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  • 12.05.2014           25      Teilen:   |

Diskriminierung

Litauen: Märchenbuch wegen Homo-"Propaganda" von Schulen verbannt

Artikelbild
Allein die Erwähnung von Homosexualität kann in Litauen bereits zum Verbot führen

Das baltische Land hat ein Märchenbuch als schädlich für Kinder eingestuft, weil darin "Propaganda für Homosexualität" vorkomme.

Eine litauische Ethikbehörde hat am Mittwoch das Märchen-Lesebuch "Gintarine sirdis" (Bernsteinherz) für Kinder unter 14 Jahren verboten, weil darin auch Geschichten über gleichgeschlechtliche Paare vorkommen. Das verstoße gegen ein 2010 in Kraft getretenes Gesetz, das "Propaganda" für homosexuelle Beziehungen durch Behörden und Medien verboten hatte (queer.de berichtete).

Das Buch enthalte "schädliche, primitive und zielgerichtete Propaganda für Homosexualität", erklärte die Behörde. In dem Buch kommen auch Geschichten über Liebesbeziehungen zwischen Schwarzen und Weißen oder über die Akzeptanz von anderen Minderheiten vor.

Nach der Entscheidung ist es schwieriger, das Buch zu erhalten: So musste es sogar aus der Bibliothek der Litauischen Universität für Bildungswissenschaften entfernt werden, die das Werk herausgebracht hatte.

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"Eklatanter Verstoß gegen EU-Werte"

Die Europaabgeordnete Sophie in't Veld fordert die EU-Kommission auf, gegen das Verbot vorzugehen
Die Europaabgeordnete Sophie in't Veld fordert die EU-Kommission auf, gegen das Verbot vorzugehen

Scharfe Kritik an dem Verbot erntete das EU-Land von der LGBT-Intergroup im Europäischen Parlament. "Das ist ein eklantanter Verstoß gegen EU-Werte", erklärte die liberale Europaabgeordnete Sophie in't Veld aus den Niederladen, die auch Vize-Chefin der LGBT-Intergroup ist. Die EU garantiere den freien Zugang zu Informationen und die Meinungsfreiheit. "Das schließt auch Märchen ein", so in't Veld. Sie forderte eine Reaktion der Europäischen Union: "Die Kommission kann nicht länger ein Auge zudrücken, sie muss jetzt handeln".

Die grüne Europaabgeordnete Ulrike Lunacek aus Österreich mutmaßte, dass Litauen jetzt auch "Schweewitchen" verbieten müsste, weil in dieser Geschichte sogar sieben Männer zusammenleben. "Wir werden uns dieser Sache annehmen, sobald die Europawahl vorüber ist", versprach Lunacek.

Das homophobe "Propaganda"-Gesetz war vor vier Jahren vom Parlament in Vilnius beschlossen worden, wenn auch nach internationalen Protesten in abgeschwächter Form. Es verbietet nun vor allem Schulen und Bibliotheken Materialien, die "sexuelle Beziehungen von Minderjährigen ermuntern, die Familienwerte verunglimpfen oder ein Konzept von Ehe und Familie fördern, das nicht in der Verfassung vorgesehen ist". Damit ist es dem britischen Gesetz "Section 28" und seiner abschreckenden Wirkung auf Lehrer und Bibliothekare ähnlich. In Großbritannien war die "Propaganda" für Homosexualität an Schulen zwischen 1988 und 2003 verboten.

Eine Antrag auf Verschärfung des Verbots der Homo-"Propaganda" wurde erst im März im litauischen Parlament verschoben (queer.de berichtete). Dem Entwurf nach sollten Formen der "Verachtung der Familie" mit Geldstrafen belegt werden. (dk)

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Tags: litauen, homo-propaganda, europäische union, ulrike lunacek
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Reaktionen zu "Litauen: Märchenbuch wegen Homo-"Propaganda" von Schulen verbannt"


 25 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
12.05.2014
16:07:38


(+13, 15 Votes)

Von Märchenbruch


Der Rechte Sektor verstößt immer eklatant gegen "EU-Werte".


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#2
12.05.2014
16:15:49


(+11, 13 Votes)

Von Euromaidan


Link:
de.wikipedia.org/wiki/Litauen#Religion


"Bereits am Montag vergangener Woche hatte in Litauens Hauptstadt Vilnius eine Manifestation stattgefunden, die offiziell an die litauische Unabhängigkeit erinnern sollte, sich in den vergangenen Jahren aber immer mehr zu einer Neonazi-Veranstaltung entwickelt hatte. Die Stadt Vilnius hatte sie in diesem Jahr auch verboten. Als sich dennoch 3.000 DemonstrantInnen versammelten, griff die Polizei nicht ein. Einige TeilnehmerInnen hielten Schilder Litauen den Litauern! hoch, andere trugen nazistische Symbole und hoben den Arm zum Hitler-Gruß.
Aufsehen hatte in Litauen in Zusammenhang mit dieser Veranstaltung vor allem eine Stellungsnahme der Präsidentin Dalia Grybauskaite erregt, die die Demonstranten als patriotische Jugend bezeichnet hatte."

Link zu www.taz.de


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#3
12.05.2014
17:18:00


(+7, 9 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung


Beschwerden bitte in den Filialen der für diese Hassgesetze verantwortlichen Klerikalfaschisten abgeben. Hier in Deutschland haben wir an fast jeder Straßenecke eine stehen. Erkennbar an denen im Eingangsbereich etwas zu hoch montierten Urinale.


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#4
12.05.2014
17:53:05


(+1, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Was sagt die Staatspräsidentin zu dem Vorfall? Sie will doch unbedingt wiedergewählt werden!


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#5
12.05.2014
17:56:37


(+7, 9 Votes)

Von faul
Antwort zu Kommentar #4 von FoXXXyness


"Was sagt die Staatspräsidentin zu dem Vorfall?"

"Das Parlament hat das Gesetz beschlossen." (Putin)


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#6
12.05.2014
18:26:59


(+7, 9 Votes)

Von maaaartin


sehnt sich da etwas jemand zurück nach russland.....?


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#7
12.05.2014
18:35:40


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Genau die gleiche Anti-Homo-Hetze wie in Russland. Zum Kotzen! - Ich denke, die braune Bundesmutti wird auch irgendwann mit so einem Scheiß ankommen, um ihre "tolle traditionelle Familie" in den Himmel zu heben und uns noch mehr diskriminieren zu können. Die ist schließlich auch so ein "Zar-Putin-Fan".


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#8
12.05.2014
19:05:40


(+11, 11 Votes)

Von Felix


Wann stellt die EU endlich in allen Mitgliedsstaaten Rede- und Pressefreiheit sicher?!

Das muss endlich Sanktionen geben...


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#9
12.05.2014
19:29:53


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Tja, ja Litauen wenn man keine Feinde hat, macht man sich halt welche, habt ja sonst keine Probleme.


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#10
12.05.2014
19:41:51


(+9, 9 Votes)

Von Finn


Zensur ist halt die einzige Möglichkeit, wenn man keine Argumente hat...


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