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In der Bruchstraße 41 in Hattingen erinnert ein Stolperstein an den von den Nazis ermordeten Oskar Joseph Nagengast (Bild: Rosa Strippe e.V.)

In Hattingen hat der Künstler Gunter Deming auf Initiative der Rosa Strippe e.V. einen Stolperstein für Oskar Joseph Nagengast verlegt. Der 1910 geborene Koch und Metallarbeiter ist von den Nazis wegen seiner angeblichen Homosexualität verhaftet worden und starb im Konzentrationslager.

Nagegast heiratete 1936 und wurde zwischen 1938 und 1942 drei Mal Vater. Er war außerdem Mitglied der NSDAP und der paramilitärischen Kampforganisation SA, deren homosexueller Führer Ernst Röhm 1934 ermordet worden war. "Welche Motive Oskar Nagengast hatte, in die NSDAP und in die SA einzutreten und damit Gefolgsmann der Nationalsozialisten zu werden, ist heute nicht mehr zu bestimmen", erklärte die Rosa Strippe e.V. angesichts der Verlegung des Stolpersteins. "Fest steht jedoch, dass die rassistische Ideologie des NS-Staates die Verfolgung von Homosexuellen zu einem erklärten Ziel machte".

Im Krieg wurde Nagengast Soldat. 1942 ist er wegen des Vorwurfs der "Unzucht mit Pers. unter 21 Jahren" verhaftet und der Gestapo Bochum überstellt worden. Er erhielt eine 18-monatige Haftstrafe. Nach der Haftverbüßung wurde er ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert und dort als Homosexueller registriert. Er war mit vielen anderen Häftlingen am Aufbau des Außenlagers "Dora" beteiligt. 1944 starb er im Alter von 33 Jahren. Offizielle Todesursache: "Kreislaufschwäche".

Die Stolpersteine sind ein Projekt des in Köln lebenden Künstlers Gunter Demnig. Es handelt sich um kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberfläche eine beschrifteten Messingplatte angebracht wurde. Auf dieser befindet sich der Name eines Menschen, der im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurde. In zehn Ländern Europas gibt es bereits rund 40.000 Erinnerungssteine. (pm)