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  • 22.05.2014           1      Teilen:   |

Hercules & Love Affair

Nächte durchmachen mit Andy Butler

Artikelbild
Der New Yorker DJ Andy Butler ist der kreative Kopf hinter dem Musikprojekt Hercules & Love Affair, das sich bislang nicht wirklich keinem Genre zuordnen ließ

Das neue Album "The Feast Of The Broken Heart" ist die bisher stringenteste Party-Platte der queeren Dance-Formation Hercules & Love Affair.

Von Michael Thiele

Wer Hercules & Love Affair auf ihrer Clubtour vergangene Woche erlebt hat, der weiß, dass ihr brandneues Album "The Feast Of The Broken Heart" live bestens funktioniert. Die Setlist bestand zwar zum überwiegenden Teil aus den neuen Stücken, die offiziell noch gar nicht erschienen waren. Aber die Leute hat das nicht gejuckt – sie haben trotzdem wild gefeiert. Tatsächlich eignet sich "The Feast Of The Broken Heart" super zum Tanzen und Schwitzen und Die-Nächte-Durchmachen, es ist Hercules & Love Affairs bisher stringenteste Party-Platte.

Das ist auch schon der große Haken. Denn was nachts im Club für ausgelassene Stimmung sorgt, kann einen tagsüber vor der heimischen Musikanlage eher kalt lassen. Hier wirkt "The Feast Of The Broken Heart" vergleichsweise blass und – im buchstäblichen Sinn – eintönig. Ein immenser Unterschied zum Vorgänger "Blue Songs" aus dem Jahr 2011. Der war auch club-orientiert, bot aber zwischen Disco- und House- atmosphärische Ambient-Pop-Tracks wie "Blue Song" oder "Boy Blue" und mit "It's Alright" sogar eine feine Ballade. "Blue Songs" war insgesamt abwechslungsreicher, es gab darauf mehr zu entdecken.

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Viele Gastsänger und ein Loblied auf die Fotze

Das dritte Studioalbum von Hercules & Love Affair erscheint am 23. Mai 2014
Das dritte Studioalbum von Hercules & Love Affair erscheint am 23. Mai 2014

Gleichwohl ist es Andy Butler, dem bulligen, rothaarigen Chef der queeren Dance-Formation, einmal mehr gelungen, eine originelle Schar von Gastsängerinnen und -sängern um sich zu versammeln. Denn das ist das Prinzip von Hercules & Love Affair: Für jede Platte engagiert er neue Künstler, das soll für Inspiration sorgen und Redundanz verhindern. Diesmal an Bord: Folk-Noir-Star John Grant, Gospel-Künstlerin Rouge Mary, der Belgier Gustaph sowie Krystle Warren, die Butler erst durch Grant vorgestellt wurde.

Auf "The Feast Of The Broken Heart" – der Albumtitel ist eine Variation von "The Feast Of The Sacred Heart", dem von Katholiken gefeierten Herz Jesu Fest – zelebriert die Truppe einen treibenden Old School House mit hohem Pop-Faktor und verhandelt dabei auch politische Themen. Am offensichtlichsten im feministischen "My Offence". Darin geht es um Worte wie "Cunt", die eigentlich das Weiblich-Essentielle beschreiben, aber oft als Schimpfworte missbraucht werden. Die gelte es zurückzuerobern und neu zu besetzen. Nicht umsonst repetiert Krystle wie ein Mantra "Let Yourself Be Cunt! Let Yourself Feel Cunt!".

Reichlich Platz gibt es auch für die großen Hymen von der unglücklichen Liebe. Ganz groß: "I Try To Talk To You", majestätisch vorgetragen von John, das mit seinen Samples und seinem Klavier einen veritablen Vintage-Charme verströmt. Der Song könnte tatsächlich genau so aus den 1980ern stammen. Ein weiteres Highlight ist "The Light", das mit seiner pointiert eingesetzten elektrischen Gitarre und dem nebulösen Gesang für einen kurzen Moment doch noch für eine andere, dunklere Stimmung sorgt.

Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von Hercules & Love Affair
» Fanpage auf Facebook
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Tags: hercules & love affair, andrew butler, cunt, the feast of the broken heart, hercules and love affair
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Reaktionen zu "Nächte durchmachen mit Andy Butler"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
29.05.2014
18:53:16


(0, 0 Vote)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010


Gefällt mir sehr gut das Album, auch wenn der Clubanteil wesentlich höher geraten ist als bei den Vorgängern.

Das ist natürlich der "Nachteil" eines jeden Albums, dass man eine Clubatmosphöre kaum in die meisten Wohnungen holen kann.

Trotzdem ein sehr gelungenes Album mit hervorragenden Gastbeiträgen, u. a. vom einmaligen John Grant.


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