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Die Siegessäule ist dieses Jahr das Ziel der CSD-Parade (Bild: sebaso / flickr / by-sa 2.0)

Die Route des Berliner Ur-CSD ist endlich genehmigt worden. Außerdem halten die Veranstalter trotz des Streits mit der Community für ihre Gala weiter am umstrittenen Namen "Stonewall" fest.

Die zuständige Versammlungsbehörde hat die Route der CSD-Parade am 21. Juni in einem am Dienstag zugestellten Bescheid genehmigt. Das teilte der CSD e.V. mit. Die Parade verläuft nun vom Kurfürstendamm über den Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz zur CDU-Parteizentrale und abschließend über die Hofjägerallee bis zur Siegessäule. Dort wird das Finale stattfinden. In der vergangenen Jahren endete der CSD am Brandenburger Tor, in diesem Jahr findet aber auf der Straße des 17. Juni das Public-Viewing der Fußball-Weltmeisterschaft mit einem Deutschland-Spiel am Abend statt. Noch müssen Einzelheiten mit den Behörden geklärt werden, die Veranstalter rechnen aber damit, dass diese Fragen in den nächsten zwei Wochen vom Tisch sind.

Am selben Tag wird auch die Konkurrenz-Parade des "Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014" stattfinden. Sie führt von den Botschaften der Staaten Uganda und Sambia vorbei an der russischen Botschaft, zur Landesvertretung Baden-Württemberg, dem Holocaust-Denkmal sowie den Botschaften Indiens, der Türkei, Saudi-Arabiens, Mexikos, Maltas und Bahrains. Daraufhin geht die Parade auch an der CDU-Bundeszentrale vorbei und findet den Abschluss am Lützowplatz. Grund für die Alternativ-Parade war die geplante Umbenennung des Ur-CSDs in "Stonewall-Parade" sowie das Kommunikationsverhalten des CSD. Das hatte auch zu vielen Absagen für die Parade geführt, etwa durch die großen Parteien, den Lesben- und Schwulenverband sowie die Berliner Aids-Hilfe (queer.de berichtete).

"Soul of Stonewall Awards"

So ganz möchten die Veranstalter des CSD e.V. nicht auf den Namen Stonewall verzichten: So wird am Tag vor der Parade die "Stonewall-Gala" im Deutschen Theater abgehalten. Die Organisatoren erwarten rund 600 Gäste. Der Eintritt kostet zwischen 24 und 84 Euro, von denen jeweils fünf Euro an gemeinnützige LGBT-Projekte gespendet werden. Bereits vergangene Woche hatte der CSD e.V. angekündigt, "Stonewall" als "reines Vereinsprojekt jenseits des Christopher Street Days" fortzuführen (queer.de berichtete).

Während der Gala soll in fünf Kategorien der "Soul of Stonewall Award" an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen werden, die sich besonders für LGBT-Rechte oder andere Minderheiten eingesetzt haben. Zu den Preisträgern gehören dieses Jahr die nigerianische Menschenrechtsaktivistin Dorothy Aken'Ova und der Brite Peter Tatchell, der sich seit Jahrzehnten für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einsetzt.

Außerdem soll ein Publikumspreis in der Kategorie "lokal" verliehen werden. Nominiert sind die Aktionsgruppe "Enough is Enough", das "Projekt Regenbogenfamilien" des LSVD Berlin-Brandenburg und das Veranstaltungszentrum SchwuZ. Abgestimmt werden kann im Rahmen der Gala und am CSD-Stand beim lesbisch-schwulen Stadtfest, das am 14. und 15. Juni stattfindet. (dk)



#1 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 23.05.2014, 17:55h
  • Na, dann besteht ja noch die Hoffnung, dass sich die zwei Züge an der CDU-Zentrale (Nähe Lützowplatz, Endpunkt des 'politischen' CSD's) treffen um laut gegen die homophobe Politik der C-Parteien zu protestieren.
    Was mir in den diversen Diskussionen um die Berliner CSD's auffällt, ist die von vielen geäußerte Hoffnung, dass die 'politische' CSD-Alternative des Aktionsbündnisses CSD, weniger von Klischeetunten und 'sexualisierten Schwulen' sowie von Fetischleuten 'dominiert' wird. Da fängt bei mir das Misstrauen an. Es hat was von den Kontaktanzeigen in früheren Jahren, als die oft mit dem Satz: 'Tunten und Spinner zwecklos' beendet wurden. Entwickelt sich hier eine gut kaschierte Aussonderung von der ungeliebten Minderheit in der Minderheit - Tunten, Leder-, Fetisch-, Trans- und unangepasste Leute raus???? Falls das der Fall sein sollte, hat die gesellschaftliche und politische Diskriminierung von LGBTI*s bis in die eigene Gemeinde durchgeschlagen. Homophobe und Reaktionäre werden sich über so eine Entwicklung freuen. Die LGBTI-Gemeinde spaltet sich selbst und sortiert die gesellschaftlich Unangepassten aus, um ihren Ruf nicht zu schädigen. Das wäre eine fatale Entwicklung.
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#3 VizharanProfil
  • 24.05.2014, 16:19hSt. paul
  • Antwort auf #1 von Monster_Baby
  • Diese Entwicklung gibt es doch bereits seit langen. Viele (!) Homosexuelle biedern sich regelrecht an den Heteronorms (Kann das jetzt nicht besser beschreiben) und diskriminieren ihrerseits "extravagante" Minderheiten, in der Hoffnung besser akzeptiert zu werden.
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#4 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 24.05.2014, 16:31h
  • Antwort auf #1 von Monster_Baby
  • Bleibt zu wünschen, dass sich LSVD, Linke, Grüne und Piratenpartei bewusst sind, welches Signal sie mit ihrer Teilnahmeentscheidung an einem Aktionsbündnis-Regierungs-CSD in Richtung #SPD und #CDU und ihrer menschenfeindlichen Senatspolitik senden. #hiv #stigma #isv #abschiebung #refugees
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#5 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 24.05.2014, 18:21h
  • Antwort auf #3 von Vizharan
  • Es ist völlig in Ordnung, wenn ein Großteil der Lesben, Schwule Bi- und Trans, ein bürgerliches Leben anstreben und umsetzen. Wie schon öfters angemerkt, sind LGBTI*s nicht von Geburt an anders gestrickt als der Rest der Bevölkerung auch (naja, in einem Punkt). Aber auch im einem 'angepassten' Leben kann man sich eine geistige Freiheit bewahren. Was mich beunruhigt, ist die Rückbesinnung auf 'Tradition', nationalistische und reaktionäre Töne in einer, für viele unübersichtlichen Zeit. Und da liegt für mich der Hase im Pfeffer: wenn eine Minderheit andere Minderheiten oder Teile der eigenen Gruppe ausgrenzt, dann läuft was schief - da wird Druck von außen auf die Minderheit ausgeübt sich anzupassen aber ohne Gewähr dann auch akzeptiert zu werden. Dieser Druck wirkt - wie auch in diesem Forum manchmal deutlich wird. Da wird eine Grenze überschritten, weil Individuen nur noch nach ihrem Nutzen bzw. 'angeblichen' Schaden für die Akzeptanz in der Öffentlichkeit beurteilt und nicht mehr als bereichernder Teil der Community gesehen werden. Alle ab in's Mittelmaß - vielleicht auch ein Erbe der Nazi- und DDR-Zeit. Damit verkauft die LGBTI*-Gemeinde ihre Seele und verkennt den Verdienst, den gerade auch Paradiesvögel oder politische unbequeme Vordenker/innen, für die Schwulen-, Lesben-, Bi- und Transgemeinde geleistet haben - z.B.: Rosa v. Praunheim, Andy Warhol, de Beauvoir, Almodovar, Francis Bacon, Joan Baez, Benjamin Britten, Ellen DeGenres, James Dean, Jody Foster, Ulrike Folkerts, Cary Grant, Ovo Maltine, Melitta Sundström, Hella von Sinnen, Susan Sontag, Robert Mapplethorpe, Boy George, Frieda Kahlo, HaPe Kerkeling, Amanda Lepore, Amanda Lear, Erika und Klaus Mann, die umtriebige Hanicap-Tunte aus Moabit....
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#6 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 24.05.2014, 18:35h
  • Antwort auf #4 von reiserobby
  • ...ich befürchte nicht. Ganz platt gesagt: alle wollen geliebt werden und sei es durch Erfolg. Erfolg bedeutet - bes. für Parteien - viele Anhänger/innen. Leider springen auch die 'alternativen' Parteien auf den Zug auf, auf dem sie sich am meisten Zuspruch erhoffen. Und in Umfragen sowohl auf Siegessäule und queer.de (glaube ich), liegt der 'politische' Aktionsbündnis CSD weit vorne. Ich glaube, dass Zeitgeistwenden als erstes von Menschen 'gespürt' werden, die sich bewusst sind, dass sie am Rand stehen: PoC, Handicap, Tunten, Trans- und Intermenschen, Mad-people, nicht dem Schönheitsideal entsprechende, geschlechtsuneindeutig usw...
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#7 TheDad
#8 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 24.05.2014, 20:40h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • oh, danke liebes, wie süß von dir - das freut mich, dass du mir so anerkennende worte schickst - obwohl ich auch noch ein d vergessen habe, ts ts ts; aber das ist meine etwas überbordende emotionalität.

    grüße, m_b

    und ich wünsche uns morgen einen nicht allzu desillusionierenden bis üblen wahlabend...
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