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  • 16. Dezember 2004, noch kein Kommentar

Saint Privat loungen sich durch eine musikalische "Riviera" und laden mit einer Mischung aus Easy Listening, Pop und Electro zum Entspannen ein.

Von Jan Gebauer

Es ist zu schön wie in der Pop-Welt schmackhafte Geschichten für ein Album gestrickt werden: Der Wiener Elektro-Popper Klaus Waldeck auf eine Hochzeit und traf dort auf die Sängerin Valerie. Eine schicksalsträchtige Zusammenkunft, denn Waldeck war von der Blondine derart begeistert, dass er eigens für sie das Projekt Saint Privat ins Leben rief und mit ihr ein Album aufnahm. Der Name Saint Privat leitet sich übrigens von einem kleinen Ort im Süden Frankreichs ab, wo schon George Harrison, Pink Floyd oder der Schriftsteller Ian McEwan Halt gemacht haben sollen.

"Riviera" heißt die CD und verbindet Easy Listening mit Pop, Electro und Elementen aus Jazz und Bossa Nova - eine Mischung, zu der man am liebsten gleich ins Auto springen und an die Cote D’Azur düsen möchte. Bereits beim ersten Track mit seiner Stand-Up-Bass-Melodie erahnt man, in welche Richtung "Riviera" tendiert: Entspannung mit sonnigen, leicht schwülen Melodien, die an 60er oder 70er Jahre Easy-Listening-Platten erinnern (weniger James Last oder Bert Kämpfert, mehr Sergio Mendes oder Astrud Gilberto).

Spätestens beim gepfiffenen Zwischenpart von "Tous les jours" (erste Single, lief im öfters im Rundfunk, zum Beispiel bei RadioEins in Berlin) fühlt man sich wie in einem gediegenen Krimi aus den besagten Jahrzehnten, mit den entsprechenden Assoziationen: Sonnenbrille, Martini und einen heißen Typ im Arm. Da weht selbst im Winter eine wärmende Brise durch den Raum. Und so geht es weiter: "Mille Baci", "Gone With The Wind" und auch das "Girl From Ventimiglia": Alles klingt beschwingt, verträumt und einfach "easy". Und trotz all der Leichtigkeit, trotz Valeries schönem "bababababa" und "dadadadada" bleibt "Riviera" interessant, driftet nicht ab ins Beliebige und wird vor allen Dingen nie nervig. Nach einem harten Arbeitstag oder einer durchzechten Nacht, wirkt Saint Privat mit "Riviera" wie Balsam auf einer Wunde.

16. Dezember 2004