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Helmut Hartl treibt in München seine Patienten zur sportlichen Betätigung an

Noch immer sind HIV-Positive Stigmatisierung und Diskriminierung ausgesetzt. Im queer.de-Interview mit Dennis Klein erklärt der Facharzt Helmut Hartl, wie sich die Vorbehalte in der Gesellschaft auf seine positiven Patienten auswirken und warum er besonders sportliche Aktivitäten empfiehlt.

Helmut Hartl ist Facharzt für Haut und Geschlechtskrankheiten in einer Gemeinschaftspraxis in München und hat sich auf die Behandlung HIV-Positiver spezialisiert. Außerdem engagiert er sich bei der Initiative "Sportler gegen Stigma" (SGS), die vom BioPharma-Unternehmen AbbVie gegründet wurde. Im März war er etwa Mitglied der Jury im SGS-Wettbewerb, bei dem vier vorbildliche Projekte ausgezeichnet wurden, um gegen Stigmatisierung von HIV-Positiven zu kämpfen (queer.de berichtete).

queer.de: Welche Rolle spielt Stigma bei HIV-Positiven?

Helmut Hartl: Ich spüre in der Praxis schon, dass nach der Diagnose "HIV-positiv" eine Selbst-Stigmatisierung stattfindet. Das liegt daran, dass diese Diagnose Menschen sehr belastet und man sich fühlt, als ob man weniger wert ist. Viele fragen sich: "Warum passiert mir so etwas? Warum hab ich mich nicht besser geschützt?". Gott sei dank ist es heute nicht mehr so, dass man dem Tod gleich ins Auge blickt.

Ist das also heute eher ein psychologisches Problem des einzelnen Patienten und nicht mehr Diskriminierung durch andere?

Nein, es gibt auch noch eine Stigmatisierung von außen, auch wenn sich vieles gebessert hat. Es ist nach wie vor so, dass HIV-Positiven von außen ein Stigma aufgedrückt wird, sei es bei Ärzten oder der Partnerwahl. Wenn einem die ersten zwei Männer im Bett abhauen, wenn man sagt, dass man HIV-positiv ist, bleibt jemandem das nicht in guter Erinnerung. Dazu kommen alltägliche Dinge wie Einreisebeschränkungen für HIV-Positive in 80 oder mehr Ländern.

Sprechen Sie oft über diese äußere Diskriminierung mit Ihren Patienten?

Immer mal wieder. Patienten, die länger HIV-positiv sind, haben sich mit vielem arrangiert. In München gibt es auch ein großes Netzwerk von Selbsthilfeeinrichtungen. Bei frisch infizierten Patienten ist oft ein Thema, wem sie von ihrer Infektion erzählen sollen, ob sie etwa am Arbeitsplatz offen sein wollen. Es kommt auch immer wieder die Frage, ob sich das Äußere eines Menschen verändert. Es gab ja früher Präparate, die zu Entstellungen auch im Gesicht geführt haben. Die Angst gibt es noch, dass die HIV-Infektion von außen angesehen werden kann, obwohl das heute kein Thema mehr ist.


Zwei Mal pro Woche eine halbe Stunde Bewegung hilft schon

Gibt es einen idealen Sport für Positive?

Nein, das nicht. Die offizielle Empfehlung ist zwei bis vier Mal die Woche sportliche Betätigung, was mir fast schon zu viel ist. Es würde schon reichen, ein bis zwei Mal eine halbe Stunde sportlich aktiv zu sein. Es ist dabei egal, ob es Fahrradfahren, Nordic Walking oder Schwimmen ist. Wichtig ist nur, irgendeinen Sport halbwegs regelmäßig zu machen.

Warum engagieren Sie sich persönlich für "Sportler gegen Stigma"?

Ein Freund hat mich auf die Kampagne aufmerksam gemacht. Ich war interessiert, weil ich selbst gern Sport treibe und mir nach einem harten Arbeitstag auch gerne mal ein Champions-League-Spiel anschaue. Mein Lebenspartner ist auch bei einem schwulen Fußballteam in München aktiv. Diese Verbundenheit mit dem Sport habe ich schon seit meiner frühesten Kindheit. Und heute treibe ich auch einigermaßen – wenn auch arbeitsbedingt zu unregelmäßig – Sport.



#1 seb1983
  • 28.05.2014, 14:00h
  • Ich bin zwar kein Arzt, aber:

    Wäre es vielleicht auch für Nicht HIV Positive sinnvoll 2-3 mal in der Woche Sport zu machen??

    Zudem ein Sportverein neue Freunde bringt, Selbstbewusstsein schafft und Spaß macht.
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#2 SteveLim190Anonym
  • 28.05.2014, 14:40h
  • ja und WARUM empfiehlt er nun besonders sportliche Aktivitäten? ...das fehlt m.E. im Artikel
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#3 seb1983
  • 28.05.2014, 16:08h
  • Antwort auf #2 von SteveLim190
  • Grundsätzlich hält Sport gesund, stärkt das körperliche und geistige Wohlbefinden und auch das Immunsystem.

    Das gilt wie gesagt aber auch für alle anderen Schwulen und potz blitz, sogar für Heteros, und der Kracher, man muss nicht mal ein Mann sein, auch bei Frauen trifft es zu
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