Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 12.06.2014           11      Teilen:   |

Baden-Württemberg

Schwusos wollen Befürworter von Homo-"Heilung" aus SPD ausschließen

Artikelbild
Es gibt viel Empörung nach den homophoben Äußerungen des SPD-Lokalpolitikers Joachim Kretschmann (Bild: FB)

Die Schwusos wollen nicht länger Joachim Kretschmann in ihrer Partei dulden, weil der Lokalpolitiker "widernatürliche" Homosexuelle "heilen" will.

Der Landesverband Baden-Württemberg der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos) will gegen homophobe Äußerungen eines Genossen vorgehen: Wie Schwusos-Chef Hans-Dieter Straup am Donnerstag mitteilte, hat der Verband ein Parteiordnungsverfahren gegen den Lokalpolitiker Joachim Kretschmann aus Villingen-Schwenningen angestrengt, der gegen Homosexuelle Stimmung gemacht hatte (queer.de berichtete). Die nötigen Unterlagen seien an die Schiedskommission des SPD-Kreisverbandes Schwarzwald-Baar geschickt worden.

Das "vorurteilsmotivierte Handeln" Kretschmanns sei mit den Grundwerten der SPD nicht vereinbar, erklärte Straup. Deshalb sei das erklärte Ziel des Verfahrens der Parteiausschluss des Lokalpolitikers.

Kretschmann hatte Anfang Juni mit einem Leserbrief im "Südkurier" für eine Welle der Empörung gesorgt. Darin kritisierte er eine "Schwul-Ist-Gut-Lüge", weil sie der Bibel widerspreche. Er warb auch dafür, Homosexuelle zu "heilen": Schwulen und Lesben sollten nach dem Willen des christlichen Genossen eine "wiederhergestellte heterosexuelle Identität" anstreben und damit ihre "widernatürliche homosexuelle Identität" überwinden. Der SPD warf er vor, von der "Homo-Lobby" kontrolliert zu werden. Vergangene Woche trat er nach Kritik von seinen Ämtern als Schriftführer und Kreisdelegierter zurück.

Fortsetzung nach Anzeige


Kretschmann wirbt für Homo-"Heilung" mit "Gottes Hilfe"

Auf seiner Website und seiner Facebook-Seite macht Kretschmann weiter Stimmung gegen Schwule und Lesben und erklärt dort auch, dass er viel Unterstützung von anderen Genossen bekommen hätte, die trotz des Drucks aus der Partei "entschiedene Christen" blieben. So warb er nach seinem Rücktritt weiter für die Homo-"Heilung" und erklärte, er kenne "Ehepaare, die als ehemalige Homosexuelle dank Gottes Hilfe und aus eigener Entscheidung nun als Heterosexuelle ein Leben als glückliche Familie" führten.

Freilich warnen Ärzteverbände seit Jahren vor den sogenannten Konversionstherapien, da diese nutzlos seien und Homosexuelle in die Depression oder gar den Selbstmord trieben. Im vergangenen Jahr verabschiedete der Weltärztebund eine Stellungnahme, nach der Konversionstherapien "die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen" seien. "Es gibt [für diese Methoden] keine medizinische Indikation und sie stellen eine ernste Gefahr für die Gesundheit und die Menschenrechte von denen dar, die behandelt werden", so die Argumentation der internationalen Vereinigung, der mehr als 100 nationale Ärzteverbände angehören.

Ob das Parteiausschlussverfahren wirklich zum Erfolg führt, ist fraglich: So ist 2011 der Parteiausschluss des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin gescheitert, obwohl sich dieser in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" abwertend über ethnische Minderheiten geäußert hatte und sogar über ein jüdisches Gen philosophierte. Auch gegen Homosexuelle und Regenbogenfamilien durfte der Sozialdemokrat Sarrazin poltern, ohne sein Parteibuch zu verlieren (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 11 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 255                  
Service: | pdf | mailen
Tags: spd, joachim kretschmann, villingen-schwenningen
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Schwusos wollen Befürworter von Homo-"Heilung" aus SPD ausschließen"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
12.06.2014
16:18:59


(+3, 7 Votes)

Von Robin


Das läuft doch wie immer:
die Schwusos wollen wieder mal so tun, als sei die SPD eine homofreundliche Partei. Und dann werden sie von der Parteispitze zurückgepfiffen und sobald das Thema aus den Schlagzeilen raus ist, ist das auch für die Schwusos vergessen...

Die halten uns echt für dumm, wenn sie meinen, wir würden das nicht durchschauen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
12.06.2014
16:42:44


(-8, 10 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich bin ehrlich gesagt froh darüber, dass bei queer.de endlich wieder über homophobe Politiker in den vermeintlich "homofreundlichen" etablierten Parteien berichtet wird. Es steht mir nicht an, als politischer Vertreter der AfD zuallererst mit dem Finger auf andere zu zeigen, vielmehr bleibt es die vordringliche Aufgabe aller schwulen und lesbischen Mandatsträger, ganz egal aus welcher Partei sie kommen, Homphobie und Ausgrenzung anzuprangern. Dies gilt es über die Parteigrenzen hinweg zu beachten. Das ist keine Frage von rechts oder links, konservativ oder liberal, sondern eine Frage des Anstands und der Glaubwürdigkeit.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
12.06.2014
17:32:58


(+8, 10 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #2 von Torsten_Ilg


" mir ... als politischer Vertreter der AfD... ...Anstands und der Glaubwürdigkeit."

Ein Widerspruch in sich!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
12.06.2014
17:58:36


(-4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #1 von Robin


Und wieder einmal nimmt die SPD-Hetze Fahrt auf! Scheinst die Schwusos mit ihren Forderungen wohl mit der LSU zu verwechseln!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
12.06.2014
18:08:53


(+10, 12 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012
Antwort zu Kommentar #2 von Torsten_Ilg


Na da brat mir einer einen Storch, aber bitte recht knusprig und braun. Da reißt jemand aus der AfD (ausgerechnet!!!!) die Klappe auf i.S. Schwulenpolitik. Lachhaft!

Wer so einer rechtsextremen Tröte wie Frau von und zu Adebar hinterherläuft, die mit ihren vorgestrigen Latrinenparolen zu Familienpolitik und LGBT-Positionen übel von sich aufstoßen macht, der sollte wirklich tunlichst schweigen.

Aber schön, es sorgte bei mir für einen kleinen Ausbruch von Heiterkeit. Dafür dann doch ein Dankeschön.

Ich hätte genauso gelacht, wenn die NPD plötzlich ein Herz für Ausländer oder Juden entdeckt hätte. Das wäre ähnlich glaubhaft.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
12.06.2014
19:28:24


(+6, 6 Votes)

Von Hugo


Anklage wegen Völkerverhetzung, 5 Jahre Haft, in einer Haftanstalt für schwerverbrecher. Dan den rest des Lebens zwangseinweisung in die Psychatrie.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
12.06.2014
20:45:07


(+7, 7 Votes)

Von Oliver43


Richtig so....der Mann hat als Mitglied in der SPD nichts verloren. Wer solche Haltungen vertritt sollte zur NPD wechseln, aber für die SPD ist seine Mitgliedschaft unzumutbar.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
12.06.2014
20:57:55


(+4, 4 Votes)

Von Peer
Antwort zu Kommentar #7 von Oliver43


Vollkommen richtig!

Aber das sollte auch für die CDU/CSU gelten! Da gibt es noch viel mehr Leute, die solche Ansichten haben...

Aber dieser Typ muss natürlich schnellstmöglich aus der SPD raus, wenn die SPD nicht auch noch das letzte Fünkchen Glaubwürdigkeit verlieren will...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
12.06.2014
21:02:25


(+2, 4 Votes)

Von Jasper


Eigentlich müsste der von der SPD rausgeschmissen werden....

Aber das glaubt doch keiner wirklich ernsthaft. Die SPD behält auch den Rechtspopulisten und Homohasser Thilo Sarrazin und ähnliche Gestalten in ihrer Partei - da werden auch hier der heißen Luft keine Taten folgen.

Die sagen dann, sie hätten ihn ermahnt und er würde das einsehen, aber dass freie Rede ein hohes Gut sei, etc. etc. etc. Bla bla bla...

Dabei hat Hetze und das Fordern von Gehirnwäsche gar nichts mehr mit freier Rede zu tun - aber die vertrauen darauf, dass kein Wähler so weit denkt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
12.06.2014
21:41:01


(+3, 5 Votes)

Von DFavid77
Antwort zu Kommentar #7 von Oliver43


Aber zur CDU sagst du nix?!? ARmselig


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 Ort: Villingen-Schwenningen


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten Marokko: Küssende Mädchen freigesprochen Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt