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Machten sich gemeinsam für Diversity Management stark (v.l.n.r.): Petra Hermann (Liberaler Mittelstand Ruhr), Thorsten Plieske (Kompetenzwerkstatt), Peter Bollhagen (Familienunternehmer/ASU), Michael Drescher (Communigayte), Lars Rettstadt (FDP/Bürgerliste im Rat der Stadt Dortmund), Michael Kauch (LiSL) (Bild: Wolfgang Koth)

Bei einer Diskussion der Liberalen Schwulen und Lesben in Dortmund waren sich die Teilnehmer einig: Vielfalt stärke den Mittelstand, Diskriminierung sei ein wirtschaftliches Eigentor.

Andere Menschen zu diskriminieren ist nicht nur moralisch falsch, man schadet sich wirtschaftlich auch selbst. Das war die Botschaft der Diskussion zum Thema "Wirtschaftsfaktor Schwule und Lesben", zu der die die Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) Anfang Mai gemeinsam mit dem Liberalen Mittelstand nach Dortmund geladen hatten. Der LiSL-Bundesvorsitzende und frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch moderierte die Veranstaltung über "Diversity Management" – also über Strategien der Vielfalt bei Personal und Kundenansprache. Die Fachveranstaltung war ein liberaler Beitrag zu den Hirschfeld-Tagen NRW.

Was bringt Vielfalt dem Mittelstand? Für Thorsten Plieske von der "Kompetenzwerkstatt Dortmund" ist Diversity Management eine Notwendigkeit im Fachkräftemangel. Wer kein gutes Klima für homosexuelle Mitarbeiter biete, müsse mit unnötiger Personalfluktuation, aber auch mit schlechten Leistungen durch Konflikte rechnen. Ein Projekt für Personal in Krankenhäusern habe gezeigt, dass etwa Konflikte zwischen homosexuellen Mitarbeitern und Zuwanderern mit einem ablehnenden kulturellen Hintergrund gelöst werden müssten.

Diversity Management oft noch unterbelichtet

Peter Bollhagen, Vorsitzender der Familienunternehmer/ASU in Bremen, stellte fest, dass Diversity Management sehr weiblich sei. Oft beschränkten sich Unternehmen auf die Gleichbehandlung der Geschlechter. Andere Dimensionen von Vielfalt wie Offenheit gegenüber sexueller Orientierung, Alter oder kultureller Herkunft blieben unterbelichtet, so der Handwerksmeister und Träger des Bremer Diversity-Preises. Petra Hermann, Vorsitzende des Liberalen Mittelstandes Ruhr und selbst Management-Beraterin, unterstrich die zunehmende Bedeutung von Diversity Management gerade in innovativen Unternehmen.

Die Kundenperspektive brachte dann Michael Drescher ein, Mit-Inhaber von Communigayte, einer Agentur für Marketing bei lesbischen und schwulen Kunden. Die gezielte Ansprache der Lebenssituation von Lesben und Schwulen rechne sich wirtschaftlich und habe bei keinem der betreuten Unternehmen zu Problemen mit anderen Kunden geführt. Im Gegenteil: Wer diskriminiert, verliere Marktanteile. Wer als Chef eines italienischen Nudelherstellers erkläre "wenn Schwulen unsere Werbung nicht gefällt, können sie ja andere Nudeln essen", müsse sich nicht wundern, wenn die Schwulen tatsächlich andere Nudeln essen – und deren heterosexuellen Freunde auch. (cw/pm)



#1 Der HammerAnonym
  • 20.05.2014, 06:48h
  • Na, das ist ja die Hauptsache: wenn Vielfalt irgendwie der Wirtschaft nützt, dann sind wir einfach mal dafür - auch wenn wir politisch nichts umsetzen.

    Was ist das nur für eine heruntergekommene liberale Partei, in der Bürgerrechte doch tatsächlich bloß von ihrer wirtschaftlichen Erwünschtheit abhängen. Diese Partei erinnert mehr und mehr an eine Art politische Aldi-Filiale, in der man sich als Lobbyist beliebig bedienen, alle anderen sich jedoch auf nichts verlassen können.

    Diese Schwäche des politischen Linksliberalismus ist bedenklich. Wir haben eine neue DNVP, die sich AfD nennt, ansonsten aber genauso gestrickt ist, geschwächte Grüne, die so wie deren Pendant in der Weimarer Republik, die DDP, immer mehr an Kraft verlieren, und wir haben Große Koalitionen, die erst recht keine Liberalisierung hervorbringen.

    Alles schon mal dagewesen. The history book on the shelf is always repeating itself - ich dachte nur nicht, dass es so bald sein würde ...
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