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  • 18.05.2014               Teilen:   |

KCR Dortmund

Deutschlands ältestes Schwulen- und Lesbenzentrum

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Erinnerten an 42 Jahre bewegte Geschichte (v.l.n.r.): Moderator Manuel Izdebski und seine Podiumsteilnehmer Ulla Breukämper, Georg Roth und Frank Przybilla (Bild: Marvin Mendyka)

Im Jahr 1972 gründete sich in Dortmund das Kommunikationscentrum Ruhr (KCR). Am vergangenen Wochenende lud es im Rahmen der Hirschfeld-Tage NRW zu einem spannenden Rückblick.

Von Marvin Mendyka

Das Dortmunder Kommunikationscentrum Ruhr (KCR) ist Deutschlands ältestes Schwulenzentrum. Der 1972 gegründete Verein lud am vergangenen Sonntag zu einem filmischen Rückblick in die Anfangstage des KCR mit anschließender Diskussion. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2014 statt, etwa 30 Interessierte schauten vorbei. An der von Manuel Izdebski moderierten Diskussion nahmen die KCR-"Urgesteine" Frank Przybilla, Georg Roth und Ulla Breukämper teil.

Schon der Name "Kommunikationscentrum Ruhr" mag für manch einen irreführend klingen. Denn was man in dem kurzen Film zu sehen bekam, waren keine Herrengesprächskreise. Stattdessen Männer im Fummel, die verkleidet als Stewardessen und Operndiven zu Musik performen. Unter ihnen auch der bekannte Comiczeichner Ralf König.

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Ein "Schwulenzentrum" hätte es damals nicht ins Vereinsregister geschafft

Aus Dortmund nicht mehr wegzudenken: Auch auf dem Logo ist das KCR in der Mitte der Ruhrgebietsstadt angekommen
Aus Dortmund nicht mehr wegzudenken: Auch auf dem Logo ist das KCR in der Mitte der Ruhrgebietsstadt angekommen

Frank Przybilla, Podiumsteilnehmer und bereits seit 1977 im KCR aktiv, kann den eigentümlichen Namen erklären. Einen Verein Anfang der 1970er Jahre unter dem Namen "Schwulenzentrum" zu gründen sei damals undenkbar gewesen und hätte es in kein Vereinsregister geschafft. Man dürfe nicht vergessen, dass der Paragraph 175 erst wenige Jahre zuvor entschärft wurde, so Przybilla.

Eine wichtige Rolle für die Gründung des KCR spielte Rosa von Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", der 1972 erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. In dessen Folge gründeten sich in der Bundesrepublik zahlreiche Homosexuellengruppen, darunter auch das KCR, erinnert man sich in der Runde.

Erst im Laufe der 1980er Jahre entwickelte sich das Kommunikationscentrum zu einem Treffpunkt auch für Lesben. Zwar war man selbst in den Anfangstagen keine geschlossene Gesellschaft – selbst Heteros durften hinein -, doch auch heute ist das Verhältnis von Schwulen und Lesben etwa zwei Drittel zu einem Drittel. Bei der Veranstaltung am vergangenen Sonntag war Podiumsteilnehmerin Ulla Breukämper die einzige Frau im Raum.

Sie vermutete, dass sich frauenbewegte Lesben politisch anders definierten und weniger links-orientiert waren als die damalige Schwulenbewegung. "Überhaupt wurde das Verhältnis zu Männern in Frage gestellt. Auch zu schwulen Männern", meinte Breukämper.

Das KCR hat heute über 200 Mitglieder. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Beratungs- und Selbsthilfearbeit zu verschiedenen schwulen und lesbischen Themen. Doch auch das große Kultur- und Freizeitangebot macht den Verein mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Dortmunder Zivilgesellschaft.

Youtube | Video zum 30. Geburtstag des KCR
Youtube | Video zum 40. Geburtstag des KCR
Links zum Thema:
» Homepage des KCR Dortmund
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Tags: kcr, dortmund, hirschfeld-tage, manuel izdebski, ulla breukämper, georg roth, frank przybilla
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