Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
| Eurovision Song Contest
  • 07.05.2014           6      Teilen:   |

Ja-Wort im Opernhaus

Zum ESC: Russische Schwule und Lesben heirateten in Kopenhagen

Artikelbild
Valerij und Kostja gaben sich am Mittwoch das Ja-Wort. Wie viele andere Paare wollen sie anonym bleiben. (Bild: Hans-Hermann Kotte)

Zwei Schwulenpaare und ein Lesbenpaar aus Russland haben sich am Mittwochvormittag in Kopenhagen trauen lassen – im Rahmen eines speziellen Heiratsevent während der Final-Woche des Eurovision Song Contest.

Von Hans-Hermann Kotte

"Dancing In The Rain" – leider hat sich das Wetter in Kopenhagen von dem spanischen ESC-Song inspirieren lassen. So fällt die Open-Air-Hochzeit ins Wasser: Sie findet wegen heftigen Regens nicht wie geplant vor dem modernen Opernhaus am Hafen statt, sondern im Foyer. Und auch die ansonsten grandiose Aussicht auf das königliche Schloss Amalienborg auf der anderen Hafenseite ist getrübt.

Doch auch ohne Sonnenschein ist die Message deutlich: Mit den drei Homo-Hochzeitspaaren aus Russland setzt die dänische Haupstadt zum Auftakt ihrer ESC-Aktion ein Zeichen. Zwar behauptet Andreas Auring, Sprecher der Stadt Kopenhagen, dass die Reihenfolge der Trauungen kein politisches Statement, sondern zufällig sei. Das kann man glauben – oder nicht.

Die gleichgeschlechtlichen Paare aus Russland, die in ihrer Heimat mit dem berüchtigten Homo-Propaganda-Gesetz, also staatlich geförderter Homophobie, zu kämpfen haben, führen den Reigen von insgesamt 48 Eurovisions-Hochzeitspaaren an. 20 der Paare sind laut Angaben der Stadt Kopenhagen gleichgeschlechtlich und vier kommen aus Russland.

Fortsetzung nach Anzeige


Heirat ja, Auswandern nein

Auch die Standesbeamtin gab glücklich Interviews - Quelle: hhk
Auch die Standesbeamtin gab glücklich Interviews (Bild: hhk)

Standesbeamtin Gitte Hedbroe und eine Kollegin begrüßen vor den eleganten Treppenaufgängen des Opernfoyers lächelnd die Paare. Dann geht es nach oben zur Zeremonie unter drei riesigen, schimmernden Kristallkugel-Lampen. Währenddessen bittet Sprecher Auring die Pressevertreter, doch bitte die Anonymität der Heiratswilligen zu wahren, wenn diese das wünschten. Tatsächlich möchten die Russen und Russinnen keine Bilder von ihren Gesichtern, einige wollen nicht mal ihre Vornamen genannt haben.

"Unsere bürgerliche Existenz wäre sonst in Gefahr, wir machen uns auch Sorgen um die Verwandten in der Heimat", sagt ein Männerpaar in blauen Samtjacketts. Sie nennen ihre Vornamen: Valerij und Kostja. Ab und zu dächten sie schon ans Auswandern, sagen sie. Doch das sei ein großer Schritt, zumal es schwierig werden könnte, im westlichen Ausland beruflich Fuß zu fassen, Bildungsabschlüsse würden nicht ohne weiteres anerkannt. Später geben die beiden dem dänischen Fernsehen TV2 ein Interview. Frisch getraut sitzen sie auf einer Bank am Wasser, die Kamera steht hinter ihnen, filmt nur ihre Rücken.

Sind die beiden eigentlich auch richtige ESC-Fans, unter denen ja die deutliche Mehrheit schwul ist? Nein, sagen sie, Fans seien sie nicht, doch sie seien "stolz, an diesem wirklich europäischen Event teilzunehmen".

25 Jahre Zeremonien

Zu den Vermählten zählte auch ein lesbisches Paar aus Russland
Zu den Vermählten zählte auch ein lesbisches Paar aus Russland (Bild: hhk)

Zu den besonderen ESC-Zeremonien für Heiratswillige aus aller Welt waren von der Stadt Kopenhagen ausdrücklich auch gleichgeschlechtliche Paare eingeladen worden. Sie haben Gelegenheit, sich an repräsentativen Orten das Ja-Wort zu geben: Am Mittwoch ist es das moderne Opernhaus, am Freitag und Samstag sollen es der Höjbro-Platz in der Nähe des dänischen Parlaments und ein Hochzeitsschiff im Hafen sein.

In Kopenhagen werden seit 2010 Trauungen von homo- und heterosexuellen Paaren unter freiem Himmel an ausgewählten Orten angeboten. Mit dem ESC-Event begeht man auch ein besonderes Jubiläum. Denn 1989, also vor 25 Jahren, wurde in Kopenhagen die erste "Homo-Ehe" überhaupt geschlossen. Und so hat der dänischen LGBT-Verband die Eurovisions-Initiative der Stadt begrüßt: "1989 hat Kopenhagens Rathaus den Rahmen für die erste eingetragene Partnerschaft weltweit gebildet. Jetzt, 25 Jahre später, legt Kopenhagen mit den Hochzeiten in der Stadt erneut Wert auf Vielfalt", sagt Sören Lauersen von LGBT Danmark. 2012 öffnete Dänemark die Ehe für Homosexuelle, seither sind auch kirchliche Trauungen möglich.

Generell ist Heiraten in Dänemark traditionell viel unbürokratischer und daher schneller möglich als in anderen Ländern. Das nutzen viele Paare aus dem Ausland, weshalb das Land zumindest in dieser Hinsicht gern auch als "europäisches Las Vegas" bezeichnet wird. In Deutschland besteht die Möglichkeit, die Ehe als Lebenspartnerschaft nachbeurkunden zu lassen.

Bereits in den letzten Monaten hatte es mehrere Hochzeiten homosexueller Russen in Dänemark gegeben. So hatte sich das Aktivisten-Paar Dimitri und Iwan im Januar in Kopenhagen das Ja-Wort gegeben und danach in Deutschland Asyl beantragt (queer.de berichtete). Andere Paare reisten in die Heimat zurück.

Mehr zum Thema:
» Aktuell im Eurovision-Liveblog: Dänisches Fernsehen zeigt Regenbogenflaggen gen Russland
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 225             5     
Service: | pdf | mailen
Tags: russland, dänemark, homo-ehe, kopenhagen, eurovision
Schwerpunkte:
 Eurovision Song Contest
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Zum ESC: Russische Schwule und Lesben heirateten in Kopenhagen"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
07.05.2014
17:44:55


(+4, 8 Votes)

Von jhgk


Putins rechte Freunde :

Link zu www.sueddeutsche.de

Was denkst dir ,wenn man die AfD wählt? Könnte durchaus ein Verbot von Aufklärung von Homosexualität erfolgen....da Putins -Politik vielen AfD-lern ja gefällt und Puti auch sich RECHTS positioniert!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
07.05.2014
18:43:36


(+4, 8 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


"In Deutschland besteht die Möglichkeit, die Ehe als Lebenspartnerschaft nachbeurkunden zu lassen." Sozusagen ein Downgrade.
Von daher ist so eine "Hochzeit" nicht nur für Russen mehr Show als wirkliche Ehe-Schließung. Die Ehe bleibt in Russland und Deutschland allen Homo-Paaren verboten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
07.05.2014
19:08:46


(+3, 5 Votes)
 
#4
07.05.2014
19:42:58


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Herzlichen Glückwunsch!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
07.05.2014
21:11:30


(+8, 8 Votes)

Von Simon H


Ich hoffe, dass beim am Samstag beim ESC-Finale im Publikum viele Regenbogenflaggen geschwenkt werden! Vor allem auch beim russischen Beitrag...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
08.05.2014
10:04:47


(+4, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #5 von Simon H


Und auch beim Beitrag von Armenien, Ukraine und Aserbaidschan sowie Georgien und Weißrußland!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


ESC-Berichte von Queer.de
Eurovision 2016 in Stockholm
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2016
» Video-Galerie als Playlist-Popup
Eurovision 2015 in Wien
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2015
Eurovision 2014 in Kopenhagen
» ESC-Liveblog 2014
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2014
Eurovision 2013 in Malmö
» ESC-Liveblog 2013
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2013
Eurovision 2012 in Baku
» Eurovision-Live-Blog
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer 2012
Eurovision 2011 in Düsseldorf
» Liveblog: ESC in Düsseldorf
» Video-Galerie: Alle Teilnehmer
» Szene-Guide Düsseldorf
» Unsere ESC-Youtube-Videos
Eurovision-Links
» Offizielle Seite (NDR)
» Offizielle Seite (EBU)
» Prinz ESC Blog
» Vorwärts ESC Blog
» Mehr Links (rechte Spalte)

Top-Links (Werbung)

 SZENE

Aktuell auf queer.de
Trump holt Homo-Hasser Ben Carson in sein Kabinett About a Trans-Boy Wahlniederlage für Homo-Hasser Yahya Jammeh Studie: Genitaloperationen an intergeschlechtlichen Kindern weit verbreitet
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt