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Laut Maneo hat sich die Zusammenarbeit mit den Behörden erheblich verbessert (Bild: schw0schl0 / flickr / by 2.0)

Das schwule Antigewaltprojekt meldet zwar für 2013 mehr homophobe Übergriffe als im Jahr zuvor, weist aber darauf hin, dass in Berlin mehr Fälle öffentlich werden als anderswo.

Im vergangenen Jahr wurden laut dem am Montag vorgestellten Bericht des Antigewaltprojekts Maneo (PDF) in der Bundeshauptstadt 259 Fälle von homophoben Übergriffen festgestellt, die meisten davon richteten sich gegen Schwule. Das ist eine Zunahme von mehr als 25 Prozent gegenüber 2011. Zudem gab es 23 transphobe Delikte.

Laut Maneo-Leiter Bastian Finke ist die Zunahme kein Zeichen dafür, dass Berlin gefährlicher wird, sondern dass in der Hauptstadt das Thema immer ernster genommen werde. Sein Verein habe geholfen, die oft verheimlichten Fälle "aus dem Dunkelfeld herauszuholen". Damit sei der Anstieg auch mit der besseren Öffentlichkeitsarbeit und einer besseren Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft zu erklären. "Dass in Berlin mehr Fälle als in anderen deutschen Regionen bekannt werden, erklären wir damit, dass hier wirksamere Strukturen vorhanden sind, die Vorfälle sichtbar machen", so Finke. Er versicherte: "In Berlin ist es für LSBT nicht gefährlicher als in anderen deutsche Großstädten. Die Vorfälle erfordern es, Homophobie und Transphobie als gesamtgesellschaftliche Herausforderung ernst zu nehmen".

Die am häufigsten gemeldete Deliktform sind dem Bericht zufolge Raubstraftaten mit einem Anteil von 28 Prozent. Auf Platz zwei und drei folgen Körperverletzung und einfache Beleidigung, die jeweils ein Fünftel der Meldungen ausmachten. 14 Prozent der Fälle waren Nötigungen oder Bedrohungen.

Meiste Fälle aus Schöneberg

Der Bezirk mit den häufigsten Meldungen ist Schöneberg mit ganzen 43 Prozent. Danach folgen abgeschlagen Tiergarten (9 Prozent), Kreuzberg (8 Prozent) und Neukölln (7 Prozent). Die auffällige Zunahme von Vorfällen in Schöneberg bzw. im Schöneberger Regenbogenkiez hatte Anfang des Jahres zu Gesprächen zwischen Maneo und der Polizei geführt, die in Folge verstärkt Präsenz zeigte. Dadurch konnte die Zahl der Übergriffe im Laufe des Jahres reduziert werden.

Vier von zehn Delikten ereigneten sich auf offener Straße. In jedem fünften Fall war eine Privatwohnung der Tatort, in neun Prozent Cruisingorte wie Parkanlgaen oder Waldgebiete.

Maneo fordert "sichtbare und mutige Signale", um Hassgewalt entgegen zu treten. Dazu gehörten öffentlichkeitswirksame Aktionen, die Homo- und Transsexualität entabuisieren sollen. Außerdem sei Aufklärungsarbeit an Schulen, in Sportvereinen und in Unternehmen wichtig.

In Berlin sorgen Übergriffe aus homo- und transphoben Motiven seit Jahren für Schlagzeilen. Daher hat die Landesregierung 2012 eine Spezialabteilung gegründet, die homophobe Straftaten gesondert bearbeitet (queer.de berichtete). (dk)



#1 niccinicciAnonym
  • 13.05.2014, 13:59h
  • Hier in Schöneberg ist es mittlerweile extrem geworden, jeder, der hier wohnt und in der Szene arbeitet, bekommt das zu spüren. Kneipen-und Discobesitzer sind schon dazu übergangen, Besucher aus Bulgarien oder Rumänien überhaupt nicht mehr reinzulassen. Als Privatclubbesitzer dürfen sie das und jeder versteht sie gut. Die wenigen, die gefasst werden, sind am nächsten Abend wieder unterwegs. Nicht wenige meiner Freunde sind nachts mit Pfefferspray unterwegs. Es lebe das vereinigte Europa!
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#2 Adami
  • 13.05.2014, 14:12h
  • Man mag es kaum glauben aber hoffen wir, dass der Anstieg der Zahlen wirklich an den verbesserten Kontakten zur Polizei herrühren und nicht vorallem mehr Fälle bei der Polizei aufgelaufen sind.

    Aus dem Bericht: 'Anstieg erklärt sich vor allem damit, dass uns im letzten Jahr mehr Fälle durch die Berliner Polizei übermittelt wurden, was wir einerseits auf Verbesserung innerhalb der polizeilichen Kommunikation, andererseits auch auf unsere verbesserten Kontakte zu unterschiedlichen polizeilichen Dienststellen'
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#3 porokusiAnonym
  • 13.05.2014, 16:13h
  • Antwort auf #1 von niccinicci
  • Auf Bulgaren und Rumänen wurde schonn eingehauen. Da fehlen ja nur noch Araber und Türken. Aber da findet sich bestimmt noch jemannd hier im Forum.

    Habe übrigens noch nie mitbekommen, dass es seit neusten Ausweiskontrollen in der Berliner Szene gibt, um je nach Staatsangehörigkeit Leute auszuschließen.

    Im Boiler gibt sowas auf jeden Fall nicht. Da habe ich letztens erst einen sehr leckeren Bulgaren zwischen den Fingern gehabt. Habe überlebt und wurde auch nicht ausgeraubt oder zusammnegeschlagen ;)
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 MandyAnonym
  • 13.05.2014, 17:47h
  • Irgendwie hatten wir dort im Vergleich zu anderen Großstädten immer ein ungutes Gefühl.
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#6 ICCINICCINAnonym
  • 13.05.2014, 17:54h
  • Antwort auf #1 von niccinicci
  • Mal langsam, man weiß aber auch das es viele Nazis in Schöneberg gibt.

    Denn in Neukölln bzw Kreuzberg, also den Stadtteilen mit sehr hohem Anteil an Muslimen/Innen sind die Zahlen komischerweise geringer.

    Jetzt wieder gleich in AfD/NPD-Manier von den "bösen Osteuropäern" zu labern ist fatal.

    In der Linken Szene ist bekannt das Schöneberg von Nazis am liebsten zur National befreiten Zone ausgebaut werden würde...

    Gäbe es Statistiken von wem die Überfälle begangen werden - und nicht nur die Zahlen von Maneo die aufgrund ihrer offen rassistischen Motivation bereits vor Jahren sehr viel Kritik bekamen - würdest auch Du sehen das deutschstämmige die Mehrzahl der Täter stellen.

    Oder warum sind komischerweise in den beiden genannten Stadtteilen die Übergriffszahlen geringer?

    Noch dazu ein Anstieg in ZWEI! Jahren um 25% macht pro Jahr 12,5%!! Die haben das ja mit 2011 verglichen und nicht mit 2012, wie im Text zu lesen ist!
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#7 tonnoAnonym
  • 13.05.2014, 18:11h
  • @porokusi... ich lebe ebenfalls in berlin schöneberg und bin im laufe von 2 jahren 3x homophob von türken beleidigt worden, bin ich - als opfer - nun rechts oder muss mich fragen lassen was ICH falsch gemacht habe?
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#8 ErmahnungAnonym
#9 BronxAnonym
  • 13.05.2014, 19:57h
  • Wenn mit "andere Großstädte", Städte wie Mogadishu oder Gaza gemeint sind, dann stimmt das sicherlich.
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#10 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 13.05.2014, 20:02h
  • ...und schon wieder geht diese bescheuerte 'woher kommen die Täter' Diskussion los. Die bringt gar nichts - zumindest den Opfern. Schöneberg ist mittlerweile so teuer geworden, dass dort kaum (höchstens an der Grenze zum Tiergarten und Potsdamer Str.) Migranten wohnen und von einer besonders hohen Nazidichte ist mir auch nichts bekannt. Natürlich ist die hohe Zahl an Übergriffen in Schöneberg auch der Tatsache geschuldet, dass jeder homophobe Dödel weiß, dass rund um den Nollendorfplatz der schwule Kiez ist. Auch der Transenstrich in der Frobenstr. zieht Hassverbrecher an, die ihre Aggressionen an den Transen auslassen; das dürfte schon einen nicht zu unterschätzenden Teil der Übergriffstatistik ausmachen. Und wenn hier so laut nach der Ethnie der Täter fragt, sollte ebenso laut nach der Ethnie der Opfer fragen, denn oft richtet sich die Gewalt auch gegen Stricher. Für mich ist jeder, dem es nur darum geht, bestimmte ethnische Gruppen als Täter zu stigmatisieren, kein ernst zu nehmender Gesprächspartner. Idioten gibt es in allen Ethnien und wer denkt als Europäer mehr wert zu sein als andere, ist in meinen Augen ein Rassist. Es ist mir bewußt, dass es auch unter Schwulen Rassisten gibt, mich nervt aber, dass sie nicht dazu stehen. Mit einem 'offenen' Rassisten könnte man wenigstens diskutieren aber dieses 'bin ich schon ein Rassist wenn ich Neger sage'- Gequatsche bringt nichts nur meinen Blutdruck hoch...
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