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Seit 23 Jahren auf der Bühne: Mariah Carey alias Mimi, wie sie privat genannt wird, hat ihr 14. Studioalbum veröffentlicht (Bild: Universal Music)

Viel Soul, viel Ballade, viele Oktaven: Auf ihrem neuen Album "Me. I Am Mariah … The Elusive Chanteuse" erreicht die Carey erneut übernatürliche Höhen.

Von Michael Thiele

Diese Platte ist ein bisschen wie ihr Titel. "Me. I Am Mariah … The Elusive Chanteuse", auf Deutsch: "Ich. Ich bin Mariah … die schwer fassbare Nachtklubsängerin". Uff! Da ist man erst mal platt. Denn "Me. I Am Mariah … The Elusive Chanteuse" – das klingt konstruiert. Das klingt pathetisch. Das klingt lang. Wie dem auch sei, wenn Mariah Carey ein neues Album herausbringt, dann ist das ein welterschütterndes Ereignis, deswegen flugs weg vom Titel hin zur Musik.

"Me. I Am Mariah …" enthält ein paar sehr ordentliche Songs. Dazu zählt zunächst der Opener "Cry", der von eben diesem, immer wieder ganz sanft gesäuselten "Cry. Cry. Cry. Cry." durchzogen wird. Tatsächlich vereint schon dieser erste Song die ganze Mariahcareyhaftigkeit in sich: viel Soul, viel Ballade, viele Oktaven. Mariahs Organ schnellt in geradezu übernatürliche Höhen – ein Spektakel, wie es sich in den 13 folgenden Songs noch oft wiederholen wird. Yeah, das ist sie, Mimis wunderbar markerschütternde Geheimwaffe!

Es kommt auch etwas Schwung in die Chanteusen-Bude


Der Albumtitel stammt übrigens aus einem Selbstporträt als 3-Jährige mit dem Titel "Me. I Am Mariah" und Mariahs Mutter bewahrte es bis zum heutigen Tage auf. Neugierig geworden? Es ziert auch die Rückseite der CD-Hülle

Mit dem hypnotischen, versponnenen Dub-R'n'B-Zwitter "Faded", dem urban-rohen "#Beautiful" und mit "You Don't Know What To Do" folgen weitere Highlights. Wobei mit letzterem auch endlich etwas Schwung in die Chanteusen-Bude kommt, denn die bisherige erste Albumhälfte zeichnete sich durch ein immer gleiches Nicht-Tempo aus. "You Don't Know What To Do" bringt nun nette Hip-Hop-Beats ins Spiel.

Dieses Spiel ist übrigens sehr durchproduziert, sehr verkopft. Denn auf "Me. I Am Mariah …" wird nichts dem Zufall überlassen. Selbst wenn hin und wieder der Anschein erweckt wird, man jamme spontan herum, oder wenn in "Supernatural" der Carey'sche Nachwuchs eingespannt wird, um im Hintergrund herumzukichern – es ist alles inszeniert. Wie das Cover, an dem vermutlich die halbe Marketingabteilung ihres Labels monatelang herumretuschiert hat und das in seiner sprachlos machenden Künstlichkeit beinahe an das trashy Filmplakat zu "Sex And The City 2" heranreicht.

Unglücklicherweise befinden sich neben den vier erwähnten, guten Songs viele, die etwas belanglos sind, und auch ein paar, die wirklich schlecht sind. Regelrecht überflüssig ist das George-Michael-Cover "One More Try". Jeder Mensch, der auch nur ein bisschen Ahnung von Musik hat, weiß, dass man an dieser Ballade nur scheitern kann. Sie ist einfach zu groß. So kann selbst Mariah dem Original nichts Neues hinzufügen, sie schafft es nicht, den Song zu ihrem zu machen.

Auch dieser Umstand trägt dazu bei, dass "Me. I Am Mariah …" ein eher unterdurchschnittliches Album ist. Vor allem auf der zweiten Hälfte befindet sich einfach zu viel Ausschuss. Dass zum Ende hin die längsten Stücke kommen, macht es nicht besser. "Me. I Am Mariah …" zieht sich mit über einer Stunde Dauer arg. Warum also nicht einfach die schwachen Songs streichen und lieber "nur" 10 Songs auf die Platte packen, die dann aber so richtig reinhauen? Eine solche Fokussierung auf die gelungenen Songs hätte ein überzeugenderes Album ergeben.

Youtube | In Mariahs neues Album reinhören


#1 gayturk
  • 30.05.2014, 14:09h
  • Ich finde das Album sehr mager. Viele Songs klingen so billig produziert, langweilig. Nichts, was man sich wieder und wieder anhören kann. Bis auf Beautiful und Eternal sind die meisten Lieder langweilig. Das tolle Triumphant fehlt komplett und die Bonustracks sind nur Duetts von Liedern, die schon auf Imperfect ... drauf waren. Schade.
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