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Vielen Fans des amerikanischen Sportfernsehens fiel beim Anblick dieses Kusses offenbar die Chipstüte aus der Hand (Bild: ESPN Screenshot)

Fast die Hälfte der US-Amerikaner halten laut einer Umfrage einen TV-Kuss zwischen dem Footballspieler Michael Sam und seinem Freund für "unangemessen". Das ist das Ergebnis einer Umfrage von YouGov/Huffington Post.

47 Prozent der Befragten erklärten, es sei "unangemessen", dass Fernsehsender den Kuss zwischen den zwei Männern gezeigt haben. 36 Prozent halten das für "angemessen", 17 Prozent sind sich nicht sicher. Dabei zeigt sich ein großer Unterschied zwischen Alt und Jung: 55 Prozent der unter 30-Jährigen finden nichts Schlimmes an der Berichterstattung, während mehr als zwei Drittel der über 65-Jährigen mit dem Kuss nicht zurechtkamen.

Der Kuss ereignete sich vor einer Woche, nachdem Sam vom Profiverein St. Louis Rams verpflichtet wurde (queer.de berichtete). Ähnliche Aufregung hatte es zuvor nie gegeben, als neu verpflichtete Spieler eine Freundin geküsst hatten.

Mehrere konservative Politiker und ehemalige Sportler hatten Fernsehsender kritisiert, weil sie den Kuss gezeigt hatten. Ein Anführer der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung nannte die Kussszene sogar "ekelhaft" und warf der Footballliga vor, "zu einem Arm der politischen Linken" geworden zu sein. Er rief "echte Amerikaner" auf, sich gegen diesen Trend zu wehren (queer.de berichtete).

Verschiedene Kommentatoren wiesen auch noch darauf hin, dass die Aufregung größer sei, weil es sich nicht "nur" um einen schwulen Kuss sondern um einen "interracial" ("gemischtrassigen") Kuss gehandelt habe. Das habe insbesondere unter älteren weißen Konservativen zu Verstimmungen geführt. "Gemischrassige" heterosexuelle Ehen waren bis 1967 wie heute gleichgeschlechtliche Ehen in Teilen der USA verboten.

Die Umfrage zeigte auch, dass die meisten Befragten (60 Prozent) einen offen schwulen Spieler in ihrem Lieblingsteam akzeptieren würden, 20 Prozent dagegen nicht. (dk)

Youtube | Der größte US-Sportsender ESPN zeigte die Kussszene wiederholt und kommentierte sie ohne Skandalisierung


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 EnyyoAnonym
  • 19.05.2014, 18:11h
  • Vielleicht sollten die US-Sender mit einem Tonsignal warnen, dass eine Szene folgt, die geistig-minderbemittelte Zuschauer schockieren könnte - diese können dann ihren Blick auf ein kleines eingeblendetes Fenster fixieren, in dem bspw. eine Hinrichtung übertragen wird, bis ein weiteres Tonsignal Entwarnung gibt.

    Wär' doch schlimm, wenn sich diese "armen" Gottesfürchtigen "ekeln" müssten, wenn mal was gezeigt wird, was ihren beschränkten Horizont überschreitet!
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#3 daVinci6667
  • 19.05.2014, 18:41h

  • Wenn 47% das unangemessen finden, müssen wir uns vor Fernsehkameras, auf der Strasse, in Gaststätten etc noch sehr viel mehr küssen. Die gewöhnen sich irgendwann schon dran!
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#4 m123Anonym
#5 Vater
  • 20.05.2014, 12:26h
  • Bei diesen beschissenen homophoben Spinnern dreht sich mir echt der Magen um.
    Die denken wirklich nicht weiter als von der Tapete bis zur Wand.
    Ein Kuss traumatisiert angeblich Kinder, auf Liebe wird mit Hass reagiert, Schwule gehören angeblich ausgerottet...

    Irgendwie wundert es mich nicht, dass es die selben Konservativen sind, die einerseits immer von Christus und Liebe sprechen, ungeborenes Lebens schützen wollen, weil Leben ja soooo heilig ist - und auf der anderen Seite für die Bewaffnung eines jeden Amerikaners mit Handfeuerwaffen sind. Da werden Kriege geführt, ständig die Todesstrafe verteidigt und Minderheiten mit Hass zugeschüttet - und dann wieder Abtreibungs- oder sogar Kondomverbote weil das Leben ja soooo heilig ist.

    Ich könnte jetzt noch einiges schreiben, muss aber mal kurz kotzen gehen...
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#6 FelixAnonym
#7 PetterAnonym
#8 HugoAnonym
  • 20.05.2014, 20:01h
  • "Ein Anführer der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung nannte die Kussszene sogar "ekelhaft" und warf der Footballliga vor"

    und mir wird kotzübel, wenn ich den "Tea-Party-Bewegung" titel lesen oder hören muß.
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#9 HugoAnonym
#10 HugoAnonym