAS erlaubt wird, muß auch anderes erlaubt bleiben :

Link zu www.kampen.de


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#9
07.05.2014
19:08:30


(+3, 11 Votes)

Von Felix


"Mir ist als Sylterin bekannt, dass es dort einen Schwulentreffpunkt gibt", erklärte Behördenchefin Ruth Weirup. "Als Leiterin des Umweltamts ist das aber nicht mein Thema." Mit solchen "Sachzwängen" läuft das immer, ob in Köln bei der geplanten Vertreibung der Gay-Läden wie auch auf Sylt.

Allerdings ist abzusehen, dass es auf Sylt klappen wird. Die Luxus-Insel vesucht hier an den Schwulen auszulassen, wo die einheimischen Sylter sonst versagt haben: bei der Verschandelung, Versiegelung und Luxus-Bebauung zu Lasten von Natur und gewachsener Bebauung bei gleichzeitiger Vertreibung alt-eingesessener Sylter.

Mit ihrer Äußerung und Ignoranz gegenüber (hier: schwuler) "Kultur" stellt sich Frau Weirup selbst ein Armutszeugnis aus.


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#10
07.05.2014
19:14:45


(-6, 10 Votes)

Von ehemaligem User Mikesch
Antwort zu Kommentar #8 von TheDad


Es geht hier nicht um Strände, sondern um zu schützende Dünenbereiche.
Und wenn die Vernunft fehlt, muss halt der Stacheldraht her (Naturschutz ./. Cruising-Treffpunkt).


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