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  • 12.05.2014           51      Teilen:   |

Bertelsmann-Stiftung

Akzeptanz von Homosexualität steigt

Artikelbild
Mit Schwulen und Lesben haben die Deutschen immer weniger Probleme, allerdings wird Vielfalt nicht generell akzeptiert (Bild: Stewart / flickr / cc by 2.0)

Die Deutschen haben immer weniger Probleme mit Schwulen und Lesben, so die Forscher der Bertelsmann-Stiftung. Gegenüber Ausländern gibt es aber nach wie vor viele Vorbehalte.

Die Akzeptanz von Vielfalt hat sich in Deutschland ambivalent entwickelt. Das ist eines der Ergebnisse der Studie der Bertelsmann-Stiftung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Erheblich angestiegen ist laut den Untersuchungen in nahezu allen Bundesländern die Toleranz gegenüber Homosexuellen. Ausländischen Zuwanderern begegnen viele Deutsche dagegen nach wie vor mit großer Skepsis.

Der Studie zufolge unterstützen immer mehr Menschen in Deutschland die Aussage, dass Schwule und Lesben so leben dürfen, wie sie es wollen. Die Rate der Akzeptanz habe sich seit dem Zeitraum 1996 bis 2003 von 0,71 auf 0,77 aktuell erhöht (1 bedeutet "stimme voll und ganz zu").

Im Bundesländervergleich akzeptiert der Westen Homosexualität generell mehr als der Osten. Von den ostdeutschen Flächenstaaten liegt nur Thüringen über dem Bundesdurchschnitt. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich entgegen dem Bundestrend die Akzeptanz von Schwulen und Lesben sogar reduziert – von 0,72 auf 0,71 Punkte. Insgesamt ist der Trend aber deutlich positiv: So erhöhte sich die Akzeptanz in Berlin von 0,73 auf 0,84. Selbst im Bayern – dem wenigsten toleranten westdeutschen Bundesland – stieg die Zahl von 0,67 auf 0,74.

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Probleme bei Akzeptanz von Ausländern

Die Forscher wiesen aber auch mit Besorgnis darauf hin, dass die Gesellschaft Diversität nicht generell positiver gegenüber steht. So werden Ausländer weiterhin mit Skepsis betrachtet: Zwar zeigen sich die Deutschen zunehmend offen für ein gesellschaftspolitisches Engagement von Ausländern, allerdings akzeptieren sie immer seltener, wenn diese in Deutschland ihren traditionellen Lebensstil pflegen.

Diese nachlassende Akzeptanz von kultureller Vielfalt erscheint laut Studie unbegründet, weil die Bürger in den Bundesländern mit den höchsten Ausländeranteilen am engsten zusammenhielten. "Offenbar empfinden noch immer viele Deutsche Zuwanderung als Bedrohung. Wir sollten stattdessen Vielfalt als Chance begreifen", erklärte Liz Mohn, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung.

Die Akzeptanz von Zuwanderern und Homosexuellen sind zwei von 31 Indikatoren, mit denen die Bertelsmann-Stiftung den gesellschaftlichen Zusammenhalt misst. Das Bremer Forscherteam um die Soziologen Klaus Boehnke und Jan Delhey hatte die Zahlen errechnet, nachdem sie Daten des Statistischen Bundesamtes, des Bundeswahlleiters sowie von sechs weiteren nationalen und internationalen Erhebungen für einen Zeitraum von fast 25 Jahren ausgewertet hatten.

Insgesamt kommen die Forscher zum Ergebnis, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt seit den 90er Jahren gestiegen ist. Allerdings gibt es nach wie vor eine Kluft zwischen Ost und West, die aktuell größer sei denn je zuvor seit der Wiedervereinigung. Die Studie zeigt, dass hohe Wirtschaftskraft und Wohlstand das innere Gefüge einer Gesellschaft erheblich fördern. Zudem helfe ein städtisches Umfeld. (dk)

Links zum Thema:
» Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt (PDF)
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Tags: bertelsmann-stiftung, studie, diversity, umfrage
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Reaktionen zu "Akzeptanz von Homosexualität steigt"


 51 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.05.2014
12:24:18
Via Handy


(+15, 19 Votes)

Von Timon


Das sollte man auch mal der Bundesregierung klar machen.

Ach nein, die bedient ja nur die Homohasser.


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#2
12.05.2014
12:28:03
Via Handy


(+8, 22 Votes)

Von Gerrit


"Die Rate der Akzeptanz hat sich seit dem Zeitraum 1996 bis 2003 von 0,71 auf 0,77 aktuell erhöht"

Sorry aber so eine geringfügige Verbesserung in der 2. Nachkommastelle ist nun echt kein Grund zum jubeln. Das sind sechs Hundertstel...


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#3
12.05.2014
12:32:47
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(+14, 26 Votes)

Von Alex


"Der Studie zufolge unterstützen immer mehr Menschen in Deutschland unterstützen die Aussage, dass Schwule und Lesben so leben dürfen, wie sie es wollen."

Oh wie gnädig. Wir dürfen also so leben, wie wir es wollen.

Man sollte lieber mal fragen, wieviele von denen uns vollkommen gleichstellen wollen. Inkl. Eheöffnung, Volladoption, etc.


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#4
12.05.2014
12:36:52
Via Handy


(+8, 20 Votes)

Von Simon H


Das größte Problem bei solchen Befragungen ist, dass die meisten Menschen bei solchen Themen nicht so antworten, wie sie wirklich denken, sondern so, wie es gesellschaftlich erwünscht ist.


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#5
12.05.2014
12:41:13


(+14, 20 Votes)

Von Friede Springer


2008 ließ sie über die Bertelsmann Stiftung die Studie Null Bock auf Familie? Der schwierige Weg junger Männer in die Vaterschaft veröffentlichen, die von ihr mit den Worten "Die Gesellschaft braucht neue Väter, keine zweiten Mütter" kommentiert wird.

Bild-Link:
image_large.jpg


Liz Mohn sprach sich 2004 für Angela Merkel als Kanzlerin aus, mit der sie in Freundschaft verbunden ist und für die sie öffentlich warb.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Liz_Mohn


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#6
12.05.2014
12:42:18
Via Handy


(+10, 22 Votes)

Von Alex


Wenn das von Bertelsmann kommt, gibt es da bestimmt irgendwelche Hintergedanken.

Die wollen bestimmt besseren Schutz vor Diskriminierung verhindern, indem sie dann sagen "Wieso denn, die sind doch schon voll akzeptiert."


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#7
12.05.2014
12:43:13


(+8, 18 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Zitat: '...Die Studie zeigt, dass hohe Wirtschaftskraft und Wohlstand das innere Gefüge einer Gesellschaft erheblich fördern....'.

Das ist ein Teufelskreis. Es gibt Regionen in Ostdeutschland, das habe ich in Spremberg bei Cottbus selbst erlebt, in denen man selbst als Westdeutscher als Eindringling gesehen wird und dementsprechend unfreundlich behandelt wird. Ich sehe 'typisch deutsch' aus, man konnte meine 'Fremdsein' nur am Akzent erkennen. Ich möchte nicht wissen wie man dort als dunkelhäutiger behandelt wird. Welche Firmen - trotz gut ausgebildeter Fachkräfte vor Ort - lassen sich in Gegenden nieder, in denen ihre vielleicht englischsprachigen oder 'fremd-aussehenden' Mitarbeiter/innen schlecht behandelt werden. Das ist die Folge der 'national befreiten Zonen'. Teilweise wird 25 Jahre nach Maueröffnung immer noch über Wessis hergezogen. Aber die Kohle aus dem Westen in Form von HartzIV oder Rente wird dennoch gerne genommen.


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#8
12.05.2014
12:49:24


(+10, 16 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby
Antwort zu Kommentar #2 von Gerrit


Ich glaube, das ist ein statistische Missverständnis: wenn 1 volle Zustimmung ist, entspricht der Wert 100%. Wenn sich die Zustimmung von 0,71 (entspr. also 71%) auf 0,77 (=77%); das wären dann so ungefähr 6 Punkte Zunahme, ca. 8% mehr Zustimmung. Also gar nicht schlecht... Allerdings sind Antworten auf Fragebögen und Verhalten nicht immer identisch.


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#9
12.05.2014
12:54:55


(+1, 17 Votes)

Von Mandy
Antwort zu Kommentar #2 von Gerrit


6% - das ist doch ein deutlicher Anstieg.


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#10
12.05.2014
13:06:42


(+3, 27 Votes)

Von unfassbar


allein das widerlich nationalistische bild als aufmacher auf einer "queeren" seite ist eine schande.


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