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Gouverneur Tom Corbett muss einsehen, dass mit Stimmungsmache gegen Homosexuelle in Pennsylvania keine Wahlen mehr zu gewinnen sind

Obwohl er als guter Katholik natürlich gegen die Ehe-Öffnung sei, kämpfe er nicht mehr dagegen, sagte der Republikaner. Grund: Die Gleichstellung sei nicht mehr zu verhindern.

Tom Corbett, der Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania, hat am Donnerstag erklärt, dass er die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in seinem Staat akzeptieren werde. Damit legt der Staat Pennsylvania nicht Einspruch gegen das Urteil eines Bundesgerichts vom Vortag ein, das die Beschränkung des Eherechts auf Heterosexuelle im Bundesstaat als Verstoß gegen die US-Verfassung gewertet hatte (queer.de berichtete). Ein Einspruch hätte dazu führen können, dass das Verbot vorübergehend wieder in Kraft gesetzt wird, wie es etwa Anfang Januar in Utah geschehen ist (queer.de berichtete).

Der Gouverneur erklärte, er habe das Urteil analysiert und sei zum Schluss gekommen, dass ein Einspruch keinerlei Aussichten auf Erfolg gehabt hätte. Er betonte jedoch, dass er weiterhin die Ehe-Öffnung als Fehler ansehe. "Als Katholik glaube ich an die traditionellen Lehren. Ich glaube weiterhin, dass die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist", so Corbett. "Meine Pflichten als Gouverneur bestehen aber daraus, die Gesetze zu befolgen, so wie sie von den Gerichten interpretiert werden. Ich muss beurteilen, wie erfolgsversprechend ein Einspruch ist".

Zu seiner Entscheidung könnte laut Politikwissenschaftlern auch die Gouverneurswahl im kommenden November beigetragen haben. Laut Umfragen spricht sich eine Mehrheit im Swingstate Pennsylvania für die Ehe-Öffnung aus, ebenso wie sein demokratischer Herausforderer für das Gouverneursamt. In Pennsylvania könnte Corbett damit eine zu homofeindliche Haltung – im Gegensatz zu Wahlen in Teilen der Südstaaten – viele Stimmen kosten.

In der Vergangenheit war Gouverneur Corbett wenig zimperlich bei der Frage von Homo-Rechten: So hatte er erst 2011 die einvernehmliche Eheschließung von Schwulen und Lesben mit Kinder-Ehen verglichen (queer.de berichtete).

Homo-Hasser enttäuscht


Brian Brown, Mitbegründer der homofeindlichen National Organization for Marriage, macht insbesondere in christlichen Fernsehsendern Stimmung gegen Homosexuelle

Unter christlich-konservativen Aktivisten sorgte die Aussage Corbetts für Unverständnis: "Gouverneur Corbett lässt die Ehe mit dieser Entscheidung im Stich", erklärte etwa Brian Brown von der "National Organization for Marriage" (NOM). Statt zu seinen Prinzipien zu stehen und "die Ehe zu verteidigen", stelle er seine "politischen Ziele" in den Vordergrund. Außerdem würden die Wähler von Pennsylvania entrechtet, weil sie nicht in einem Volksentscheid über die Frage der Ehe-Öffnung entscheiden dürften. NOM will nun selbst Einspruch gegen das Urteil einlegen – diese Taktik ist aber bereits vor wenigen Tagen in Oregon gescheitert, weil laut einem Richter nur der Staat und keine Lobby-Gruppe bei derartigen Fällen ein Einspruchsrecht hätten.

Derzeit haben 19 US-Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington D.C. die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Damit leben 44 Prozent der Amerikaner in Regionen, in denen gleichgeschlechtliche Paare gleichgestellt sind. Vor zwei Jahren waren es nur sechs Bundesstaaten und elf Prozent der Bevölkerung. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 22.05.2014, 16:35h

  • "Die Gleichstellung sei nicht mehr zu verhindern."

    Endlich sieht es mal jemand ein. Egal ob es einzelnen Leuten passt oder nicht. Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Grundrechte gehören zur Demokratie dazu.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.05.2014, 16:39h
  • Gouverneur gibt Kampf gegen Eheöffnung auf: das will ich ihm auch dringend geraten haben, denn die Eheöffnung in ihrem Lauf halten weder Ochs' noch Esel auf und schon gar nicht die Evangelikalen und die Katholische Kirche!
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#3 GerritAnonym
  • 22.05.2014, 16:47h
  • Antwort auf #1 von Timon

  • Richtig, zumindest in Demokratien ist die Entwicklung zu voller Gleichstellung nicht mehr zu verhindern.

    Aber z.B. in Deutschland geben sich CDU, CSU, FDP und SPD schon damit zufrieden, es dann wenigstens so lange wie möglich hinauszuzögern.

    Und damit kommt es dann für viele zu spät und kostet auch die anderen unnötig Zeit, Geld und Nerven.
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#4 TimonAnonym
#5 lucdfProfil
  • 22.05.2014, 17:35hköln
  • "Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten".

    Yes....! Wie wär's, wenn das bei uns das Wort zum Sonntag wäre?
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#6 LedErich
#7 GurkenhobelAnonym
  • 22.05.2014, 20:24h
  • Privat kann er über die gleichgeschlechtliche Ehe ja denken, was er will. Dass er als Governeur Gerichtsurteile akzeptiert, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Besonderheit sein. Für die Republikaner scheint das aber nicht so klar zu sein, dass das eines ihrer tragenden Verfassungsprinzipien ist.
    Späte Einsicht des Governeurs, aber besser als gar keine.
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#8 Miguel53deProfil