Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?21752

Ein Gericht zeigt dem homophoben Bischof Marchel Grenzen der Meinungsfreiheit auf

Ein moldawisches Gericht hat den orthodoxen Bischof Marchel zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er Homosexuelle beleidigt hatte. Außerdem muss sich der Geistliche öffentlich für seine Aussagen entschuldigen.

Marchel muss für "moralische Schäden" 10.000 Moldau-Leu (530 Euro) an die LGBT-Gruppe GenderDoc-M bezahlen. Auch die Gerichtskosten in Höhe von 12.000 Leu (640 Euro) muss der Geistliche tragen.

Hintergrund ist eine diskriminierende Äußerung Marchels vom September 2012: Damals setzte sich der Bischof für weitgehende Berufsverbote für Schwule und Lesben ein, etwa in Schulen oder im Krankenhaus. Begründung: "92 Prozent von ihnen sind HIV-Patienten". Er erklärte weiter, dass er Homosexuelle "nicht auf der Straße sehen" wolle.

Die moldawische orthodoxe Kirche gilt als äußerst LGBT-feindlich. Erst im vergangenen Jahr verurteilte sie ein von der Regierung eingeführtes Antidiskriminierungsgesetz, weil darin die Ungleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Arbeitsrecht und beim Zugang zu Bildung verboten wird (queer.de berichtete). Politikern der Regierung wurde angedroht, keine Sakramente mehr empfangen zu dürfen, solange das Gesetz nicht abgeschafft wird. Im Extremfall sei sogar die Exkommunikation von homofreundlichen Abgeordneten möglich. Die Glaubensgemeinschaft rief ferner zu landesweiten Protesten gegen Homo-Toleranz auf.

Im vergangenen Jahr hat das Parlament nach Lobbyarbeit von orthodoxer Kirche und der Kommunistischen Partei ein Gesetz zum Verbot von Homo-"Propaganda" nach russischem Vorbild beschlossen. Dieses wurde aber wenige Monate später wieder abgeschafft, um das Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu gefährden (queer.de berichtete).

Homosexualität wurde in Moldawien erst 1995 legalisiert – vier Jahre, nachdem das Land von der Sowjetunion unabhängig wurde. Im Jahr 2002 folgte schließlich die Angleichung des Schutzalters. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.06.2014, 17:50h
  • Die Geldstrafe hätte gerne noch höher ausfallen können, ansonsten aber ein gutes Urteil!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDad
  • 12.06.2014, 19:19h
  • Und WANN dürfen wir einmal einen Artikel lesen wo es um das homphobistische Geschafel eines deutschen Pfaffen und dessen Geldstrafe und öffentliche Entschuldigung dazu geht ?

    Ach nee..
    HIer dürfen die das ja..

    Komische Welt..
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PeerAnonym
  • 12.06.2014, 20:56h
  • Die Höhe der Strafe ist zwar ein Witz, aber die Symbolkraft dieses Urteils ist genau richtig!

    Auch für Pfaffen gilt das Gesetz - in einer Demokratie steht Religion nicht über dem Gesetz! Auch wenn die das gerne meinen - dann muss man das denen eben zeigen...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 johannbAnonym
#5 timpa354Ehemaliges Profil
#6 MarekAnonym
  • 13.06.2014, 09:15h
  • Eine gute Nachricht, dass auch solche religiösen Fanatiker nicht länger mit ihrer Hetze davonkommen.

    Ich fürchte nur, dass er in die nächste Instanz geht und dann letztlich doch das Urteil wieder aufgehoben wird.

    Queer.de sollte dran bleiben...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 userer
  • 13.06.2014, 10:48h
  • Antwort auf #3 von Peer
  • Soweit ich weiß, liegt das Durchschnittseinkommen in Moldawien bei ca. 180 Euro pro Monat. Klar, die Kirche stinkt vor Geld ... aber der Durchschnittsverdiener wird die Geldstrafen subjektiv als hoch empfinden. Das finde ich auch schon mal wichtig wegen der von dir genannten Symbolkraft.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 paren57Ehemaliges Profil
  • 19.06.2014, 22:24h
  • Der Mann sollte in Deutschland Asyl beantragen. Wirbt doch hier gerade die Kanzlerinnenpartei für die Wiedereinführung des Paragraphen 175. Ganz im Sinne abendländlich-christlicher Tradition. Wo anders nennt man dies Mittelalter.
  • Antworten » | Direktlink »