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Immer mehr Ja-Worte

Auch Pennsylvania öffnet die Ehe


LGBT-Aktivisten feierten in Pennsylvania vor Behörden und Rathäusern den Sieg. Anders als in Deutschland sind sie nun in ihrer Heimat gleichgestellt

Einen Tag nach Oregon stellt auch Pennsylvania Homosexuelle im Eherecht gleich – damit leben fast die Hälfte der Amerikaner in Staaten, in denen gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen.

Ein US-Bundesrichter hat am Dienstag das Verbot der Eheschließung für Schwule und Lesben in Pennsylvania für verfassungswidrig erklärt. Damit müssen Standesämter ab sofort gleichgeschlechtliche Hochzeiten durchführen. Weil es in dem 13 Millionen Einwohner zählenden Bundesstaat eine Wartezeit von drei Tagen auf Eheschließungen gibt, werden die ersten Hochzeiten am Freitag geschlossen werden. Erst einen Tag zuvor hatte ein Bundesrichter in Oregon das Verbot der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen aufgehoben (queer.de berichtete).

In seiner Begründung führte Richter John Jones wie in anderen Entscheidungen vor ihm den 14. Zusatz der US-Verfassung an, der die Gleichbehandlung aller Amerikaner gewährleistet. Dieser Artikel war nach dem Bürgerkrieg im Jahr 1868 eingeführt worden und sollte damals die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen garantieren.

Kein "legitimer Grund" für Diskriminierung von Homosexuellen


Richter John Jones galt eigentlich als konservativ

"In zukünftigen Generationen wird das Etikett 'gleichgeschlechtliche Ehe' verschwinden. Dann wird man nur noch von 'Ehe' sprechen. […] Es wird Zeit, dass wir diese Gesetze endlich loswerden", schrieb Jones in seiner Urteilsbegründung. Er fuhr fort, dass der Bundesstaat keinen "legitimen Grund" habe, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren. Die Entscheidung wird viel Gewicht zugemessen, weil Jones als konservativer Republikaner einst von George W. Bush zum Richter ernannt worden war.

Tom Corbett, der republikanische Gouverneur von Pennsylvania, wollte sich zunächst nicht zu dem Urteil äußern. Corbett gilt als ausgesprochener Gleichstellungsgegner und stellte erst im letzten Jahr die gleichgeschlechtliche Ehe auf eine Stufe mit Kinder-Ehen (queer.de berichtete).

Die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, die Demokratin Kathleen Kane, hat aber bereits angekündigt, dass sie bei einem möglichen Widerspruch das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen nicht im Namen des Staates verteidigen werde, weil sie überzeugt sei, dass die Einschränkung des Eherechts auf Heterosexuelle verfassungswidrig sei.

Geklagt hatten insgesamt elf gleichgeschlechtliche Paare gegen ein Gesetz aus dem Jahr 1996, in dem die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren sich die beiden großen amerikanischen Parteien noch einig gewesen, dass gleichgeschlechtliche Ehen verboten werden müssten. Das jetzt als verfassungswidrig eingestufte Gesetz war damals im Repräsentantenhaus mit 117 zu 16 Stimmen beschlossen worden.

Youtube | Die Lokalnachrichten berichteten ausführlich über die Entscheidung, so auch WTAE aus Pittsburgh

Freudendemonstrationen in mehreren Städten


In den Lokalnachrichten wird bereits erklärt, wie man am schnellsten heiraten kann

In mehreren Städten des Bundesstaates haben LGBT-Aktivisten auf den Straßen die Entscheidung des Gerichts gefeiert. Demonstrationen mit hunderten von Teilnehmern gab es in Pittsburgh, Philadelphia, Erie und in der Hauptstadt Harrisburg. LGBT-Gruppen begrüßten das Urteil einhellig und forderten die Staaten mit einem Eheverbot auf, endlich ihren Widerstand gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen aufzugeben. Inzwischen sind mit Pennsylvania und Oregon in 19 von 50 Staaten Homo-Paare im Eherecht gleichgestellt. Damit leben 44 Prozent der US-Bevölkerung in Regionen mit Ehe-Öffnung.

Nach einer historischen Entscheidung des Supreme Courts vom Juni letzten Jahres, mit dem die Rechte von Homo-Paaren gestärkt worden waren, hat sich der juristische Druck auf Staaten mit einem Ehe-Verbot verstärkt. So haben Bundesrichter zuletzt die Beschränkung des Grundrechts der Ehe auf die heterosexuelle Bevölkerungsgruppe in Idaho, Oklahoma, Virginia, Michigan, Texas und Utah für verfassungswidrig erklärt. Die Urteile sind aber bis zu einem endgültigen Urteil der höheren Instanz vorläufig ausgesetzt. In fast allen anderen Bundesstaaten mit Ehe-Verbot finden ähnliche Klagen statt. Richter in Kentucky, Ohio und Tennessee haben die Standesämter bereits dazu gezwungen, gleichgeschlechtliche Ehen, die in anderen Bundesstaaten geschlossen worden waren, anzuerkennen. (dk)



#1 ----Anonym
#2 FinnAnonym
  • 21.05.2014, 13:15h
  • Eine weitere tolle Nachricht!

    Herzlichen Glückwunsch Pennsylvania!

    Wie gerne würde ich diese Freuden-Demonstrationen auch in Deutschland sehen...
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#3 SebiAnonym
  • 21.05.2014, 13:19h
  • Eines wird klar:
    die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten!!

    Wie sagte schon Gandhi:
    First they ignore you.
    Then they laugh at you.
    Then they fight you.
    Then you win.
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#4 RobinAnonym
  • 21.05.2014, 13:21h
  • Schön, dass es aus den USA wieder mal gute Nachrichten gibt.

    Deutschland befindet sich ja weiterhin im Klammergriff der braunen Angela, die nach Gutsherrenart herrscht, Grundrechte und demokratische Grundprinzipien mit Füßen tritt und uns auch noch verspottet.

    Dank der opportunistischen SPD, die diese Fascho-Union künstlich an der Macht hält, obwohl es eine Mehrheit links der Union und eine Mehrheit für Homo-Gleichstellung gäbe...
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#5 PeerAnonym
  • 21.05.2014, 13:26h
  • Wie schon auf den Schildern der Aktivisten steht:

    Love Wins!

    Liebe siegt letztlich immer über Hass! Irgendwann auch in Deutschland - aber das, was CDU, CSU, FDP und SPD uns angetan haben und wie lange die das verzögert haben, werden wir denen NIEMALS verzeihen!
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#6 HinnerkAnonym
#7 parierendAnonym
  • 21.05.2014, 13:40h
  • Antwort auf #2 von Finn
  • Dem schließe ich mich an. Eine erfreulich Nachricht.
    Die Aussage des Richters, der Bundesstaat habe keinen legitimen Grund, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber dennoch beachtenswert, weil es ja bei uns an diesen zwei Worten (legitimer Grund) immer noch scheitert.
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#8 YannickAnonym
  • 21.05.2014, 13:42h
  • "Kein "legitimer Grund" für Diskriminierung von Homosexuellen"

    Genau so ist es!

    Die Homohasser haben kein einziges stichhaltiges Argument, warum man uns diskriminieren sollte. Da geht es nur darum, dass die ihren Hass ausleben können um sich selbst besser zu fühlen.
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#9 XDASAnonym
  • 21.05.2014, 13:43h
  • Hoffentlich hat die schwarz-rote Schreckensregierung in Deutschland bald ein Ende, damit es auch hier mal so gute Nachrichten geben kann...
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#10 Simon HAnonym
  • 21.05.2014, 13:45h
  • Wie sehr mich das für die GLBTI vor Ort freut.

    Aber wie traurig mich das auch stimmt, wenn ich an Deutschland denke, das von CDU/CSU und SPD weiterhin im Mittelalter gefangen gehalten wird.
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