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  • 20.05.2014               Teilen:   |

Dr. Maria Beckermann

Für diskriminierungsfreie Frauengesundheit

Artikelbild
Preisträgerin Maria Beckermann mit dem Augspurg-Heymann-Preis der LAG Lesben NRW (Bild: Dietrich Dettmann)

Zum Abschluss der Hirschfeld-Tage NRW wurde die Ärztin Dr. Maria Beckermann mit dem Augspurg-Heymann-Preis geehrt.

Von Marvin Mendyka

Im Bochumer Jahrhunderthaus endeten am vergangenen Sonntag die Hirschfeld-Tage NRW mit der feierlichen Verleihung des Augspurg-Heymann-Preises. Vor mehr als 120 Gästen nahm Dr. Maria Beckermann die Auszeichnung entgegen, die nach dem Frauenrechtlerinnnen-Paar Anita Augspurg (1857-1943) und Lida Gustava Heymann (1868-1943) benannt wurde.

Durch ihr langjähriges Engagement im Bereich der Frauengesundheit und ihre Expertise zum Themenfeld Kinderwunsch lesbischer Frauen machte sich die Vorsitzende des Vereins AK Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft um den Preis verdient.

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Positive Bilanz der Hirschfeld-Tage und Kritik am Namen

Doch zu Beginn der Veranstaltung ging es erst einmal um die Hirschfeld-Tage. Christiane Buck vom Vorstand der LAG Lesben in NRW bedauerte, dass die Veranstaltungsreihe, die 2012 erstmals in Berlin stattfand, nicht auch den Namen einer Vorkämpferin für die Rechte von Lesben trägt. Kurzerhand rief sie die "Johanna-Elberskirchen-Magnus-Hirschfeld-Charlotte-Wolff-Tage" aus. Die beiden Frauen hatten sich ebenso wie Hirschfeld um die Jahrhundertwende für Sexualreformen eingesetzt.

Gabriele Bischoff, Vorstand der Arcus-Stiftung, konnte dem nur zustimmen. Die Gedenkveranstaltungen im Rahmen der Hirschfeld-Tage an Johanna Elberskirchens 150. Geburtstag bezeichnete sie als einen der Höhepunkte der Reihe. Ohnehin zeigte sich Bischoff im Talk mit Moderatorin Dr. Ann Marie Krewer sehr zufrieden mit den Hirschfeld-Tagen. Von den insgesamt 94 Veranstaltungen fielen lediglich drei aus. Alles in allem habe man "weit über 1.000 Menschen" erreichen können.

In den anschließenden Grußworten betonten Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache, Dr. Antje Huster-Sinemillioglu (Arbeitskreis Frauengesundheit) und Dr. Helga Seyler (Netzwerk lesbischer Ärztinnen) die Wichtigkeit des Augspurg-Heymann-Preises und engagierter Frauen wie der diesjährigen Preisträgerin, um lesbischen Themen in der Öffentlichkeit Platz zu verschaffen.

Die Arbeit von Maria Beckermann habe einen wichtigen Teil dazu beigetragen, das Thema Frauengesundheit aus Frauensicht zu sehen, so Huster-Sinemillioglu. Seyler dankte Beckermann mit sehr persönlichen Grußworten. Durch ihre sachliche Kompetenz schaffe sie es stets, andere für Themen der Frauengesundheit einzunehmen.



Verfassungsrichterin Susanne Baer gab den Preis an Beckermann weiter

Zum Zeremoniell der Preisverleihung gehörte auch ein Gespräch mit der letztjährigen Trägerin des Augspurg-Heymann-Preises: der Verfassungsrichterin Prof. Susanne Baer, die unter tobendem Applaus zur Bühne schritt. Der Preis, bei dem es sich um eine Art "Wanderpokal" handelt, werde ihr persönlich sehr fehlen, sagte Baer. Auch wenn dieser in Zukunft nicht mehr ihr Büro in Karlsruhe zieren werde, sei sie immer noch stolz darauf, in einer Reihe mit den anderen Preisträgerinnen Mirjam Müntefering (2009), Maren Kroymann (2010), Tanja Walther-Ahrens (2011) und Inge von Bönninghausen (2012) zu stehen.

Nach einem Vortrag von Dr. Gabriele Dennert über die politischen Dimensionen der Medizin hielt Marina Zemp die Laudatio auf die Preisträgerin. Sie erinnerte sich an ihre erste Begegnung mit Maria Beckermann vor 30 Jahren. Zu dieser Zeit sei sie die erste ihr bekannte offen lesbische Gynäkologin gewesen. Ein Novum. Insbesondere Frauen mit Gewalterfahrungen fanden bei ihr Hilfe. Wichtig seien vor allem Beckermanns Grundlagenwerke, dank derer heute niemand mehr sagen könne, nicht zu wissen, wie diskriminierungs- und klischeefreie Frauengesundheit aussähe.

Schließlich war es so weit: Maria Beckermann ging auf die Bühne und nahm unter großem Applaus den Augspurg-Heymann-Preis entgegen. In ihrer Dankesrede erinnerte auch sie an ihre Anfangstage, einer Zeit in der die Gynäkologie noch im hohen Maß homophob geprägt war. Dass es Lesben überhaupt gibt, habe sie damals nicht gewusst. Heute hingegen lebt sie – "proud and out" – mit ihrer Frau Fritzi Wild in Köln, wo eine Regenbogenfahne über dem Dach ihres Hauses weht. Froh sei sie, betonte Beckermann, ihre Berufserfahrung an junge Kolleginnen weitergeben zu können. Seit 2010 leitet sie ärztliche Weiterbildungen am Universitätsklinikum Bonn und am Peking Union Medical College Hospital.

Links zum Thema:
» Homepage des Augspurg-Heymann-Preises
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Tags: maria beckermann, augspurg-heymann-preis, lag lesben nrw, hirschfeld-tage
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