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Die Deutsche Aids-Hilfe darf nicht mehr Info-Broschüren für Schwule auf ihrer Webseite veröffentlichen.

Von Dennis Klein

Schwule Lebenswelten finden auf der Webseite der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) nicht mehr statt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die DAH gezwungen, die Broschüren, die sich direkt an Schwule wenden, nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Internet-Nutzer können die Informationen nur noch auf der Webseite bestellen, sie werden dann per Post den Interessenten zugeschickt. "Die Bundeszentrale will nicht, dass Otto Normalverbraucher diesen 'Schweinkram' ansieht", erklärt Rainer Schilling von der DAH. "Das ganze ist ein Theater. In jeder Bravo steht ja mehr drin."

Die Aids-Hilfe war nach einem Bericht des SWR-Magazins "Report Mainz" vom 13. September unter Druck geraten. Darin hatte das Magazin der DAH vorgeworfen, Aids nicht hart genug zu bekämpfen (Bericht "Sex ohne Schutz - AIDS-Infektionen breiten sich wieder aus"). Die DAH wies die Anschuldigungen zurück. "Es gab nur eine verwirrende Textpassage in den Broschüren", so Reinhard Klenke von der Aids-Hilfe NRW. "Die Entscheidung, die schwulen Lebenswelten herunterzunehmen, ist zwar schon vor der Klamotte mit Report Mainz gefallen", berichtet Schilling, "allerdings hat das die Sache sehr beschleunigt."

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung argumentiert, dass die Broschüren nicht an die breite Öffentlichkeit gerichtet seien, sondern lediglich an eine kleine Zielgruppe - daher müssten sie "zielgruppengenau" abgegeben werden. "Wir müssten ein Internetportal schaffen, wo wir die Inhalte reinstellen können", so Schilling, "oder wir müssten mit anderen Anbietern verhandeln, so dass die unsere Inhalte hineinstellen." Außerdem steht es den lokalen Aids-Hilfen frei, eigene Inhalte für Schwule anzubieten. So bietet die Aids-Hilfe NRW auf ihrer Webseite eine viele Informationen für Schwule an. Klenke will das so beibehalten: "Die Befürchtungen sind ja völlig überspitzt. Es kann nicht sein, dass die Gruppe der Hauptbetroffenen nicht erwähnt wird."

Rainer Schilling hofft nun, dass es keine Probleme gibt, die Inhalte auf anderen Seiten zu veröffentlichen. "Vielleicht ist ja der nächste Schritt, dass unser Logo nicht mehr darunter stehen darf." Von der rot-grünen Bundesregierung fühlt er sich alleine gelassen: "Eine CDU-Regierung würde das tapferer durchstehen. Unter einem Herr Seehofer wäre so etwas nicht passiert."

17. Dezember 2004



25 Kommentare

#1 DizAnonym
#2 wolfAnonym
  • 17.12.2004, 17:52h
  • na bitte, amiland lässt grüssen.
    offensichtlich ist die zielgruppe in der abendlichen fernsehwerbung grösser.
    nur diesen möpsen und quarktaschen bin ich hilflos ausgeliefert.
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#3 jiggaAnonym
  • 18.12.2004, 01:01h
  • find ich gut. was haben halbnackte ledermänner auf einer broschüre zu suchen? wer auf sowas steht, kann sich auch einen porno kaufen. in der werbung sind ja auch nicht nur nutten in lack-outfit zu sehen
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#4 ibuensnetAnonym
  • 18.12.2004, 02:22h
  • Jo! Sollen sie Junkies bringen in ihrer Werbung, röchelnd und mit zerstochenen Armen, sich den goldenen Schuß setzend im Bahnhofsklo. - Wobei die im einzelnen mir durchaus leid tun, es gibt mehr als einen jugendlichen Schnucki, den ich vorher kannte und der dann so vor die Hunde ging. Keine Zukunft, Eltern arbeitslos, da kam dann der Dealer aus Afrika.
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#5 RolfAnonym
  • 18.12.2004, 11:30h
  • In welche Richtung gehen wir - wieder ins "schwulenfeindliche" Deutschland der 70er??
    WO bleibt die Aufklärung hier, die Toleranz und die sogenannte Freiheit...?
    Ein Trauerspiel, was hier in diesem Lande abläuft :(
    Genau: Wie in "Ami-Land"; doch WER braucht das schon!

    rolf
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#6 ruhrtop31Anonym
  • 18.12.2004, 16:33h
  • @ inhalt
    SUPERNUMMER !
    wer sich das ausgedacht hat, sollte kräftig in den ar... getreten werden. wer die inhalte vorher gesehen hat weiss, dass das völlig ok war. mit der politik zu diesem punkt ist es wohl wie auf der kirmes : "die nächste fahrt jetzt rückwärts...."

    @ jigga
    schätzken, sowas nennt man "zielgruppenspezifisches marketing", da gehören mit recht auch die ledermänner rein....
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#7 HelmutAnonym
  • 18.12.2004, 20:19h
  • In was für einer Zeit leben wir nur? Den Präventionseinrichtungen werden die Mittel gekürzt und nun kommen so ein paar verknöcherte Beamte und verbieten die Veröffentlichung von Aufklärungsmaterial, nur weil es sich an eine "kleine" Minderheit (zu der auch ich gehöre) wendet. Obwohl die Steigerungsrate der Neuinfektionen bei den schwulen am höchsten ist. Wie sieht denn der nächste Schritt zum Schutze der "Normalbevölkerung" aus? Werden wir in Lager gesperrt, damit wir Perverslinge besser zu überwachen sind und Ottonormalverbraucher endlich wieder in ruhe leben kann und endlich wieder "Zucht und Ordnung" herrschen??
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#8 EckhardAnonym
  • 18.12.2004, 23:20h
  • Wo kann man die Seiten/Broschüren zum Einstellen in die eigenen Homepages runterladen?

    Es ist keine wirkliche Lösung - aber eine Gegenreaktion. Zumal, wenn ein entsprechender Kommentar dabei ist!

    Eckhard
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#9 MarkusAnonym
  • 19.12.2004, 10:57h
  • Ein Skandal ist das! Mich wundert, dass die Deutsche Aids-Hilfe das so einfach hinnimmt. Wo bleibt der Protest von Volker Beck und LSVD? Denen ist das Thema wohl auch zu schmuddelig?!
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#10 StefanAnonym
  • 19.12.2004, 13:36h
  • Ein Skandal das ganze. So etwas kann und darf m.E. einfach nicht sein. Wer wird sich denn nun das Infomaterial per Post nach Hause schicken lassen???? Also ich würde so etwas NIE tun. Dabei hätte ich viel zu viel Angst davor, meine Identität preiszugeben. Ich denke, dass es noch mehr schwule Männer gibt, die diesbezüglich das gleiche Problem hätten. Für viele Männer ist das Thema homosexualität ohnehin kein einfaches Thema, dann verlangen diese Idioten auch noch, das ein schwuler Mann seine Identität preisgeben soll um an die Information der präventivmassnahmen zu kommen. Das ist doch krank!

    Wieso konnte man sich hier nicht auf einen Kompromiss einigen? z.B. Die Bilder in den Broschüren entschärfen oder die zusendung der Broschüren im PDF-Format.

    Aber doch bitte nicht per Post!?! Sorry, aber hierfür habe ich kein Verständnis.
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