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Kommentare zu:
"Die Erinnerungen sind nahezu vollkommen getilgt"


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.05.2014, 09:15h
  • Mal sehen, welche Gewalttaten an Schwulen und Lesben in der Nazizeit noch in nächster Zeit ans Tageslicht kommen werden!
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#2 SebiAnonym
  • 10.05.2014, 12:22h
  • Schön, dass auch diese Opfer jetzt solche Stolpersteine bekommen, damit das nicht ganz vergessen wird...
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#3 RalfAnonym
  • 10.05.2014, 12:41h
  • In Kaiserslautern sollte voriges Jahr auch ein im KZ zu Tode gekommener Schwuler durch einen Stolperstein geehrt werden. Im letzten Moment entschied die dortige Stolperstein-Initiative jedoch, den Mann vom Gedenken auszuschließen, und verbot die Setzung des bereits angefertigten Stolpersteins. Schließlich war er rechtmäßig nach § 175 StGB verurteilt worden und gilt seiner Familie noch heute als Verbrecher. Geehrt wurden schließlich nur mehrere jüdische NS-Opfer und ein politisch Verfolgter. Schwule sind weiterhin NS-Opfer 3.Klasse.
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#4 -hw-Anonym
#5 pfalzweitAnonym
#6 GrundAnonym
  • 10.05.2014, 13:24h
  • "Die Erinnerungen sind nahezu vollkommen getilgt"

    ...weil bürgerlicher Staat und bürgerliche Politik genau das wollen.

    Wo werden die schwulen Opfer des Faschismus auch nur ansatzweise gleichbehandelt?

    Wo hat eine systematische und breitenwirksame Aufarbeitung der Verbrechen an Homosexuellen - auch der Verbrechen in der BRD - stattgefunden?

    Wo eine ebenso breitenwirksame Entschuldigung und vor allem rechtskräftige Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer?

    Fakt ist doch, dass die aktuelle Herabwürdigungs- und Diskriminierungspolitik von CDU/CSU, mit freundlicher Mehrheitsbeschaffung durch SPD (zuvor FDP), kaum denkbar wäre, hätte tatsächlich eine angemessene und für die gesamte Bevölkerung sichtbare Aufarbeitung der Verbrechen des deutschen Faschismus und der BRD an homosexuellen Menschen stattgefunden.

    Und hätten die bürgerlichen Anbiederungsschwulen, die die schwul-lesbische Community seit geraumer Zeit politisch kontrollieren, es nicht versäumt, diese Gleichbehandlung mit anderen Opfergruppen des Faschismus auch unmissverständlich einzufordern!
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#7 detailsAnonym
  • 10.05.2014, 13:48h
  • Antwort auf #4 von -hw-
  • "Der am 24. 09. 1894 in Calbe a. d. Saale geborene Adolf Tschirner, Sohn des früh verstorbenen Adolf Tschirner und seiner Ehefrau Emma geb. Miller, kam 1913 aus Berlin-Lichtenberg nach Worms. Hier arbeitete er als freier Journalist. Im Ersten Weltkrieg war er Frontsoldat und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, der Hessischen Tapferkeitsmedaille, dem Türkischen Maschidi Orden, der Anhaltinischen Friedrichsmedaille sowie dem Verwundetenabzeichen ausgezeichnet. 1935 erhielt er das von Reichspräsident v. Hindenburg verliehene Frontkämpferehrenkreuz. Frau Tschirner mit zwei Söhnen und der als Chefsekretärin bei Doerr & Reinhart arbeitenden Tochter wohnte zunächst in der Römerstraße 44, später in der Wollstraße 27. Letzteres Haus ist im Bombenkrieg 1945 zerstört worden.

    Ausgelöst durch einen von ihm für die Wormser satyrische Zeitschrift Die Gaslatern verfassten Artikel über Schwule Lyrik wurde 1931 eine polizeiliche Untersuchung gegen ihn durchgeführt. Sie blieb mangels Nachweises einer strafbaren Handlung folgenlos. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 versuchten seine persönlichen Gegner, Tschirners homophile Neigung zu instrumentalisieren. Der Leiter der städtischen Sammlungen, Dr. Erich Grill, zu dem ein gespanntes Verhältnis bestand, zeigte ihn im Oktober 1933 bei der Denkmalschutzbehörde wegen angeblich unterlassener Fundmeldung an, erfolglos. Mit Grills Verärgerung darüber vermischte sich nach seiner Frühpensionierung dessen Animosität gegenüber dem Tschirner wohlgewogeneren Leiter von Stadtarchiv und Stadtbibliothek, Dr. Friedrich Maria Illert. Grill beschuldigte Illert, Tschirner, einen Gesinnungslumpen und Verderber der Jugend, bei der Wormser Zeitung und beim Verkehrsverein zu protegieren. Wohl aufgrund der Behinderung seiner journalistischen Arbeit durch die Denkmalpflegebehörde in Mainz anlässlich von Ausgrabungen bei St. Amandus in Worms und um weiteren Nachstellungen zu entgehen, verlegte Tschirner im Spätjahr 1934 seinen Wohnsitz nach Neustadt an der Weinstraße. Aber auch dort gingen die Verfolgungen weiter.
    Trotz wiederholter Feststellung der Polizei, dass ihm keine strafrechtlichen Vergehen vorzuwerfen seien, wurde er 1935 in Untersuchungshaft genommen. 1936 verurteilte ihn das Landgericht Frankenthal aufgrund §§ 175 und 176,3 des Strafgesetzbuches zu 3 Jahren Gefängnis bei Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Eine weitere Verurteilung durch das Amtsgericht Ansbach zu 3 Monaten (!) Gefängnis führte zu seiner Überstellung nach Nürnberg in Vorbeugehaft und zur Einweisung in das KZ Sachsenhausen. Sein im Lagerkrankenhaus am 29. 03. 1940 erfolgter Tod eines Berufsverbrechers, wie es im Schreiben der Lagerleitung heißt, ging angeblich auf Herzschwäche und Wassersucht zurück. Die Leiche wurde verbrannt und die Urne gegen Kostenerstattung den Angehörigen nach Worms übersandt. Hier wurde sie im Familien-Doppelgrab der evangelischen Familie Tschirner auf dem Friedhof Hochheimer Höhe beigesetzt.

    Tschirners Interesse galt Altertümern im weitesten Sinne. Nachhaltig und erfolgreich hat er sich für die Freilegung der zugeschütteten romanischen Krypta der Hochheimer Bergkirche eingesetzt, was bei der Wiederweihe 1931 Pfarrer Oeckinghaus ausdrücklich betonte. Tschirner schrieb zahlreiche Artikel für die Wormser Zeitung zu Themen der Denkmalpflege und zu Bodenfunden, zur Stadtgeschichte und Geschichte der verschiedenen Konfessionen. Nachweise dazu finden sich in der Stadtbibliothek. Den unvollständig überlieferten Nachlass hatte der Wormser Journalist Carl J. H. Villinger übernommen. Er ging nach Villingers Tod z. T. an das Stadtarchiv, z. T. in private Hände über.

    Eindeutig wurde Tschirner Opfer sowohl persönlicher Animositäten wie der vom Staat betriebenen Ausgrenzung von Homosexuellen. Sein Grabstein, auf dem auch seiner Schwester Marianne gedacht wird, hat sich bis heute aufgrund persönlicher Bemühungen von Mitgliedern des Altertumsvereins erhalten. Der gegenüberstehende Grabstein für Mutter und Bruder Paul wurde bedauerlicherweise beseitigt."
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#8 seb1983
  • 10.05.2014, 15:48h
  • Antwort auf #6 von Grund
  • Opfergruppen des Nationalsozialismus werden strengstens gesondert betrachtet, wozu wesentlich jüdische Verbände beigetragen haben.

    Hinter deren Opferzahlen verschwinden dann auch Sinti und Roma, Sozialdemokraten, Kommunisten, geistig und körperlich Behinderte sowie viele andere.

    Zusätzlich wurden auch nach dem Krieg in den meisten europäischen Ländern Schwule noch lange kriminalisiert wodurch die Opfer schweigen mussten.
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#9 chantalAnonym
#10 JenniferAnonym
  • 10.05.2014, 17:32h
  • Antwort auf #8 von seb1983
  • "Opfergruppen des Nationalsozialismus werden strengstens gesondert betrachtet, wozu wesentlich jüdische Verbände beigetragen haben."

    Könnten Sie sich zu Motivation und Intention dieses Satzes äußern?

    "werden strengstens gesondert betrachtet,"

    " wozu wesentlich jüdische Verbände beigetragen haben."

    wer (hat etwas getan)
    was (hat er denn getan)
    wo (hat er es getan)
    wann (hat er es getan)
    wie (hat er es getan)
    warum (hat er es getan)
    woher (ist die Information)

    Ich will nicht dumm sterben.
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#11 gefundenAnonym
#12 RobbyEhemaliges Profil
  • 10.05.2014, 18:18h
  • Antwort auf #6 von Grund

  • Ganz meine Meinung. Erschreckend ist vor allem auch, dass nach wie vor die Schwulenverfolgung und -Vernichtung in der Schule nicht durchgenommen wird, sondern nur die Juden als NS-Opfer genannt werden. Wenn ich die Verfolgung der Homosexuellen dann direkt thematisiere, schauen viele ganz ungläubig. Ich denke, da müsste sich auch in Bezug auf die Lehrpläne was ändern, damit einfach MEHR Menschen über diese Verbrechen aufgeklärt sind.
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#13 RalfAnonym
#14 googleAnonym
  • 10.05.2014, 22:50h
  • Antwort auf #13 von Ralf
  • "Suchergebnisse
    RHEINPFALZ.DE - aktuelle Nachrichten aus Politik ...
    www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=showMsg&tpl...
    18.06.2013 - Sie wurden in Konzentrationslager deportiert, in Schutzhaft genommen, mit ... Wilhelm Krüger wurde inhaftiert, weil er homosexuell war."
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#15 RalfAnonym
  • 11.05.2014, 10:45h
  • Antwort auf #14 von google
  • In der Zeitung durfte er noch erwähnt werden, bevor man ihn aus der Liste der zu Ehrenden strich. Im Artikel unmittelbar vor der Stolpersteinverlegung kam er ohne Begründung nicht mehr vor, und der ihm gewidmete Stein durfte nicht gesetzt werden. Dass der Sprecher von QueerNet Rheinland-Pfalz dies in der Gedenkveranstaltung am Vorabend der Stolpersteinverlegungen thematisierte, wurde in der Lokalzeitung des nächsten Tages totgeschwiegen. Auch dass einige Teilnehmer der Stolpersteinverlegung am nächsten Tage wenigstens Blumen am ehemaligen Wohnhaus von Herrn Krüger niederlegten, wurde der Öffentlichkeit nicht bekannt.
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#16 CassidyAnonym
  • 11.05.2014, 19:43h
  • @ Chhantal Wenn Sie (auf etwas nervige Weise) penibel Belege von seb1983 verlangen,unterstellen Sie ihm indirekt auch anti-semitische Tendenzen. Die ich erstmal nicht sehe. Offenbar haben sich jüdische Organisationen lange gewehrt, dass in Dachau auch der verfolgten Schwulen gedacht wird. Aber dass kann ich auch nicht superkorrekt belegen, googlen Sie dann mal. Geschenkt.
    Folgendes hab ich indes selbst erlebt.1994, als in Frankfurt ein Denkmal für die von den Nazis ermordeten Schwulen eingeweiht wurde, lag dort, als der aus der Paulskirche eintreffende Zug eintraf, ein Kranz der Siunit und Roma.
    Von der jüdischen Gemeinde Frankfurt oder vom Zentralrat kam kein Kranz und kein Zeichen irgendwelcher Solodarität.
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