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  • 08.06.2014           47      Teilen:   |

Forderungen zu sexueller Vielfalt und Abtreibung

Bischofskonferenz kanzelt KjG ab

Artikelbild
kath.net polemiserte in kreuz.net-Manier und fand Gehör

EU und Bund förderten die Meinungsbildung der katholischen Jugend zur Europawahl – die Bischöfe ließen nun ein liberales Dokument zu Sexualfragen auf Druck von kath.net und PI löschen.

Ein Papier zur Europawahl der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) hat nachträglich zu Empörung und letztlich zu einem Rüffel durch die Bischofskonferenz und einer Rücknahme des Papiers geführt.

Das Dokument war enstanden im Rahmen des KjG-Projekts "Yourope", das vom EU-Programm "Jugend in Aktion" und vom Bundesfamilienministerium gefördert wurde. Die Jugendlichen befassten sich dazu mit aktuellen Themen zur Europawahl und stellten Forderungen auf.

So erstellten sie in Projektwochen ein "Starter-Kit" mit Infos, wie man Themen auf EU-Ebene voran bringen kann, und einem großen Abschnitt zu Jugendrechten, vom "Recht auf Arbeit" über "Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit" zum "Recht auf Nicht-Diskriminierung" – während der Abschnitt nicht auf die Merkmale "sexuelle Orientierung" oder "sexuelle Identität" eingeht, wird an anderer Stelle das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" in Russland kritisiert.

Das Inhaltsverzeichnis des PDF, das bereits im März verbeitet wurde, benennt auch ein "Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Entscheidung über den eigenen Körper", ein entsprechender Abschnitt fehlt allerdings in der aktuellen Fassung des Hauptdokuments (PDF). Auch ein entsprechendes Einzel-PDF wurde am Freitag nach Kritik gelöscht.

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Recht auf sexuelle Vielfalt gefordert

Der Beginn des zensierten Abschnitts
Der Beginn des zensierten Abschnitts

In dem Abschnitt fordern die katholischen Jugendlichen, dass Jugendliche ihre "sexuelle Orientierung (das heißt die Frage, ob ich hetero-, homo- oder bisexuell leben möchte)" oder ihre "eigene
Geschlechtsidentität (das heißt, ob ich als Mann, Frau, Transgender oder IntersexuelleR leben möchte)" frei ausleben dürften. Auch die Beziehungswahl ("monogam, polygam, zölibatär etc.") sei Sache der Jugendlichen.

Das KgG-Papier setzt sich weiter gegen Vorurteile "gegenüber bestimmten sexuellen Orientierungen
oder Lebensformen" ein und fordert "eine nicht-diskriminierende Sexualerziehung" sowie "Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, eine Schwangerschaft abzubrechen und kostenlos Verhütungsmittel zu erhalten".

kath.net und PI Hand in Hand

Der Protest der Erzkonservativen ließ diesmal lange auf sich warten: An diesem Donnerstag sprach das Portal kath.net vom "Abtreibungsskandal bei der Katholischen jungen Gemeinde" und bebilderte das recht blutig. Die Redaktion kritisierte: "In dem sogenannten 'Starterkit' heißt es ernsthaft, dass Jugendliche wie Erwachsene das 'Recht auf sexuelle Selbstbestimmung' und damit das Recht hätten, 'über den eigenen Körper' frei zu entscheiden." Das Thema Abtreibung wurde als "Knaller-Forderung" beschrieben.

Zum Protest gab die Redaktion die eMail-Adressen der Deutschen Bischofskonferenz und der Pressestelle von Kardinal Marx an. Das Neurechten-Portal "Politically Incorrect" sprang auf dem Zug auf, kritisierte, die KjG werbe für "Polygamie, Transgender und andere Abwegigkeiten" (kath.net hatte den Spruch zuvor mit "anderem Irrsinn" gebracht), und veröffentliche ebenfalls die eMail-Adressen.

Löschung auf Druck von oben

Während kath.net und PI beklagten, das Papier sei aus "Kirchensteuermitteln" finanziert, verweist das Projekt Yourope auf die Förderung durch EU und Bund.
Während kath.net und PI beklagten, das Papier sei aus "Kirchensteuermitteln" finanziert, verweist das Projekt Yourope auf die Förderung durch EU und Bund.

Bereits am Freitag Morgen konnte kath.net Erfolg vermelden. "Bereits vor mehreren Wochen hat der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, kurz nach Bekanntwerden des Dokumentes – ein Gespräch mit der Bundesleitung der KJG geführt und unmissverständlich erklärt, dass das Dokument in dieser Fassung in bestimmten Passagen völlig unvereinbar mit der katholischen Lehre sei", sagte Matthias Kopp, der Pressesprecher der DBK, dem Portal. "Die Bundesleitung hat sich für den Vorgang entschuldigt und ihre Fehler eingeräumt. Das Dokument wurde umgehend geändert. Die Deutsche Bischofskonferenz hat früh und umgehend auf den Vorgang reagiert."

Zu dem Zeitpunkt kritisierte das Portal noch, dass die Publikation weiterhin abrufbar sei – später konnte es nachtragen: "Am späten Freitag Nachmittag musste die KjG nach Aufforderung der Deutschen Bischofskonferenz die Dokumente löschen". Zufrieden scheint das Portal aus Linz allerdings noch nicht: "Personelle Konsequenzen sind offensichtlich derzeit nicht vorgesehen."

Auf der Webseite der KjG und in deren sozialen Netzwerken findet man keine Info zu der Zensur. Die Einleitung des Starter Kits hatte übrigens eine fettgedruckte Forderung: "Stand up for your rights!" (nb)

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Tags: katholische kirche, kjg, kath.net, politically incorrect
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Reaktionen zu "Bischofskonferenz kanzelt KjG ab"


 47 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
08.06.2014
15:36:01


(+8, 12 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Dazu fällt einem nichts mehr ein! Die KjG ist schon im 21. Jahrhundert angekommen im Gegensatz zu den Herren Bischöfen!


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#2
08.06.2014
15:58:23


(+7, 9 Votes)

Von ach ja


"2004 wurde er [ Dr. Karl-Heinz Wiesemann]
von Kardinal-Großmeister Carlo Kardinal Furno zum Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 24. April 2004 durch Anton Schlembach, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert."

"M"

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Person_(Ritterorde
n_vom_Heiligen_Grab_zu_Jerusalem)


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#3
08.06.2014
16:02:46


(+12, 12 Votes)

Von Sebi


Da werden Steuergelder für etwas verschwendet, was die Bischofskonferenz dann gemeinsam mit erzreaktionären Vereinigungen und Internetportalen doch wieder zensiert.

Da sieht man wieder mal, dass da gar kein Geld reinfließen sollte. Das ist echt nur Steuerverschwendung!

Wir brauchen endlich eine echte Trennung von Staat und Kirche...


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#4
08.06.2014
17:04:30


(+10, 12 Votes)

Von Itcheb


1.
Hoffentlich denken die ganzen Papst-Anhänger endlich mal über ihren achso toleranten Suppenkasper in Rom nach und erkennen endlich, dass der genauso verlogen ist wie das ganze Pack dieser Organisation

2.
Was die Kathoiliban da mit den Jugendlichen machen ist wahrer Kindesmissbrauch! Das gehört bestraft. Das ist Gehirnwäsche á lá 1933.

3.
Wann wachen diese Kinder und Jugendlichen endlich auf und erkennen, welcher kriminellen, sadistischen und perversen Vereinigung sie ihre Gefolgschaft ohne einen Funken von Intelligenz zollen?? Wer zum Henker braucht solch eine widerwärtige Vereinigung um an Gott zu glauben?

Was Anfang der 1930er die NSDAP war, ist heute die katholische Kriche. Und unsere sogenannte Regierung kümmert sich einen Scheiß darum, wie hier Kinder und Jugendlichen fehlgeleitet werden.

Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte. Gibt es nicht irgendwo ein paar Muslime, die den Katholiban den Krieg erklären können und diese Verbecher aus unserem Land herausfegen?? Dann lacht der Kaspar in Rom nicht mehr über die dummen Schwulen die glauben, in ihm einen "Freund" gefunden zu haben.


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#5
08.06.2014
17:17:35


(+13, 13 Votes)

Von Hugo


Da haben die religiösen faschisten auf ganzer Linie gesiegt, ich könnt vor lauter Wut Wände hochgehen.
Hat die Welt nicht andere sehr wichtige Probleme: Ukraine (Krieg), weite Teile Afrikas (Hunger, religiöse Auseinandersetzungen), Teile Asiens (religiöse fundamentalisten, Hunger)?


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#6
08.06.2014
18:57:50


(-21, 23 Votes)

Von Oliver43


Tja wer heute noch Mitglied bei der Katholischen Kirche ist, wie beispielsweise SPD-Bürgermeister Wowereit oder Grünen-Politiker Schick oder CDU-Politikerin Schavan, der trägt Mitverantwortung für diese unhaltbaren Positionen.

Da lobe ich mir doch lieber die Reformierten Kirchen, die Unierten Kirchen, die Lutheranischen Kirchen, die Alkatholische Kirchen, die Anglikanischen Kirchen, die Kirche der Quäker, die Kirche der Waldenser, die Unity Church, die Metropolitan Community Church, die Unitarier oder die Preysbyterianischen Kirchen, die alle hier grundlegend andere Positionen als die Katholische Kirchenleitung vertreten.


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#7
08.06.2014
19:32:19
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #6 von Oliver43


Und welcher gruppierung gehört dein gewählter cdu-eu-abgeordneter an?


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#8
08.06.2014
19:54:12


(+6, 8 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Hauptsache sie müssen sich nicht um ihre getöteten Kinder kümmern.

Youtube-Video:


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#9
08.06.2014
19:57:12


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Katholische Jugend wendet euch endlich ab von diesen scheinheiligen Menschenfeinden.


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#10
08.06.2014
22:22:05


(+7, 9 Votes)

Von Corum
Aus Hamburg
Mitglied seit 26.02.2013
Antwort zu Kommentar #6 von Oliver43


Wer Wahlwerbung für homophobe faschistische Parteien wie die CDU bzw. deren eierlose Steigbügelhalter wie die FDP macht, ist mitschuldig am Erfolg dieser Parteien und ein Verräter für alle LBGTS.


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