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Nach einem Boykott-Aufruf der SPD zog der Club "Terrace Hill" in St. Pauli die Notbremse: Das heutige Konzert des jamaikanischen Dancehall-Sängers fällt aus.

In der Hansestadt Hamburg hat die SPD offensichtlich noch Gewicht. "Es ist traurig, dass es nach Jahren der öffentlichen Aufklärung, nach Einreise- und Auftrittsverboten, nach Indizierung von Tonträgern immer noch Konzertveranstalter und Klubbetreiber gibt, die mit homophoben Dancehall Geld verdienen wollen", kritisierten der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs und das Bürgerschaftsmitglied Philipp-Sebastian Kühn am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Wenige Stunden später reagierte der Club "Terrace Hill" in St. Pauli und sagte das umstrittene Konzert von "Elephant Man" am 29. Mai ab.

"Wir haben uns leider vorher nicht gebührend über den 'Künstler' informiert, was sich als grober Fehler erwiesen hat", erklärten die Clubbetreiber auf ihrer Facebook-Seite. Die Geschäftsführung, die alle Schuld auf sich nimmt, bat zudem ausdrücklich um Entschuldigung: "Wir wollen keine Homophobie, Ausgrenzung oder Diskriminierung, denn dafür ist kein Platz in einer freien, liberalen Gesellschaft, in der wir leben wollen", heißt es auf Facebook. "Und jeder, der uns kennt, weiß dass wir danach handeln."

Proteste bereits seit mehreren Wochen

Wegen des geplanten Auftritts von "Elephant Man" wurde der Club "Terrace Hill" im Bunker an der Feldstraße bereits seit Wochen kritisiert. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschand (LSVD) hatte sogar das Hamburger Polizeipräsidium eingeschaltet – die Beamten sollen darauf achten, dass der 38-Jährige keine homophoben Lieder aufführt oder gegen Homosexuelle Stimmung macht. Doch offensichtlich erst der SPD-Protest ließ den Veranstalter handeln. "Wir rufen dazu auf, Konzerte von Sängern wie Elephant Man zu boykottieren", heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Kahrs und Kühn. "Es kann nicht sein, dass solche 'Künstler' hierzulande Geld verdienen, um auf Jamaika Hass gegen Schwule zu verbreiten."

In Liedern wie "A Nuh Fi Wi Fault", "We Nuh like Gay" und "Log on" ruft der Dancehall-Sänger seine Zuhörer auf, schwule Männer mit einem Maschinengewehr zu töten. Zwar hatte sich der Reggae-Künstler, der mit bürgerlichem Namen O'Neil Bryan heißt, auch vor der diesjährigen Europa-Tournee verpflichtet, auf homophobe Äußerungen oder Mordaufrufe gegen Schwule zu verzichten (queer.de berichtete). In der Vergangenheit waren ähnliche Verpflichtungen jedoch das Papier bzw. den Youtube-Speicherplatz nicht wert: Nach seiner Rückkehr nach Jamaika hatte er in Konzerten nur umso mehr gegen Homosexuelle gehetzt. Elephant Man hat sich bislang nicht von den Hass-Titeln distanziert und verdient nach wie vor an deren Verkauf. (cw)



#1 AndyAnonym
  • 29.05.2014, 08:14h
  • Gut so! Nur wenn alle gemeinsam sagen "So geht es nicht!", kann man auch wirklich etwas erreichen. Umso trauriger, dass Janet Jackson vor einigen Jahren noch mit Elephant Man zusammen gearbeitet hat. Ich meine sie selbst kennt ohnehin nur Profit (verletzt dafür Tier- und LGBT-Rechte), aber dass die Community trotz allem zum großen Teil hinter ihr steht, ist sehr traurig.
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#2 DefragmentierungEhemaliges Profil
  • 29.05.2014, 12:20h
  • Eine kleine, aber feine Nachricht.
    Doch übel genug, dass die Absage so lange auf sich warten ließ. Würde der Spinner für das Töten einer anderen Opfergruppe der Shoah werben, hätte er schon längst Einreiseverbot.

    (Ist dem Typ überhaupt klar, dass er sich stylt wie ein Sexarbeiter aus den 70er Jahren? Schon sein Name bedeutet in der Umgangssprache nichts anderes als "großer Schwanz". Um diese Zeichen zu deuten muss man nicht Psychologie studiert haben.)
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#3 Foxie
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 fritzrth
  • 29.05.2014, 19:02h
  • "Wir haben uns leider vorher nicht gebührend über den 'Künstler' informiert, was sich als grober Fehler erwiesen hat ..."

    Ähm ... Bullshit?
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#6 RobbyEhemaliges Profil
  • 29.05.2014, 19:16h
  • Die Absage hätte SOFORT kommen müssen - nicht erst nachdem die SPD zum Boykott aufruft. Oder genauer gesagt hätte das Konzert eigentlich überhaupt nicht von den Veranstaltern genehmigt werden dürfen. - Die Veranstalter können mir jedenfalls nicht weismachen, dass sie nicht gewußt hätten, was für ein homophobes A... dieser Hass-Sänger ist! Auch wenn sie's natürlich wieder behaupten, um sich "reinzuwaschen". Aber diese Schmierenkomödie durchschaut inzwischen sowieso jeder.
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#7 CradoAnonym
  • 29.05.2014, 19:17h

  • Auf dem Foto - dachte ich erst - handelt es sich um Wesley Snipes in "To Wong Foo"!

    :)
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#8 Timm JohannesAnonym
#9 AlexAnonym
  • 29.05.2014, 20:45h

  • Bravo. Hoffentlich werden die anderen Konzerte auch abgesagt.

    Allerdings sollten wir nicht immer nur darauf hoffen müssen, sondern das sollte gesetzlich geregelt werden.

    Wer zu Mord an irgendwem aufruft, sollte kein Forum bekommen.
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#10 Wahlberliner
  • 29.05.2014, 22:11h
  • Gut, dass die SPD tätig wurde!
    Auf Johannes Kahrs ist Verlass!
    Was haben eigentlich die Grünen dazu gesagt???
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