Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 24.05.2014           74      Teilen:   |

Manifest "für Familie und Kinder" unterzeichnet

Europawahl: AfD-Politiker und weitere Kandidaten gegen Homo-Rechte

Artikelbild
In das nächste Europaparlament könnten aus Deutschland einige homophobe Politiker einziehen

Bei einer Aktion der "Initiative Familienschutz" unterzeichnen viele Kandidaten zur Europawahl ein höchst fragwürdiges Manifest.

Die "Initiative Familienschutz", angeführt von der aus TV-Talkshows bekannten Gleichstellungsgegnerin Hedwig Freifrau von Beverfoerde, hat am Freitag eine Art homophobe Wahlprüfsteine zur Europawahl veröffentlicht.

Kandidaten sollten acht "Grundsätze für Familie und Kinder" unterzeichnen. Das Manifest enthält, in vorsichtigen, aber klaren Formulierungen, neben einer Ablehnung der Ehe-Öffnung, des Adoptionsrechts und der Leihmutterschaft für schwule und lesbische Paare auch die Forderung, dass zunächst Eltern und nicht der Staat Kinder erziehen sollten. Auch wird eine "Gender-Politik" abgelehnt.

Die in Berlin angesiedelte "Initiative Familienschutz" hatte sich zuletzt im Streit um den Bildungsplan in Baden-Württemberg hervorgetan und Demos mitorganisert. Zuvor hatte der Lobbyverband Aktionen gegen EU-Vorstöße für LGBT-Rechte durchgeführt, etwa gegen die sogenannten Estrela- und Lunacek-Berichte.

Fortsetzung nach Anzeige


Auch Hans-Olaf Henkel dabei

Die erzkonservative Aktivistin Beatrix von Storch dürfte im nächsten EU-Parlament vertreten sein
Die erzkonservative Aktivistin Beatrix von Storch dürfte im nächsten EU-Parlament vertreten sein

Bei den Unterzeichnern des Manifests ist die AfD prominent vertreten, was keine Überraschung ist, schließlich ist die von der Partei auf Listenplatz vier gesetzte Beatrix von Storch zusammen mit ihrem Ehemann eine umtriebige konservative Lobbyistin. Zu ihrem Wirken gehören das Portal "Freie Welt" und die "Initiative Familienschutz" selbst (queer.de berichtete). Zu den Unterzeichnern aller Punkte gehören auch Hans-Olaf Henkel (Listenplatz 2) und Ulrike Trebesius (Platz 6) sowie die Listenplätze 7, 9, 11, 13, 14, 17, 19 und 27.

Nicht unterzeichnet oder geantwortet haben Parteichef und Spitzenkandidat Bernd Lucke, der mehrfach durch homophobe Sprüche auffiel, oder Bernd Kölmel (Listenplatz 3). Letzter hatte in Baden-Württemberg Stimmung gegen den Bildungsplan gemacht.

Vereinzelte Zustimmung aus Union und FDP

Unterstützung für das "Familienschutz"-Manifest kommt ebenso von den CSU-Kandidaten Bernd Posselt und Martin Kastler (Listenplatz 6 und 7), ersterer hatte in der letzten Legislaturperiode des Europaparlaments konsequent gegen LGBT-Rechte gestimmt (queer.de berichtete). CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber bedankte sich bei der Initiative für ihr "Engagement für Ehe und Familie" und kritisierte angebliche Versuche, deren Stellung "auszuhöhlen".

Bei der CDU unterschrieben Claudia Heber (Platz 2 auf Landesliste Thüringen) und Stefan Gehrold (Platz 5 Niedersachsen) das Manifest vollständig, fünf weitere Kandidaten äußerten sich teilweise im Sinne der Initiative (darunter Christian Ehler, der hervorhob, auch für LGBT-Rechte stimmen zu wollen, oder David McAllister, der unverbindlich blieb).

Aus der FDP unterstützte Matthias Prudel (Listenplatz 13) gänzlich das Manifest, die bereits im Europaparlament sitzende Alexandra Thein aus Berlin (Platz 7) lehnte die LGBT-feindlichen Punkte klar ab. Aus den anderen großen Parteien (SPD, Linke und Grüne) haben nur einzelne Politiker geantwortet und alle offenbar ablehnend.

Begeisterung bei Kleinstparteien

Der Einzug von Christa Meves gilt als unwahrscheinlich
Der Einzug von Christa Meves gilt als unwahrscheinlich

Zu den Unterzeichnern zählen ansonsten auch die Spitzenkandidaten von Familienpartei und der Partei Bibeltreuer Christen sowie gleich zehn Kandidaten der "Partei für Arbeit, Umwelt und Familie" (AUF), die ja auch mit der homophoben Übermutti Christa Meves als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf gezogen ist. Einige Spitzenkandidaten der ÖDP haben sich ebenfalls gänzlich oder teilweise zustimmend geäußert.

Diese kleinen Parteien erzielten bei Europawahlen maximal einen halben Prozent der Stimmen mit Ausnahme der Familienpartei, die auf ein Prozent kam. Nach Abschaffung der Drei-Prozent-Hürde könnte sie einen Sitz erringen. Für konservative Lobbyisten scheint die Beteiligung an der AfD aber am gewinnbringendsten.

Der Streit um den Bildungsplan in Baden-Württemberg wird da zur zusätzlichen Mobilisierung genutzt. Nach queer.de-Informationen gab es an diesem Samstag in mehreren Fußgängerzonen, darunter in Stuttgart und Heidelberg, Infostände von "besorgten Eltern", bei denen auch auf die Europawahl verwiesen wurde. (nb)

Mehr zum Thema:
» Wahlprüfsteine des LSVD
» Liste: So stimmten EU-Abgeordnete in den letzten fünf Jahren ab
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 74 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 159             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: europawahl, initiative familienschutz, bildungsplan, afd, beatrix von storch, christa mevews
Schwerpunkte:
 Europäische Union
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Europawahl: AfD-Politiker und weitere Kandidaten gegen Homo-Rechte"


 74 User-Kommentare
« zurück  12345678  vor »

Die ersten:   
#1
24.05.2014
18:12:17


(+12, 14 Votes)

Von Fascho Support


"Nach queer.de-Informationen gab es an diesem Samstag in mehreren Fußgängerzonen, darunter in Stuttgart und Heidelberg, Infostände von "besorgten Eltern", bei denen auch auf die Europawahl verwiesen wurde."

___________________________________

"Ende März hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) den Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), und weitere Evangelikale [darunter so genannte "Homo-Heiler"] aus Baden-Württemberg zu einem Spitzengespräch eingeladen."

Link zu www.ead.de

"Toleranz für die sexuelle Vielfalt ist im neuen Bildungsplan von Grün-Rot nach Protesten nur noch ein Punkt unter vielen."

(Stuttgarter Zeitung, 23.05.2014)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
24.05.2014
18:13:45


(+3, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Dann wissen wir, was wir von den Kleinstparteien, die gegen Homorechte sind, zu erwarten haben: GAR NIX!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
24.05.2014
18:29:47


(+8, 16 Votes)

Von Zeitfenster


Für Lesben und Schwule unwählbar!
Wer morgen die AfD wählt muss wissen, dass er diese homophobe Beatrix von Storch in das Europaparlament schickt, wo sie Politik machen wird, die gegen unsere Rechte gerichtet ist. So dumm kann man nicht sein!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
24.05.2014
18:46:01


(+9, 9 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ja so zimmern sich alte Weiber ihre Existenzberechtigung zurecht, über die Diskriminierung anderer, hier hilft aber kein jammern, sondern die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Interessengruppe, die nicht politisch unterwandert ist.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
24.05.2014
18:49:19
Via Handy


(+5, 11 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Eine verdammte Schweinerei, wie viele Politiker jetzt immer offener und aggressiver gegen uns Stimmung machen! Unser verlogener AfD-Beweihräucherer lig kommt ganz schön in Erklärungsnot, weil sein 'toller' und angeblich ja so homo-freundlicher Henkel dieses Homo-Hass-Pamphlet mit unterschrieben hat!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
24.05.2014
19:05:08


(+9, 13 Votes)

Von Itcheb


geisteskranke Stimmfänger und Realitätsversager .... die intelligente (!) Wählerschaft wird diesem minderbemittelten Pack schon seine Grenzen aufzeigen ... die sind doch einfach nur 70 Jahre zu spät geboren mit ihrem verdorbenen Gedankengut.

Das hat nichts mehr, aber auch gar nichts mehr mit Demokratie und zivilisiertem Verhalten zu tun.

Dieses primitiv dumme Geschwätz ist schon seit Jahren wissenschaftlich widerlegt. Wann werden solche Menschenschänder und Selbstmordverursacher endlich strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen und eingesperrt? Wenn ich das sehe und lese,kann ich nur sagen: Parteienfreiheit muss seine Grenzen haben!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
24.05.2014
19:12:25
Via Handy


(+8, 12 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #5 von Robby


Das sind doch "nur Einzelmeinungen" :-)
Was immer unterschlagen wird, ist halt, dass diese "Einzelmeinung" von 80% der Parteimitglieder geteilt wird.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
24.05.2014
19:23:40


(+7, 11 Votes)

Von Itcheb
Antwort zu Kommentar #7 von myystery


das ist keine Partei, das ist eine kriminelle Vereinigung!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
24.05.2014
19:26:42


(-4, 10 Votes)

Von rheinländer


Die Liste der Antworten der einzelnen Kandidaten kann auf der Homepage dieser Gruppierung eingesehen werden:

Link zu www.familien-schutz.de

Frau Thein MEP hat die kritischen "Grundsätze" klar mit "Nein" beantwortet:
Link zu www.familien-schutz.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar

Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis, der Link funktionierte eben nicht so richtig. Artikel wird angepasst.

 
#10
24.05.2014
19:48:57


(+4, 14 Votes)

Von Robin


Vieles wird heutzutage nicht mehr in den Staaten geregelt, sondern in der EU.

Umso wichtiger, dass wir AfD, CDU, CSU, FDP und Parteien a la Familienpartei und PBC möglichst klein halten.

Und wir sollten auch der SPD zeigen, dass wir deren Wahlbetrug nicht vergessen haben.

Morgen kommt es drauf an!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345678  vor »


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Indien: Höchstrichter lehnen Aufhebung des Homo-Verbots ab Erzbischof segnet Walross Bettina Böttinger bezichtigt Harald Schmidt der Homophobie Köln: Übergriffe auf LGBT-Flüchtlinge nehmen zu
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt