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  • 22.05.2014           1      Teilen:   |

LGBT-Veranstaltungsreihe

Die Hirschfeld-Tage ziehen weiter nach Bayern

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Die vier Gesichter der Hirschfeld-Tage NRW (v.l.n.r.): Botschafterin Bettina Böttinger, Veranstalterin Gabriele Bischoff (Arcus-Stiftung), Veranstalter Jörg Litwinschuh (Bundesstiftung Magnus Hirschfeld) und Botschafter Klaus Nierhoff (Bild: BMH/Norbert Mispelbaum)

Von den Hirschfeld-Tagen NRW ist ein identitätsstiftendes und zutiefst politisches Signal ausgegangen. Eine Bilanz nach über 90 Veranstaltungen.

Von Marvin Mendyka

Mit der Verleihung des Augspurg-Heymann-Preises am 18. Mai endeten am vergangenen Wochenende die Hirschfeld-Tage 2014. Sechs Wochen lang lud die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Zusammenarbeit mit der Arcus-Stiftung zu fast einhundert Veranstaltungen in insgesamt 16 Städten in Nordrhein-Westfalen ein – das hatte es im Flächenland zuvor noch nie gegeben. Neben aktuellen Themen standen Akzeptanz für sexuelle Vielfalt und das Erinnern an die Verfolgung und die Repression von Homosexuellen in der Nazizeit und der frühen Bundesrepublik im Mittelpunkt.

Zufrieden zeigt sich Gabriele Bischoff nach dem Veranstaltungsmarathon gegenüber queer.de. "Von den angekündigten 97 Veranstaltungen sind nur drei ausgefallen, von Vorträgen über Lesungen, Vorführungen von Filmen und Theaterstücken hin zu einer großen Konferenz ist für jedes Publikum etwas dabei gewesen", so die Vorstandsvorsitzende der Arcus-Stiftung.

Auch der geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Jörg Litwinschuh, ist sehr erfreut über den Verlauf der Veranstaltungsreihe: "Wir sind außerordentlich zufrieden. Unsere Erwartungen – gerade was die Beteiligung der unterschiedlichen Vereine, Institutionen und Projekte angeht – wurden weit übertroffen."

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Nicht alle Veranstaltungen waren wirklich gut besucht

Tatsächlich wurde in den sechs Wochen inhaltlich viel geboten: Angefangen bei der ersten Homosexuellenbewegung im Kaiserreich bis zu heutigen Problemen von LGBT ließen die Hirschfeld-Tage kaum ein Thema unberührt. Während es bei den ersten Hirschfeld-Tagen 2012 in Berlin "nur" 30 Veranstaltungen waren, die die damals noch junge Bundesstiftung auf die Beine stellen konnte, hat sich deren Anzahl in diesem Jahr verdreifacht. Ermöglicht werden konnte dies vor allem durch die zahlreichen lokalen Kooperationspartner, die eigene Projektideen eingereicht hatten.

Dennoch fanden die Veranstaltungen einen recht unterschiedlichen Anklang in der Community. Zwar habe man mit den Hirschfeld-Tagen insgesamt weit über tausend Menschen erreichen können, so Bischoff. Doch nur bei Großveranstaltungen wie dem Auftaktsymposium und der Verleihung des Augspurg-Heymann-Preises in Bochum oder dem Aktionstag "Schwule Rapper" in Münster konnte man weit über 100 Zuschauer gewinnen. Veranstaltungen mit nur zehn oder weniger Zuschauern waren hingegen keine Ausnahme. Angesichts des Gesamtbudgets von 120.000 Euro, das in die Hirschfeld-Tage 2014 investiert wurden, stellt sich die Frage, ob sich nicht ein höherer Etat für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ausgezahlt hätte.

Nichtsdestotrotz ist von den Hirschfeld-Tagen NRW ein identitätsstiftendes und zutiefst politisches Signal ausgegangen. Denn vor allem die zahlreichen Veranstaltungen zur Geschichte der Homosexuellen – nicht selten ermöglicht durch die akribische Arbeit von Ehrenamtlern, die angefangen haben, ihre "eigene" Geschichte selbst zu schreiben – haben gezeigt, dass auch nicht-heterosexuelles Leben ein fester und normaler Teil der Gesellschaft ist.

Zwei prominente Botschafter sorgten für öffentliche Wahrnehmung

Eine hervorragende Idee war es, mit Bettina Böttinger und Klaus Nierhoff zwei prominente Botschafter einzubinden. Nierhoffs auf queer.de dokumentierte Wutrede beim queerpolitischen Empfang am 21. März im Düsseldorfer Landtag und unser Interview mit der WDR-Moderatorin wurden jeweils weit über 10.000 Mal aufgerufen, in den Sozialen Netzwerken viel geteilt und diskutiert.

Die nächsten Hirschfeld-Tage sollen in zwei Jahren in Bayern stattfinden, kündigt Jörg Litwinschuh gegenüber queer.de an. "Für 2016 erhoffe ich mir, dass die Wirtschaft aus dem Hinter- in den Vordergrund tritt, sich auch die Landesregierung engagiert und wir in München ebenso engagierte Menschen gewinnen wie in Köln und Düsseldorf", so der Chef der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Nach Berlin und NRW ist Bayern ein mutiger, aber sicher vernünftiger Schritt. Abzuwarten bleibt jedoch, ob die politische Unterstützung auch im CSU-Land so groß ausfallen wird wie im rot-grünen NRW. Dort hatten das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter sowie die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit die Veranstaltungsreihe immerhin zur Hälfte finanziert und Ministerin Barbara Steffens zudem die Schirmherrschaft übernommen.

Links zum Thema:
» Homepage der Hirschfeld-Tage
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Tags: gabriele bischoff, hirschfeld-tage, jörg litwinschuh, bundesstiftung magnus hirschfeld, arcus-stiftung
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Reaktionen zu "Die Hirschfeld-Tage ziehen weiter nach Bayern"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
22.05.2014
19:01:19
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von LedErich
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In Nürnberg gibt's sicher tolle Unterstützung durch OB Maly, wie auch schon beim Rathausempfang der SchwulLesbischen Chöre im letzten Jahr mit einer super Ansprache. In München muss sich Herr Reiter ja nun mit der CSU abstimmen. Ich freue mich suf die Veranstaltungen jedenfalls.


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