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Akif Pirinçci durfte schon im ZDF-Mittagsprogramm für seine Hass-Tirade werben

In Nürnberg gab es Proteste gegen einen von der rechtspopulistischen AfD organisierten Auftritt des homophoben Autors Akif Pirinçci.

Am Samstag sind in Nürnberg 80 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine Veranstaltung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) zu werben, darunter auch viele LGBT-Aktivisten. Die Partei hatte Akif Pirinçci zu einer Lesung aus seinem Buch "Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer" in die Meistersingerhalle eingeladen. Zur Demonstration hatten unter anderem das schwul-lesbische Zentrum Fliederlich, die Gewerkschaft ver.di und das Bündnis Nazistopp aufgerufen.

Die Protestaktion erfolgte ohne Zwischenfälle. Die Demonstranten hielten sich auch an die Auflagen der Polizei, die unter anderem anordnete, keine Trillerpfeifen zu verwenden. Während der Protestaktion gab es auch Diskussionen zwischen den Demonstranten und einigen der rund 200 Besucher.

Youtube | Die satirische "Heute-Show" machte sich im ZDF über Pirinçcis Buch lustig

"Homophobe Strömungen" innerhalb der AfD


In Stuttgart wirbt die AfD auf Demonstrationen gegen den Bildungsplan um Stimmen (Bild: Guido Klein)

Michael Glas von Fliederlich e.V. erklärte gegenüber queer.de, die meisten der Besucher stammten aus gutbürgerlichen Verhältnissen, es seien nur einige bekannte Rechtsradikale anwesend gewesen. Der Aktivist bezeichnete es als Gefahr, dass das homophobe Gedankengut Pirinçcis in dieser Bevölkerungsgruppe Anklang zu finden scheint. Zudem erklärte er sein Unverständnis darüber, warum sich eine Gruppe namens "Homosexuelle in der AfD" bei so "starken homophoben Strömungen" innerhalb der Partei bilden konnte. "Wie kann man als Schwuler oder als Lesbe unter solchen Leuten aktiv sein?" fragte Glas.

Pirinçci las während der AfD-Werbeveranstaltung das Kapitel "Mit dem Arschloch sieht man besser", das sich gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland richtet. Das Buch, das insbesondere in rechten oder rechtsextremen Kreisen beworben worden wird, enthält äußerst polemische Texte, in denen auch Homosexuelle als Gruppe angegriffen werden, weil sie eine zu privilegierte Stellung in der politischen Debatte hätten. Pirinçci macht sich dabei über Forderungen nach Gleichbehandlung lustig ("ein Schwuler, der ums Verrecken kirchlich heiraten will, hat entweder eine Meise von der Größe des Mondes oder die falsche Bibel gelesen") und behauptet, dass heterosexuelle Männer aus evolutionären Gründen Schwule nicht leiden könnten. Außerdem polemisiert er gegen "staatlich alimentierte Kampflesben". (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 19.05.2014, 15:33h
  • "Wie kann man als Schwuler oder als Lesbe unter solchen Leuten aktiv sein?"
    Rechtskonservative Eigenschaften wie Xenophobie, Rassismus, Standesdünkel und Sozialdarwinismus überwinden halt Geschlechter-Grenzen. Aber: Schwule sind bei der AfD nicht aktiv, die da mitmachen sind "nur" homo-, bi, oder heterosexuell veranlagt. Um sich als Schwuler definieren zu dürfen, bedarf es schon der Fähigkeit aus der eigenen Situation, Rückschlüsse auf gesamtgesellschaftliche Verhältnisse ziehen zu können.
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#2 GerritAnonym
#3 AlexAnonym
  • 19.05.2014, 16:23h

  • Warum wird so eine Hetzschrift nicht verboten?

    Das ist ganz eindeutig Volksverhetzung!
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#4 PetterAnonym
#5 DefragmentierungEhemaliges Profil
  • 19.05.2014, 16:45h
  • Antwort auf #1 von reiserobby
  • " ... die meisten der Besucher stammten aus gutbürgerlichen Verhältnissen"

    Das bezweifle ich doch sehr. "Bildungsferne Verhältnisse" ist die gängige Bezeichnung für das Milieu, aus dem sich die triste Zuhörerschaft des Katzenkrimiautors speist.

    Die AfD definiert sich damit erneut eindeutig als faschistische Partei und ich beantrage die Sperrung der entsprechenden Werbeaccounts hier im Forum.
    Welche von Faschisten bedrohte Gruppe duldet denn sonst noch die permanente Verhöhnung durch von Vernichtungswillen gesteuerten Provokateuren in ihren Foren? Ich lade doch auch keinen Nazi in die Synagoge ein ...
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#6 Adami
  • 19.05.2014, 16:55h
  • Es ist wohl niemanden Recht zu machen. Gibt es eine Arbeitsgruppe für Homosexuelle, ist die Existenz unverständlich und gäbe es keine Gruppe wäre es wohl der entgültige Beleg für Homophobie.
    Man merkt schon, dass diese Woche gewählt wird, denn das Trommelfeuer an Berichten wird schneller.
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#7 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 19.05.2014, 17:02h
  • Es scheint doch einen großen Bedarf an vulgären Hasspredigern zu geben. Das sagt schon einiges über die mentale und intellektuelle Befindlichkeit in diesem Land aus. Habe unlängst einen interessanten Artikel über die Verrohung des Bürgertums gelesen, das scheint mir eine zutreffende Analyse, nicht nur der deutschen Gesellschaft zu sein. Pirincci ist allerdings von so einer intuitiven Primitivität, dass er menschlich ein Ar......h ist aber genau weiß, dass er mit seinem Geschreibsel seine Schäfchen in's Trockene bringt. Da werden noch einige Trittbrettfahrer nachfolgen um mit platten Hasstiraden ihre Häuschen oder Eigentumswohnungen zu finanzieren. Aber ich glaube, der Zenit ist überschritten, die rechts-reaktionären sind schon so tief gesunken, das ein Unterbieten des Niveaus einem Ameisenlimbo gleichkäme. Ich bin strikt gegen die Diskriminierung oder Ausweisung von Migranten - bei Pirincci würde ich allerdings eine Ausnahme begrüßen und mit ihm gleich das ganze rechts-nationale-reaktionär-homophobe Pack... manchmal sind Tagträume so schön wie unrealistisch.
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#8 fritzrth
  • 19.05.2014, 17:14h
  • Antwort auf #1 von reiserobby
  • Solche haben wir auch hier in den USA: GOProud, Log Cabin Republicans, u.A.

    Eigennützige hat's immer gegeben, auch unter den Sklaven auf den Plantagen, selbst unter den Juden in den KZ ... Es läuft immer darauf hinaus was man wichtig findet: das Allgemeinwohl oder die Selbstverherrlichung.
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#10 sperlingAnonym
  • 19.05.2014, 19:16h
  • Antwort auf #6 von Adami
  • >"Es ist wohl niemanden Recht zu machen."

    doch, es würde vollkommen ausreichen, eine gerechte politik zu vertreten statt homophobe idiot_innen innerhalb der partei an die spitze zu hieven und auch noch externe hassprediger zur öffentlichen hetze einzuladen.

    aber diese option scheint Ihnen wohl nicht mal mehr denkbar.
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