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  • 05.06.2014           5      Teilen:   |

"Maman und ich"

Schwul aus Angst vor der Mutter

Artikelbild
In einem Pariser Gay-Club lässt sich Guillaume von einem Russen abschleppen - doch der erste schwule Sex geht schief (Bild: Concorde Filmverleih)

Jetzt im Kino: In der französischen Komödie "Maman und ich" findet ein "weiblicher" Hetero am Ende doch noch zu sich selbst.

Von Bernd Rosenbaum

Wenn Maman ihre drei Söhne zum Essen holt, ruft sie nur "Jungs und Guillaume, zu Tisch!". Immer wirkt diese Frau genervt, vor allem von ihrem Jüngsten. Durch seine zarte, "weibliche" Art fällt er aus der Reihe. Mutter ist fest davon überzeugt, dass ihr Guillaume schwul ist. Guillaume hingegen vergöttert seine Maman, er versucht alles, um ihr zu gefallen. Bisweilen imitiert er sie sogar.

Damit gelingt es Guillaume, am Telefon nicht nur die Köchin zu täuschen, sondern sogar seine eigene Großmutter Babou (Françoise Fabian). Nur sein Vater fällt nicht auf die Maskerade herein. Er will nicht, dass Guillaume sich wie ein Mädchen anzieht und verhält. Daher schickt er ihn auf ein Jungeninternat – in der Hoffnung, seinen Filius damit "männlicher" zu machen.

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Guillaume Gallienne erzählt von seinem Leben

Das Poster zum Film: Guillaume Gallienne spielt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mutter
Das Poster zum Film: Guillaume Gallienne spielt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mutter

Doch natürlich wird er dort als schwul gemobbt und leidet unter seinen Mitschülern. Seine Mutter hat ein Einsehen und schickt ihn auf ein anderes Internat nach England. Dort lernt Guillaume Jeremy kennen und verliebt sich in ihn. Bis es ihm das Herz bricht, als Jeremy mit einem anderen Mädchen zusammenkommt.

Guillaume beginnt zu experimentieren. Auf den Rat einer Tante hin taucht er in die schwule Szene von Paris ein, glaubt hier, glücklich werden zu können. So richtig will der seltsame Vogel allerdings auch in diese Kreise nicht hineinpassen. Er erlebt eine Enttäuschung nach der anderen.

Schließlich reift in Guillaume die Erkenntnis, dass er viele Dinge in seinem bisherigen Leben nur aus Angst gemacht hat. Angst, seine Mutter zu enttäuschen, und Angst davor, er selbst zu sein. Er beschließt, sich seinen Ängsten zu stellen… und schon begegnet er der Liebe seines Lebens – einer Frau.

"Maman und ich", so der leider ziemlich nichtssagende deutsche Titel der gelungenen französischen Tragi-Komödie "Les garçons et Guillaume, à table!", ist im besten Sinne eine One-Man-Show für Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor Guillaume Gallienne, der sich nicht scheut, sich zwischendurch auch einmal zum Narren zu machen, um seine Geschichte zu erzählen.

Am unterhaltsamsten ist er, wenn er versucht, als femininer Mann in der Männerwelt zurecht zu kommen oder seine vermeintliche Homosexualität in einer Schwulendisco auslotet. Und natürlich, wenn er eines seiner vielen imaginären Zwiegespräche mit seiner Mutter (gespielt von ihm selbst) führt. Das ist großes französisches Kino – nicht nur für einen elitären Zirkel.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Youtube | Ausschnitt aus dem Film: "Eine Kur in Bayern"
  Infos zum Film
Maman und Ich. Originaltitel: Les garçons et Guillaume, à table!". Spielfilm. Frankreich/Belgien 2013. Regie: Guillaume Gallienne. Darsteller: Guillaume Gallienne, André Marcon, Francoise Fabian, Nanou Garcia, Diane Kruger, Reda Kateb, Götz Otto. Laufzeit: 85 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Concorde. Bundesweiter Kinostart: 5. Juni 2014
Links zum Thema:
» Deutsche Homepage zum Film
» Fanpage auf Facebook
» Das Buch zum Film bei Amazon
Galerie
Maman und ich

10 Bilder
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Tags: maman und ich
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Reaktionen zu "Schwul aus Angst vor der Mutter"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
05.06.2014
15:41:25
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Schon das hier ist widerlich: "Wenn Maman ihre drei Söhne zum Essen holt, ruft sie nur "Jungs und Guillaume, zu Tisch!"

Nur weil einer sich angeblich "weiblich" verhält, weigert sich die Mutter ihn als Junge zu nennen? Was für ein Arschloch von Mutter!

Ich werde ihn mir schon deshalb nicht ansehen, weil es am Ende ein Happy End mit einer Frau gibt, statt mit einem süssen jungen Mann. Deshalb sollte man den Streifen hier eigentlich auch gar nicht erwähnen!

Schwul aus Angst vor der Mutter ist ein blödes Cliché was manchen oberflächlichen Hetero wohl schon alleine zum lachen bringt.

Im Hintergrund steht da leider das tabuisierte Thema des sexuellen Missbrauchs von Jungen. Wahr ist, keiner wird schwul, bloss weil er Angst vor der Mutter hat!

Missbrauch, da ist sich die Wissenschaft heute einig, kann die sexuelle Orientierung nicht verändern. Trotzdem, war der Täter eine Frau sehen immer noch viele Therapeuten in der Homosexualität ihres Patienten bloss "Abscheu", war es ein Mann, schwafeln sie von "Prägung".

Mag sein dass viele diesen Film lustig finden werden, ich bestimmt nicht.


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#2
05.06.2014
15:53:45


(+5, 7 Votes)

Von unfassbar


macht queer.de jetzt einen auf "wüstenstrom" & co.?

wer eine solche widerliche verdrehung der gesellschaftlichen verhältnisse allen ernstes für "comedy" hält, hat entweder keine ahnung von der tödlichen wirkung solcher aussagen gerade auf jugendliche oder will diese sogar gezielt verbreiten.


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#3
06.06.2014
06:30:20


(-1, 3 Votes)

Von nix kommt nix


Ich kann euch beruhigen, ich hab ihn gesehen und es ist ein toller film. Ok, ich finde ihn toll und wichtig.

Ich erkenne darin aber relativ wenig parallelen zum Schwulsein, zu Schwulen, es ist vielmehr so was wie....eine "Studie" im weitesten Sinne darüber, wie Erziehung und die Erwartungen von Anderen (Eltern) einen in so Schubladen stecken, die man vielleicht selbst auch nie hinterfragt. Wie vor allem emotional abhängig man als Kind davon ist, in welche Rolle einen die Eltern stecken.

Guillaume kommt auch meiner Meinung nach nach der mißglückten Liebe zu Jeremy irgendwie zu dem Schluss, das er vielleicht doch nicht einfach "nur" Schwul ist, sondern vielleicht doch eher tatsächlich ein Mädchen.
Auch das wird aber aufgelöst. Aber dennoch, für mich war das eher ein Film über...Soziologie/Gender Studien/Trans-Thematik....vielleicht kommt es auch drauf an, in welcher Perspektive der Zuschauer sich momentan subjektiv befindet....

Im Film ist die Selbstfindung von Guillaume echt lustig dargestellt, bis er eines Tages eine Pferdetherapie macht und plötzlich platzt der Knoten und er erkennt, er hatte ja doch nur seiner Mutter immer alles geglaubt und wollte immer eine Art "Einheit" mit ihr bilden. Ein Feigling war er halt...

Die Mutter ruft ihren jüngsten anders, was aber finde ich nicht so negativ rüber kommt, das sie ihn wegen seines Schwul-Seins nicht Junge nennen kann, es ist vielmehr das er halt ein Nachzügler ist, der vielleicht eh gar nicht mehr gewollt ist, und ich erlebe diese Mutter dem Jüngsten im Film sehr viel zugewandter als den anderen Familienmitgliedern.

Mehr so, als sind die anderen es halt nicht "wert" beim Namen gerufen zu werden, nur Guillaume hat eine (positive) Sonderrolle bei seiner Mutter. Sein Vater ist ein Arsch, aber das ist ja in solchen Konstellationen nix neues.

Ich fand den Film (auch im Original, obwohl ich kein Wort französisch kann) sehr sehr gut gemacht. Guillaume steht zwischendurch auf der Bühne, auf der er alles erzählt, die Angst im eigentlichen Leben (im Film) wird hier durch so ne Art von Lampenfieber gedoppelt, wo er Angst hat, das Publikum nicht zufrieden zu stellen. Man kann sehr viel interpretieren für sich subjektiv und kann tränen lachen und kurz danach total seine eigene Familiendynamik in Frage stellen.

Hat so was von nem tragischen Clown, der Guillaume. Spielt super und man kauft ihm alles ab.
Ich wurde wie gesagt nur nachdenklich über so Gender-Fragen, was wird alles an uns hin sozialisiert, was konstruieren wir selbst an unserer Identität herum, weil wir es nicht besser wissen. Ich würde es daher nicht explizit einen Schwulen Film nennen.

Aber definitiv einen sehenswerten. Zuschauen, wie ein nerdiger kleiner Guillaume sich durch die Erwartungen anderer kämpft und irgendwann endlich raus hat, das er genauso wie er ist ok ist und das er nicht länger im Schatten seiner Mutter bleiben muss.


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#4
06.06.2014
10:09:59


(-2, 2 Votes)

Von Bi-Athlet


Ich will das Pferd.


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#5
23.06.2014
14:59:35


(0, 0 Vote)

Von jhgk
Antwort zu Kommentar #4 von Bi-Athlet


Solche Cliches sollte man nicht noch befördern ! Es gibt noch genug Menschen ,die denken Schwule wären schwul, weil man sich nicht mit dem Vater verstanden hat oder sonst was... das ist gefährlich,kein Humor!


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