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Trennung nach Maß

Schöner Schluss machen


Durch ein schönes, ritualisiertes Ende kann man vielleicht böses Blut vermeiden und verhindern, dass man sich nie wieder in die Augen schauen wird

Wenn das Ende einer schwul-lesbischen Beziehung unausweichlich ist, sollte man das Breakup maßgeschneidert planen – und mit dem Partner regelrecht zelebrieren.

Von Kevin Junk

Zu einer Beziehung gehören in der Regel zwei Menschen, bei der Trennung kann es allerdings einseitiger zugehen. Manchmal will nur einer den Schlussstrich ziehen, während der andere weiter in Glückseligkeit schwelgt.

Streicht einer aber die Segel, egal aus welchen Gründen, ist das oft ein langer Prozess. Gerade in Beziehungen, die man in Jahren und nicht in Monaten zählt, ist eine Trennung oft ein langer, innerer Prozess – das eigentliche Schluss machen aber nur Symptom dafür. Wie eine Blase, die unter Wasser entsteht, ploppt es kurz an der Oberfläche, aber die Blase hat einen langen Weg durch trübe Emotionsgewässer hinter sich, bevor sie platzt.

Es gibt natürlich auch Trennungen im gegenseitigen Einvernehmen, wenn beide merken, dass sie ohne einander wirklich besser dran sind. Oder man versucht es mit einer Freundschaft. Oder man lässt's, auch wenn es wehtut, halt ganz. So viele Szenarien wie Beziehungen.

Möglichst wenig Scherben hinterlassen


Ein letztes Mal seine Lieblingsplätzchen backen...

Jede Partnerschaft ist, abgesehen von den ganzen Normen und Ideen, die wir so eingetrichtert bekommen, vor allem ein Spiel nach Regeln, die zwei Menschen im Idealfall einander vorgeben. Es ist akute Interaktion, in die niemand reinreden kann, eigentlich, und ebenso sollte die Trennung verlaufen: nach den gemeinsam aufgestellten Regeln der Kunst und Kommunikation.

Schluss machen nach Maß, das heißt Schluss machen auf eine Art und Weise, die hoffentlich die wenigsten Scherben hinterlässt und maßgeschneidert auf die Person passt, die man, so traurig es ist, verlassen will. Mehr noch: durch ein schönes, ritualisiertes Ende kann man vielleicht böses Blut vermeiden und verhindern, dass man sich nie wieder in die Augen schauen wird.

Man ist schließlich verstrickt in Leben und Alltag des anderen, hat so viel gemeinsam, vielleicht gibt es auch materielle Verpflechtungen – alles egal, weil es aus irgendeinem Grund nicht mehr geht. Ist halt so, das müssen wir, in der Theorie und ganz trocken, jetzt einfach mal hinnehmen und akzeptieren. Ist nicht schön, aber auch nicht selten. Wichtig dabei ist, keinen gordischen Knoten zu zerschlagen. Wie bei einem Paar Schuhe, bei dem sich die Schnürsenkel verknotet haben, ist Geduld und sachtes Vorgehen angesagt.

Schluss machen im Affekt

Eine Trennung kann auch im Affekt geschehen, im Streit oder in Rage – und dann gibt es nicht die Möglichkeit, feinsäuberlich alles zu entheddern. Dann werden die Schuhe unsanft mit einer Schere getrennt und von den Senkeln bleiben nur Stummel übrig.

Mit einer wohlüberlegten und gut kommunizierten Trennung aber muss es gar nicht erst soweit kommen. Schließlich kennt man doch seinen Partner. In- und auswendig, zu gut vielleicht, aber immerhin so gut, dass man absehen kann, wie er auf die Trennung reagieren wird. Der bevorstehenden Entfremdung voneinander wirkt das nicht entgegen, das ist kein Rezept gegen das schale Gefühl, das man hat, wenn man sich fragt: Wie konnten wir jemals ein Paar gewesen sein? Eine Trennung ist ein einschneidendes Erlebnis, die Phantomschmerzen kommen erst nach der Abnahme der besseren Hälfte. Schlussmachen nach Maß ist nur ein realistischer Dämpfer für Komplikationen, kein Garant für schmerzfreie Behandlung.

Wie das in Praxis auszusehen hat, muss jeder für sich selbst in die eigene Situation übersetzen. Vielleicht ist es notwendig, gar nicht auszusprechen, dass die Beziehung zu Ende ist – und den anderen einfach durch eine Pause selbst zum gleichen Schluss kommen zu lassen. Vielleicht solltet ihr zum Ort eures ersten Dates gehen und da eure gemeinsame Geschichte Revue passieren lassen. Vielleicht solltest du anrufen. Vielleicht eine Karte schicken. Vielleicht während dem Sex. Nach dem Sex. Nach einer Reise. Oder während einer Reise. Jeder kennt seinen Partner am allerbesten.

Das Wichtigste ist: Schluss machen ist ein Ritual, eine Situation, die lange im Gedächtnis bleiben wird. Mehr Kitsch statt Streit, mehr an symbolischer statt destruktiver Handlung. Wenn das Ende nämlich unausweichlich ist, tut es ja doch vielleicht gut, es zu zelebrieren.



#1 tescoAnonym
  • 07.06.2014, 21:30h
  • ich machs am liebsten mit einer SMS. Da spart man sich die sinnlosen Diskussionen, wenn doch nichts mehr zu ändern ist. Ich bleib aber freundlich und schreib zum Schluß noch drunter, dass wir Freunde bleiben sollten.
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#2 Arschloch SMSAnonym
  • 08.06.2014, 01:19h
  • Antwort auf #1 von tesco

  • Schluss, Aus, Ende Schatzi!

    Du hattest schon immer nen kleinen Pimmel und Mundgeruch, sorry,

    Nun hab ich einen neuen mit mehr Geld und ordentlich was in der Hose. Hab schon lange einen geileren, jüngeren gesucht und jetzt endlich gefunden.

    PS: Wir bleiben Freunde.
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#3 Fred i BKKAnonym
  • 08.06.2014, 10:05h
  • Antwort auf #1 von tesco
  • klingt ja richtig toll .....und in welchen Zeitabstaenden musst du diese Art von SMS immer loeschen ..weil dein Speicher voll ist ?????
    Oder hast du noch ne zusaetzliche Memo-card drinnen nur fuer deine Beendigungen....
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#4 kermet
  • 08.06.2014, 23:49h
  • Also, beim Lesen des Artikels ist mir nur eines eingefallen, machen wir endlich Schluss mit diesem Businessgequatsche! Alles muss schön sein und zelebriert werden, Fehler sind eigentlich gar keine..., sondern was positives aus dem wir lernen und weiterkommen...
    Wenn irgend etwas Scheiße ist, dann will ich es verdammt noch mal auch so nennen dürfen.
    Eine Trennung ist nie schön..., entweder für beide, oder nur für einen.
    Und die Trennung von einer Tagesabschnittsbegleitung ist für mich keine "Trennung" im klassischen Sinne. Sondern allenfalls ein schlechter Fick, für den ich kein Frühstück machen möchte.
    Paare die länger zusammen waren...,was will man da "zelebrieren"... Nochmal ne Langweilernummer schieben um dem anderen dann zu sagen: Danke Schatz, daß ich Dich kennenlernen durfte..., aber Du warst so schlecht wie immer...? Häh...,gehts noch.
    Man spricht sich aus und gut..., wenn eine längerfristige Beziehung zu Ende geht und man Bett und Tisch wieder trennen muss, dass ist nie unkompliziert. Und da sprech ich aus Erfahrung.
    Mein Ex hat während unsrer 3-jährigen "Beziehung" nix anbrennen lassen, obwohl es kein entsprechendes Agreement gab. Wir haben das Ende unserer Beziehung besprochen...,ganz gesittet und er hat mich zum Essen eingeladen...,ja und, ich meine immer noch er ist eine verda...e Mist...u. Ganz ohne rosa Schleifchen. Schluss ist Schluss und einer leidet immer. Egal wie es verpackt wird...
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#5 BaldurProfil
  • 09.06.2014, 12:15hSindelfingen
  • Mein Ex und ich hatten uns einfach nur zusammen gesetzt und über eine Trennung gesprochen.

    Ohne Streit, aber mit einigen Tränen.

    Das ist jetzt schon über 12 Jahre her und wir sind immer noch beste Freunde geblieben.

    Offen und ehrlich miteinander reden, auch dem anderen zuhören und auch eigene Fehler reflektieren.
    So trennt man sich anständig.

    Sich über eine SMS zu trennen ist einfach nur feige.
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#6 KevinAnonym
  • 09.06.2014, 15:52h
  • Antwort auf #5 von Baldur
  • ".. Sich über eine SMS zu trennen ist einfach nur feige." Finde ich nicht. Heute ist das die zeitgemäße Form. Schließlich ist das Smartphone heute unser zweites Ich, das 24 Stunden lang unseren Tag begleitet. Wir senden ja auch Liebesbotschaften darüber, warum dann nicht auch gegenteilige Nachrichten.
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#7 daVinci6667
#8 TheDadProfil
  • 09.06.2014, 17:07hHannover
  • Antwort auf #6 von Kevin
  • "" warum dann nicht auch gegenteilige Nachrichten.""..

    Zunächst hast Du hier das Fragezeichen vergessen..

    Auch so eine Auswirkung des "Zweiten Ich´s" ?

    Täglich kann Mann beobachten wie die Leute den Blick für das Wesentliche aus den Augen verlieren..
    Kaum einer oder eine die Morgens in die Straßenbahn steigt, deren Blicke nicht auf dem MP3-Player, dem Smart-Phone, oder dem E-Book klebt..

    Allein in den letzten Monaten sind so viele Leute überfahren worden, von der Straßenbahn überrollt, oder beim laufen einfach gegen Hindernisse geprallt, das sich die ÜSTRA als Betreiber der Hannoverschen Straßenbahnen dazu genötigt sah, im Fahrgastfernsehen eine Kampagne zu starten, um für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu werben..

    Offensichtlich umsonst..

    Die Mehrzahl der Mütter schiebt den Kinderwgen unverdrossen mit einer Hand in die Bahn, während die andere Hand mit dem Smart-Phone bewährt am Ohr klebt, um dem Gesprächspartner mitzuteilen das Mann im Begriff sei die Bahn zu betreten..

    Die Unverdrossenheit mit der Mann bereitwillig völlig irrelevante Informationen verbreitet, anstatt einfach einmal unfallfrei geradeaus zu laufen ist mehr als erschreckend..

    Ein kleines Menschlein rebbelierte neulich Mittags gegen diese Unverschämtheit seiner Mutter, die fröhlich mit ihrer Freundin telefonierte, und den Sohnemann im Kinderwagen von sich abgewandt sitzend in die Bahn schob..

    Als sie sich dann auch noch weigerte den Kinderwagen so zu drehen, das er seine Mutti wenigstens dort sehen konnte, fing er an mit einem hörbar kräftigem Organ die ganze Bahn zusammen zu brüllen, das selbst die Schwerhörigsten ihre Geräte herunter regelten, und so mancher vom E-Book aufblickte..

    Nach 2 Stationen stieg die Mutti genervt aus..

    In der Station hallte das Gebrüll aber noch lauter, und so sah sich die Mutti genötigt das Telefonat zu beenden, und dem Sohnemann den Löffel mit dem Karottenbrei in den Mund zu stecken..

    Schon beim Anblick der Mutti wurde das Geschrei etwas leiser, der Löffel beendete es abrupt, und der Knirps ließ sich zu einem Lächeln herab, um seine Zufriedenheit über die Aufmerksamkeit der Mutter zum Ausdruck zu bringen..

    Aufmerksamkeit die ihm zusteht..

    Mann kann bloß hoffen das diesem Bengel nicht eines Tages von einem übermotiviertem Psychologen oder ungebildetem Hausarzt attestiert wird, er sei dem Aufmersamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom anheim gefallen, nur weil er sich durch sein Gebrüll bemühte, einen sozialen Kontakt vor dem Einschlafen zu bewahren..
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#9 daVinci6667
  • 09.06.2014, 17:48h
  • Antwort auf #8 von TheDad

  • Yep, SMS und Handy sind wegen der damit verbundenen Ablenkung gefährlich. Immer mehr stossen beim Gehen mit Bäumen zusammen, werden vom Bus überfahren oder fallen in den See!

    Nun wenn es einen treffen würde der gerade per SMS Schluss macht...

    Auch interessant:
    "In Melbourne war eine chinesische Touristin im vergangenen Jahr derart mit ihrem Mobiltelefon beschäftigt gewesen, dass sie über das Ende einer Mole hinauslief und ins Wasser stürzte. Dass immer wieder Unfälle im Zusammenhang mit Fussgängern und Smartphones passieren, ist auch dem japanischen Mobilfunkanbieter Docomo aufgefallen: Im letzten Jahr hat der Konzern darum eine App speziell für unmotorisierte Handy-Junkies herausgebracht, die permanent auf das Display starren. Mit Warnungen soll die App helfen, Unfällen vorzubeugen."

    www.20min.ch/digital/news/story/12130179?redirect=mobi&n
    ocache=0.8104640527162701
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#10 David77Anonym
  • 09.06.2014, 19:31h
  • Antwort auf #6 von Kevin
  • Zeitgemäß? Ja, für belangloses blabla vielleicht oder ne kurze Mitteilung dass man unterwegs ist.
    Was kommt demnächst? Todesmitteilungen auch per sms? Die Nachricht, dass ein Angehöriger im Sterben liegt und man schnell kommen solle? Auch noch per sms, die evtl. dann gelesen wird, wenn es zu spät ist?
    Es gibt Angelegenheiten, die sollte mann PERSÖNLICH oder zumindest per Telefon besprechen, und nicht auf unpersönliche Art.
    Abgesehen davon, dass man in der Zeit, in der man hin- und hertippt, längst schon ein Gespräch gehabt haben kann.
    Und ja, es ist feige, weil man den anderen nicht ins Gesicht sehen muss und auf die Reaktion verzichten will.
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