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  • 16. Dezember 2004, noch kein Kommentar

Die Antarktis soll nicht nur gestandenen Heteros à la Scott Amundsen offen stehen - jetzt erobern Homos den weißen Kontinent.

Von Dennis Klein

Schwules Reisen kann auch langweilig sein: Die ewig gleichen Szenebars in Kapstadt, Sydney und Barcelona sind nach einigen Prosecco-beseelten Nächten durchgearbeitet, die ewig gleichen Jungs tanzen zu den ewig gleichen mit Ufta-Ufta unterlegten "I Will Survive"-Schlagern. Der neu gegründete kanadische Reiseveranstalter "Out On The Water" will da Abhilfe schaffen: Seine ersten beiden Trips gehen nicht nach Mallorca oder Ibiza sondern auf die Galapagos-Inseln und in die Antarktis.

"Für das schwule und lesbische Kundensegment bieten wir Ziele an, die man vorher nur im Fernsehen gesehen hat", so David Ferguson, Chef von "Out On The Water". Die erste zweiwöchige Reise geht im Dezember 2005 in die Antarktis - die Organisatoren wollen rund 100 schwule und lesbische Abenteurer dabeihaben. Die ersten zwei Tage dürfen die noch in Buenos Aires verbringen und dort noch die alt bekannte Szene unsicher machen. Danach geht es mit dem Flugzeug 2.000 Kilometer Richtung Süden ins argentinische Ushuaia, das mit seinen rund 60.000 Einwohnern als südlichste Stadt der Erde gilt. Am folgenden Tag bricht die Gruppe an Bord der Akademik Vavilov Richtung Antarktis auf. Dort können die Touristen auch aufs Land und in Ermangelung eines schwul-lesbischen Gästehauses auch in einem Zelt im Einklang mit den Pinguinen übernachten (dazu wird allerdings niemand gezwungen, versprechen die Veranstalter!).

Trotz des abenteuerlichen Ziels sollen die Reisenden nicht auf Komfort verzichten. "Wir wollen eine echte 'All-Inclusive'-Atmosphäre schaffen", erklärt Ferguson. "Das soll Stil, Komfort, Service und die Annehmlichkeiten beinhalten, die insbesondere schwul-lesbischen Kunden erwarten. Das heißt auch, dass wir den Ausflug zu einem vollständigen Abenteuererlebnis machen wollen." Auf dem Schiff können sich die Teilnehmer auch gleich näher kommen, entweder in der Leselounge, dem Fitnessraum, dem beheizten Pool oder der Sauna. Man entfernt sich also nicht ganz von der Homo-Infrastruktur. Und auch eine "I will Survive"-Platte wird sich leicht an Bord auftreiben lassen.

Trip Antarctica '05 vom 15. bis zum 28. Dezember 2005. All-Inclusive ab 4.890 US-Dollar (3.640 Euro). Weitere Informationen unter www.outexpeditions.com.

16. Dezember 2004