Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?21670

John Fennell, der mit 160 Stundenkilometern die Bahnen hinunterdüst, will nicht länger das Versteckspiel mitspielen

In Sotschi versteckte er sich noch, jetzt spricht der kanadische Teenager erstmals über seine Homosexualität – und beklagt, dass schwule Sportler nicht mehr Unterstützung erhalten.

Der olympische Rennrodler John Fennell hat sich diese Woche als schwul geoutet. Anlässlich seines 19. Geburtstags am Mittwoch erklärte der kanadische Sportler im "Calgary Herald", dass es für Sportler sehr belastend ist, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten: "Man muss sich immer fragen: 'Wer weiß es?' Man darf sich nicht verplappern. Man muss sich wie ein Super-Macho benehmen. Man muss auf sein Verhalten achten, damit man keine Anhaltspunkte gibt. Das ist unheimlich stressig".

Der 1995 in Calgary geborene Fennell nahm im Februar an den Olympischen Winterspielen in Sotschi teil, belegte aber lediglich den 27. Platz in seiner Disziplin. Er wollte sich zu diesem Zeitpunkt nicht outen, da es keinen anderen männlichen kanadischen Athleten bei dem Wettkampf gab, der offen über seine Homosexualität sprach. Jetzt erhofft er sich, dass andere Sportler seinem Vorbild folgen werden. "Wenn es eines 19-Jährigen bedarf, sich für Verbesserungen einzusetzen, dann übernehme ich gerne diese Rolle", so Fennell.

Kritik an mangelnder Unterstützung bei Olympia

Fennell kritisierte, dass es während der Olympiade in Sotschi keinerlei Hilfe für homosexuelle Athleten gab, obgleich der Gastgeber Russland Schwule und Lesben verfolgen lässt. "Ich war bestürzt darüber, dass so wenig unternommen wurde", so Fennell mit Blick auf die Homo-"Propaganda"-Gesetze im Putin-Reich. "Es gab ein paar Mädels, die out waren, aber ich habe nichts von Jungs mitgekriegt und ich weiß, dass sie da waren", sagte Fennell.

In Nordamerika haben in den letzten Monaten mehrere Coming-outs im Sport für Schlagzeilen gesorgt. So outete sich der US-Footballer Michael Sam im Februar und wurde drei Monate später als erster offen schwuler Sportler von einem NFL-Profiteam engagiert (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr hatten sich bereits der Basketballer Jason Collins und der Fußballer Robbie Rogers als schwul geoutet. (dk)



#1 ginfizzAnonym
  • 30.05.2014, 11:58h

  • Toll und bewundernswert fände ich es, wenn er jetzt noch für frei zugängliche Nacktaufnahmen posieren würde. Das wäre ein starkes Signal für Toleranz und Vielfalt!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 m123Anonym
  • 30.05.2014, 12:01h
  • Warum nur denken die schwulen Sportler, dass sie ihre Homosexualität verstecken müssen?

    Im Fußball kann man es vielleicht noch ansatzweise verstehen, weil die Fußballer dann Angst vor den Fans haben.

    Aber im Rennrodeln?

    Putin hat gesagt, dass homosexuelle Athleten nix zu befürchten hätten. Und die offen homosexuelle Athletinnen wurden ja auch nicht verhaftet. Also hätte sich John Fennell einfach outen können. Wenigstens das hätte er tun können. Er hätte nichtmal aktiv protestieren müssen. Sein Coming Out wäre schon ein deutliches Signal gewesen. Lediglich sagen, dass er schwul ist, damals in Sotschi.

    Die nächsten Winterspiele sind 2018... in Südkorea... Sich als Wintersportler jetzt NACH Sotschi zu outen empfinde ich jetzt nicht unbedingt als extrem mutig. Es ist vielleicht ein bisschen mutig und besser als wie wenn er es nicht gemacht hätte. Aber das Momentum in Sotschi für sein Coming Out hat er nicht genutzt. Schade!

    Wenn ich Profisportler, dann würde ich zumindest mein Schwulsein nicht künstlich verstecken. Und wenn man es nicht künstlich versteckt, dann weiß es irgendwann sowieso jeder. Geht sogar ohne Coming Out. Und wenn dann Nachfragen kämen ob ich schwul bin, würde ich einfach sagen "Ja". Wenn ich dann sogar noch Teilnehmer von Sotschi gewesen wäre, dann hätte ich bestimmt keine Angst davor gehabt Interviews zu geben, in denen ich die Menschenrechtssituation in Russland angeprangert hätte. Und ich hätte auch Regenbogensymbole beim Wettkampf untergebracht. Wenn mich dann das IOC ausgeschlossen hätte, dann wäre ich darüber sogar froh gewesen, weil die Medien dann über das IOC hergefallen wären, dafür dass das IOC dann einen Athleten von den Olympischen Spielen ausschließt nur weil er sich für Menschenrechte und gegen Diskriminierung ausspricht, was ja sowieso Teil der olympischen Charta ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 BlubbiblubbAnonym
  • 30.05.2014, 12:19h
  • Nach dem Eheöffnungsjahr 2013 (in keinem Jahr wurden bisher in mehr Ländern die Ehe geöffnet), ist 2014 nun offiziell das Coming-Out-Jahr geworden (v.a. im Sport)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ----Anonym
#5 olfwobAnonym
  • 30.05.2014, 12:39h
  • Antwort auf #2 von m123
  • Der Junge ist 19 Jahre alt... meinst Du nicht, dass Du da etwas viel verlangst? In dem Alter hat man evtl. gerade sein inneres Coming Out verarbeitet und ist froh, dass man mit sich selbst im reinen ist. Ich freue mich für ihn, dass er jetzt so weit ist und wieder jemand den Schritt getan hat. Das sollte uns ja wohl erstmal reichen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 EnyyoAnonym
  • 30.05.2014, 12:40h
  • Antwort auf #2 von m123
  • Und wie hättest Du das gemacht, Schlaumeier?

    Regenbogenfähnchen geschwungen, um vom IOC disqualifiziert zu werden? Make-up à la Conchita?

    Der junge Mann ist auf Platz 27 seiner Disziplin, wie und wo hätte er in Sotschi da ständig sein Schwulsein propagieren sollen?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 sperlingAnonym
  • 30.05.2014, 12:48h
  • Antwort auf #2 von m123
  • >"Warum nur denken die schwulen Sportler, dass sie ihre Homosexualität verstecken müssen?"

    weil sie sich nicht sicher sein können, dass ihre sponsoren sie auch nach einem coming-out noch finanzieren würden. kannst du garantieren, dass dieses risiko gar nicht besteht? kennst du dich so gut im profisport aus?

    >"Wenn ich Profisportler, dann würde ich zumindest mein Schwulsein nicht künstlich verstecken."

    möglicherweise würde es aber andersherum funktionieren: wenn du dein schwulsein nicht verstecken würdest, wärest du kein profisportler.

    es ist sehr leicht, anderen zu erzählen, was man an deren stelle tun würde. ich will auch nicht sagen, dass diese ratschläge grundsätzlich falsch seien. natürlich hat ein offenes leben sehr viele vorteile, und einige wenige beispiele von offen schwulen bzw. lesbischen profisportler_innen zeigen ja inzwischen, dass ein coming-out nicht das ende der karriere sein muss.

    aber dafür gibt es eben weiterhin keinerlei garantie. ein coming-out kann immer noch das ende einer sportler-karriere bedeuten. wir reden hier nicht von ein paar unannehmlichkeiten oder dummen sprüchen, sondern vom möglichen ende der beruflichen existenz.

    ich fände es für mich selber inzwischen auch unvorstellbar, am arbeitsplatz nicht offen sein zu können. aber es fällt mir schwer, jemanden zu verurteilen, der nicht bereit ist, seine gesamte, über jahre aufgebaute karriere dafür aufs spiel zu setzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 So WhatAnonym
  • 30.05.2014, 12:49h
  • Antwort auf #2 von m123

  • Du lehnst Dich doch ein bisschen sehr weit aus dem Fenster.

    Wieder ein Fall, wo Du andere aufforderst, sich auf eine gewisse Art und Weise zu verhalten. Geh mal mit guten Beispiel voran und werde sichtbar, und zwar nicht immer nur in den Kommentarspalten von queer.de.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 fachärztlichAnonym