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Einige riesige Regenbogenflagge durchzog am Samstag Berlin (Bild: Enough is Enough)

Am Samstag protestierten weltweit Menschen gegen Homosexuellenfeindlichkeit, in Berlin mehrere Tausend. Aber auch aus Russland oder Moldawien kommen größtenteils fröhliche Bilder.

Zum zehnten Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie haben am Samstag weltweit Tausende Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender demonstriert und Aktionen durchgeführt, anders als in einigen Vorjahren blieb es dabei weitgehend friedlich.

Allein in Berlin beteiligten sich zwischen 5.000 und 7.000 Menschen an verschiedenen Protesten. So gab es zwei Kiss-Ins von Maneo und eine Aktion von LSVD und Bündnis gegen Homophobie am Nollendorfplatz – dort wurde mit etwas Farbe und vielen Händen ein großes Regenbogentransparent erstellt.

Zu dieser Aktion stieß auch die in sozialen Netzwerken groß beworbene Demo von "Enough is Enough", mitsamt einer 60 mal 6 Meter großen Regenbogenflagge zog man im Anschluss gemeinsam, mit Pausen vor den Botschaften von Uganda und Russland, bis zum Alexanderplatz, wo auf einer Bühne bereits den ganzen Tag Videos liefen und so Passanten über IDAHO und seine Wichtigkeit informiert wurden.

Bei der Abschlussveranstaltung, bei der rund 2.500 Ballons in Regenbogenfarben in die Luft gelassen wurden, sprachen unter anderem Aktivisten aus Uganda. Verteilt und teilweise selbst von Polizisten getragen wurden auch kleine Regenbogenflaggen – Enough is Enough hatte 25.000 kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen.

Alfonso Pantisano von der kleinen Aktivisten-Truppe freute sich, dass die Szene zu dem Protest zusammen kam, anstatt sich in Kleinkämpfen zu verlieren. Er konnte auch verkünden, dass man dem neuen Jugendzentrum von Lambda einen dringend benötigten Rasenmäher spenden konnte – und dem Schwulen Museum die Rainbow Flame samt Zelt, mit der die Szene zuletzt ein Zeichen gesetzt hatte (queer.de berichtete).

Einigkeit demonstrierten übrigens auch die schwul-lesbischen Fußball-Fanclubs aus Dortmund und München, die vor dem Pokalendspiel am Abend im Olympiastadion gemeinsam an dem Protest gegen Homophobie teilnahmen (Foto). Ohnehin traf die Demo auf ihrem Weg auf viele Fußballfans, ohne dass es zu Problemen kam.

Am Donnerstag steht der Hauptstadt-Szene derweil der nächste Protest bevor: Der LSVD ruft zu einer Demo am Kanzleramt ab 17 Uhr auf, um eine komplette Gleichstellung im Adoptionsrecht zu fordern – gegenüber im Bundestag wird später am Abend der schwarz-rote Entwurf zur Sukzessivadoption verabschiedet.

Youtube | Video vom Start der Enough-is-Enough-Demo in Berlin

Vandalismus in Salzburg, Extremismus in Tiflis und Chisinau


In Nürnberg machten Aktivisten mit einem Die-In auf Homophobie aufmerksam (Bild: Fliederlich)

Insgesamt gab es heute in über 40 deutschen Städten Aktionen; in Hannover kam es dabei zu einem Heiratsantrag, in Köln dachten viele, die echte Conchita Wurst und nicht ihr Imitat sei unter den Teilnehmern, bevor Ballons in den Farben des Regenbogens am Dom vorbeiflogen. Weitere Proteste gab es u.a. in Trier, Würzburg, Frankfurt oder Hamburg. In München folgt noch ein Kiss-In um 22 Uhr (Müllerstraße / Ecke Thalkirchnerstraße).

Auch im deutschsprachigen Ausland wurde der Internationale Tag gegen Homophobie begangen: So gingen in Bern oder Wien hunderte LGBT auf die Straße. In Salzburg hatten die schwulen und lesbische Sozialdemokraten bereits gestern acht riesige Regenbogenflaggen auf der Staatsbrücke angebracht, von denen allerdings sechs über Nacht von Unbekannten herabgerissen wurden.

Wie der Name andeutet, wurde (und wird noch) der Internationale Tag gegen Homophobie in über 120 Ländern begangen. In Taiwan erinnerten Aktivisten mit Kunst-Grabsteinen an LGBT, die sich das Leben nahmen oder denen es genommen wurde (s. Extra-Bericht).

In der georgischen Haupstadt Tiflis hatten Schwule und Lesben nach den heftigen Ausschreitungen im letzten Jahr auf eine Aktion verzichtet; bei einem von der orthodoxen Kirche veranstalteten "Familientag" gegen "unnatürliche pervese Beziehungen" kam es dafür zu einer Rangelei zwischen zwei Homo-Hassern, die sich gegenseitig für schwul hielten (Video).

Gewalttätige Nationalisten und Orthodoxe hatten sich auch in der moldawischen Haupstadt Chisinau angekündigt. Die dortige Demo zum 17. Mai, Teil der 13. CSD-Woche, wurde aber von der Polizei sicher abgeschirmt. An ihr beteiligten sich auch Aktivisten aus Polen und Russland. In einigen Ländern setzten Botschaften ein Zeichen: So wehte im weißrussischen Minsk die Regenbogenflagge an der britischen (Foto), im lettischen Riga an der niederländischen, britischen und amerikanischen Botschaft – unterstützend zu einem kleinen Protest in der Innenstadt (Fotos).

Youtube | Demo und Gegenproteste in Chisinau

Weitgehend friedliche Aktionen in Russland


Auch in Russland schützte die Polizei heute Teilnehmer der zahlreichen Aktionen. Galerie aus St. Petersburg

RainbowFlashs gab es auch in mindestens elf Städten Russlands – der Quarteera-Aktivist Wanja Kilber hatte erst vor wenigen Jahren die Idee zu diesem niedrigschwelligen Angebot gehabt.

Den Anfang machte Chabarowsk an der Grenze zu China; der kleine Protest wurde angeführt von dem Aktivisten Alexander Ermoshkin, der wegen seines Engagements seinen Job als Geographielehrer verloren hatte. Nationalisten griffen ihn und die Ballons an. Der Lehrer bedankte sich später bei den Polizisten, die Schlimmeres verhindert und ihn nach der Aktion zu einem sicheren Ort begleitet hatten – sowie bei einem mutigen heterosexuellen Paar mit Kind, das bei der Aktion mitgemacht hatte (Video).

Zum größten RainbowFlash kamen rund 100 LGBT in St. Petersburg auf dem Marsfeld zusammen, wo es im letzten Oktober zum Internationalen Coming-Out-Tag zu Ausschreiungen und Festnahmen der Aktivisten durch Polizisten gekommen war (queer.de berichtete). Am Samstag wurde niemand verhaftet, ein Großaufgebot der Polizei schützte hingegen die Teilnehmer. Trotzdem wurde ein Aktivist von einem geworfenen Ei getroffen, später schlug jemand in der U-Bahn-Station auf einige Teilnehmer ein, wurde aber schnell von einem Aktivisten überwältigt und von der Polizei festgenommen (Video).

In Murmansk wurde nach Informationen des LGBT Network die Veranstalterin des Flashmobs unter dem Vorwurf der Homo-"Propaganda" von der Polizei vorübergehend festgenommen. Die Veranstaltung fand trotzdem statt. (nb)

Youtube | Der 17.5. in St. Petersburg


#1 m123Anonym
  • 18.05.2014, 00:30h
  • Die nächsten heißen Kandidaten für die Öffnung der Ehe bis spätestens Ende 2015:

    - Luxemburg (Wahrscheinlichkeit 100%)
    - Finnland (Wahrscheinlichkeit 55%)
    - Irland (Wahrscheinlichkeit 95%)
    - USA (Wahrscheinlichkeit 99%)

    Es gilt als sicher, dass Luxemburg bis Ende 2014 die Ehe öffnet. Der schwulen Regierungschef von Luxemburg hat dies bereits gesagt, dass es so kommen wird. Über den Gesetzentwurf soll noch in diesem Sommer abgestimmt werden und er soll noch vor Ende 2014 in Kraft treten.

    In Finnland könnte es noch in diesem Jahr zu einer Abstimmung über die Öffnung der Ehe im Parlament kommen. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist schon seit mehreren Monaten im parlamentarischen Prozess. Dass es zu einer Abstimmung kommen wird ist zwar nicht sicher, aber doch eher wahrscheinlich. Ob es dann eine Mehrheit geben wird ist äußerst unklar, denn das finnische Parlament hat bisher noch nie in letzter Lesung über die Öffnung der Ehe abgestimmt. Da Finnland aber in gewisser Weise unter Druck steht, da alle anderen skandinavischen Länder die Ehe geöffnet haben, ist es durchaus denkbar, dass Finnland noch in diesem Jahr oder Anfang nächsten Jahres die Ehe öffnet.

    In Irland findet 2015 eine Volksabstimmung über die Öffnung der Ehe statt. Die Zustimmung zur Eheöffnung in der irischen Bevölkerung liegt derzeit irgendwo zwischen 65% und 75%, so dass man mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass Irland die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet.

    Es gilt als sicher, dass der US Supreme Court sich irgendwann im zweiten Halbjahr 2014 oder im ersten halbjahr 2015 wieder mit der Eheöffnung in den USA befassen und diesmal ein Urteil für die gesamten USA fällen wird. Aufgrund der Urteile vom Sommer 2013 des US Supreme Court gilt es auch als nahezu sicher, dass der US Supreme Court die Ehe in den gesamten USA öffnen wird. Angesichts des Momentums der Eheöffnung in den USA sowie der Analogie zur Aufhebung des Verbots interrassischer Ehen kann man sich eigentlich kaum etwas anderes vorstellen als dass bis spätestens Sommer 2015 die USA die Ehe geöffnet haben wird.
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#2 Caro EAnonym
  • 18.05.2014, 01:14h
  • In Kassel hat es auch einen Heiratsantrag gegeben.
    www.hna.de/lokales/kassel/heiratsantrag-beim-kiss-in-3563976
    .html


    Auf jedenfall super, dass sich soviele Städte und Länder beteiligt haben.
    Nun steht in Kassel noch ein Protest gegen den Kongress Sexualethik und Seelsorge" des Weißen Kreuz nächste Woche an. Der Verband veranstaltet seinen diesjährigen Kongress vom 22. bis 24. Mai in Kassel . Dazu wurden einige Leute eingeladen, die die "Homo-Heilung" propagieren. Unter anderem wurde die antihomosexuelle Fundamentalistin Christl Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) als Referentin eingeladen. Der Verband argumentiert sexistisch, ignoriert die individuelle und sexuelle Selbstbestimmung, propagiert unwissenschaftliche Behauptungen und wirbt für ein diskriminierendes, vorurteilsbeladenes Beratungskonzept.

    www.facebook.com/events/651643241557192/permalink/6545324912
    68267/
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#3 wanderer LEAnonym
  • 18.05.2014, 01:42h
  • Je größer der Hut, unter dem man sich vereinen möchte, um so schwieriger wird es, daß darunter man noch auf einen gemeinsamen Nenner kommt.

    Tut mir schrecklich leid, aber selbst wenn ich noch gut laufen könnte, ich würde auf keinen CSD mehr gehen: Paradieren doch mehr Leute, gegen die ich erhebliche Aversionen habe, als solche, die meine Anliegen teilen.

    So wie der LSVD heute einen Bruchteil deutscher Schwulen und Lesben vertritt, ebenso wenig sind die auf den Regenbogenparaden vertreten. Es sage keiner, geht wählen. Die meisten wählen nicht!
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#4 BuntspechtAnonym
  • 18.05.2014, 08:42h
  • Mich würde doch mal interessieren, ob diejenigen, die hier immer die CSDs als zu wenig politisch kritisieren, sich wenigstens an einer dieser Aktionen beteiligt haben...
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 18.05.2014, 10:01h
  • Schön, daß zu den Aktionen zahlreiche Teilnehmer gekommen sind. Gab es denn auch solche Events in Down Under (Australien und Neuseeland) sowie in Nord- und Südamerika?
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#6 RobbyEhemaliges Profil
  • 18.05.2014, 10:40h
  • Antwort auf #4 von Buntspecht

  • Glaube ich eher nicht. Denn das würde ja bedeuten, dass diejenigen auch in der Öffentlichkeit offen als Schwule sichtbar wären - und genau DAVOR haben diese Klemmschwestern doch panische Angst. Denn wenn die Klemmschwestern bei einer Protestaktion oder einem Kiss-In von anderen Leuten gesehen würden, könnten sie hinterher denen ja die 'ich-bin-straight'-Schmierenkomödie nicht mehr vorspielen. - Daher denke ich, dass sich nach wie vor nur diejenigen an den Protesten beteiligen/beteiligt haben, die auch so im Alltag offen schwul leben und denen LGBTI-Rechte wirklich etwas bedeuten.
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#7 RobinAnonym
  • 18.05.2014, 10:49h
  • "In der georgischen Haupstadt Tiflis hatten Schwule und Lesben nach den heftigen Ausschreitungen im letzten Jahr auf eine Aktion verzichtet"

    Schwerer Fehler!

    Man darf Homohassern nicht nachgeben, dann werden die immer unverschämter...
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#8 FelixAnonym
  • 18.05.2014, 10:57h
  • Ich hoffe, dass von Jahr zu Jahr mehr Leute teilnehmen und daraus eine weltweite Bewegung wird...
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#9 sperlingAnonym
#10 reiserobbyEhemaliges Profil